Blog 760 - 20.11.2022 - Kochevent, volle Kisten und warme Füße

Der neue Herd steht und funktioniert, und ich freue mich, dass ich endlich mal wieder etwas kochen kann. Etwas Schnelles soll es sein, weil ich ja noch genug Arbeit habe. Als ich bei Ikea bin, nehme ich Köttbullar mit. Die sind eingefroren, müssen nur in den Backofen, dazu Preiselbeeren, Soße und Kartoffeln. Ach nee, fällt mir auf der Rückfahrt ein, Kartoffeln habe ich gar nicht, weil ich ja in der letzten Zeit nicht kochen konnte. Dann Nudeln. Die habe ich im Keller.

Zuhause hole ich einen ... Topf ... ups, ich habe ja noch gar nichts in den Schränken. Die Töpfe sind alle in irgendwelchen Kartons. Nur in welchen? Ich gehe raus in den Schuppen, wo ich Ersatztöpfe habe. Backpapier für das Blech finde ich zufällig schnell, das Salz bleibt gut verpackt. Bei den Gewürzen ist es nicht. Zum Glück sehe ich im Keller eine neue Packung Salz im Vorratsregal. Die Köttbullar landen im Ofen, die Nudeln im kochenden Salzwasser. Klappt doch!

Oh, jetzt brauche ich noch einen zweiten Topf für die schwedische Fertigsoße zu den Köttbullar. Also nochmal raus in den Schuppen. "300 ml abmessen" steht auf der Packung - ähm, womit? Keine Ahnung, wo mein Messbecher ist. Ich schätze die Menge grob ab - wie sich später herausstellt, zu großzügig. Sahne zum Dazugeben habe ich auch nicht, Milch muss reichen. Zum Rühren finde ich tatsächlich meinen Schneebesen - Luxus! Während die Nudeln und die Soße kochen, suche ich mein Nudelsieb. Das finde ich gerade rechtzeitig, um die schon zu weichen Nudeln abzugießen, und fast gleichzeitig entdecke ich auch einen großen Löffel, der beim Servieren nacheinander für Nudeln, Soße und Köttbullar zuständig ist. Die Preiselbeeren sind im Glas und werden nur dazugestellt. Puh! Für dieses Kochevent war es tatsächlich noch zu früh. Das nächste erst, wenn die Schränke eingeräumt sind!

Damit beginne ich dann auch. Am Anfang macht es bei den vielen freien Fächern noch Spaß, als immer mehr Zeug dazukommt und weiterhin Kisten im Wohnzimmer stehen, die noch geleert werden müssen, verliert sich mein fröhlicher Enthusiasmus. Wie konnten vorher alle Sachen in die geringere Schrankfläche passen? Na ja, dreifach gestapelt, aber das will ich ja nicht mehr.

Ich sortiere aus und werfe diverse Einzelteller und Schüsseln weg, die mich seit mehr als 30 Jahren begleiten, aber schon lange nicht mehr benutzt werden. Wegwerfen ist nicht so meins, aber in Kram ersticken will ich auch nicht. Auch mein Kaffeeservice für 17 Personen - oder 18, wenn eine Person keine Tasse braucht -, wird eine neue Benutzerfamilie bekommen. Es gefällt mir zwar noch, ich verwende es aber gar nicht mehr. Als ich denke, dass ich mit dem Einräumen durch bin, finde ich zwei weitere Kisten.

Als die meisten Sachen eingeräumt sind, sieht die Küche fast schon fertig aus. Leisten und Lampen fehlen noch, eine Küchenrückwand und ein Regal müssen noch eingebaut werden und die Gardinen sind unten erst grob abgeschnitten. Das ist aber alles erst bei genauerem Hinsehen zu bemerken.

Draußen wird es kalt und die kleine Fipsi muss sich an die erste winterliche Kälte gewöhnen. Erstaunlicherweise hat sie - während mir morgens manchmal die Finger einfrieren - schön warme Füße. Dabei ist da ja nichts dran außer Haut und Knochen. Wenn sie drei- bis viermal täglich kommt, freue ich mich, denn jedes Mal hat sie danach eine gute Portion Hirse im Bauch. Die hilft gegen Kälte und Nieselregen und macht vermutlich warme Füße.  

Am Ende der Woche kaufen wir eine Unterschrankbeleuchtung, kleine Wandleuchten und ich lasse im Baumarkt die Bretter für das Regal zuschneiden. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, kann ich daraus mein Unterschrankregal bauen. Der Baumarktzuschneider macht mich etwas nervös, weil er meine Millimeterangaben "478" in Meterangaben aufschreibt: "Also Nullkommaviersiebenacht" "Äh ... ja?"

Die Kombination von klarem Schwarz-Weiß und gemütlicher Holzküche gefällt mir. Die schwarze Arbeitsplatte erweist sich allerdings schon jetzt als recht fleckempfindlich. Dabei bin ich noch sehr vorsichtig beim Abstellen von Gläsern und heißen Tassen. Mal sehen, wie es sein wird, wenn ich mich normal benehme. In den nächsten Wochen werde ich wohl auch lernen, wo Gläser, Tassen und Messer sind, so dass ich nicht immer in die falsche Richtung laufe und wie blöd vor einem Schrank stehe, in den etwas ganz anderes geräumt ist.

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