Blog 748 - 28.08.2022 - Farbe auf Holz, Dürre und Better call Saul

Die zusammengeklebten Hälften des geschnitzten und ausgehöhlten Kopfes halten nach dem Trocknen gut zusammen. Das Bemalen ist spannend, denn was unsauber aufgetragen ist, zieht ins Holz ein und kann nur schwer korrigiert werden.

Ich taste mich mit dem Pinsel langsam heran. Nicht ganz glatt geschnitzte Stellen werden zum Glück mit der Farbe überdeckt und fallen dann nicht mehr auf, spekuliere ich. Aber ... nein. Was nicht glatt ist, zeigt sich mit Farbe noch deutlicher rau. Na, es ist meine erste Übungsfigur und sie muss nicht bis in die letzte Ecke perfekt sein. Trotzdem ist sie optisch und charakterlich ziemlich die Figur, die ich mir vorgestellt hatte. Also der Kopf. Mehr habe ich noch nicht.

Seit Monaten ist es viel zu trocken und zu heiß. Außer einem Platzregen hat es seit März vielleicht drei- oder viermal sehr kurz und sehr wenig geregnet. Eher getröpfelt. Einerseits laufe ich tagsüber barfuß und fühle mich wie in endlosen Sommerferien, andererseits ist es gar nicht schön, dass es in unseren Breiten so eine erschreckende Dürre gibt. Im Garten fallen die Blätter immer schneller und auf dem Boden sieht es schon herbstlich aus. Sogar die Forsythien lassen inzwischen nur noch schlapp die Blätter hängen.

Einige Pflanzen in meinem Garten werden diesen Sommer nicht überstehen, das ist jetzt schon zu sehen. Das tägliche Gießen reicht bei anderen so gerade zum Überleben. Ob mein "Tulpenmeer" im Vorgarten, das in der seit Monaten kochentrockenen Erde steckt, diesen Sommer schafft, bezweifle ich sehr. Vermutlich sind die Zwiebeln schon komplett zu Staub vertrocknet.

Auf meinem Küchentisch stehen zwei kleine Sträuße, die ich von der Beerdigung meiner Mutter habe. Weil sie ein Grab auf einer Rasenfläche haben wollte, konnten dort keine Blumen abgelegt werden und die beiden Dekorationssträuße aus der Trauerhalle haben wir wieder mitgenommen. Die Sträuße waren luftig und locker und hätten ihr sehr gefallen. Jetzt stehen noch einige Tage Blumen daraus auf meinem Tisch, was ich sehr schön finde.

Zur großen Freude kommt unser Spatz Fipsi fast jeden Tag zum Frühstück, oft auch nochmal am frühen Abend vorbei. Das Gefieder ist wieder glatter als in der letzten Woche - vermutlich ist doch nur ein Schwung neuer Federn gewachsen -, und sie ist nicht mehr so schreckhaft. Trotzdem beobachtet sie durchgehend die Umgebung und bleibt immer aufmerksam. Immer wieder geht auch ein kurzer Blick nach oben, wo jederzeit Raubvögel zu sehen sein können und manchmal auch tatsächlich da sind. Dann fliegt sie schnell in den nächsten Busch und wartet ab, bis der Himmel wieder frei ist.

Eigentlich hatte ich vor, meine Kirschlorbeerbüsche demnächst zu entfernen, weil sie keine Nahrung für Tiere bieten und bis auf ihr immergrünes Aussehen ziemlich nutzlos sind. Dieser Plan hat sich jetzt aber geändert, denn Kirschlorbeerbüsche sind perfekte Spatzenverstecke. Immer wieder flüchten sich die Spatzen schnell hinein und auch unsere Fipsi fühlt sich in kritischen Situationen unter den dicken Blättern gut verborgen. Weil die Blätter - im Gegensatz zu den meisten heimischen Gehölzen - auch im Winter bleiben, sind Lorbeerbüsche damit sogar sehr nützlich. Zumindest aus Vogelsicht. Und aus Vogeladoptivmuttersicht.

Schon vor einigen Tagen ist mir aufgefallen, dass Fipsi an einer Zehe eine Verletzung hat. Die konnte ich aber nicht genauer ansehen, weil ich keine Brille dabeihatte. Den Vogel erkenne ich, aber kleine Vogelzehen bleiben unscharf. Diesmal bin ich mit Brille draußen, und erkenne eine dunkle Verdickung und eine nicht ganz gerade ausgestreckte Kralle. Vielleicht ist sie irgendwo hängengeblieben oder hat sogar den Zeh gebrochen. Da nichts geschwollen oder entzündet wirkt und sie den Fuß auch nicht schont, wird sie wohl damit klarkommen.

Seit der Pandemie und der Homeofficezeit des Gatten sehen wir beim Mittagessen gemeinsam eine Folge einer Serie an. Jetzt sind die neuen und letzten Folgen von "Better caul Saul" da, und wieder sitzen wir gebannt davor. Jeden Tag freue ich mich auf den neuen Teil, und gleichzeitig möchte ich das Ende ganz weit rausschieben, denn nach der letzten Folge ist es endgültig vorbei. Dabei sind mir die Darsteller doch schon so vertraut ans Herz gewachsen. Die Hauptserie "Breaking Bad" und die danach gedrehte Serie "Better call Saul", die inhaltlich aber vor "Breaking Bad" spielt, sind beide sehr, sehr großartig. Leider legen sie die Latte für Qualität so hoch, dass seitdem alle anderen Serien "gut" und "prima" sein können, aber nicht heranreichen.

 

Am Ende der Woche gehen die Temperaturen endlich mal deutlich zurück. Der Regen fehlt im Rheinland noch, der ist dringend nötig. Gerne drei Tage lang gemütlich plätschernder Landregen.

 

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