Spielkurs Klappmaulpuppe - Grundkurs - 2013

Seminarleiter: Bodo Schulte,
Figurentheater-Kolleg Bochum, September 2013


Tag 1

Eine Woche Fortbildung für die gurkentee-Mitarbeiter. Es geht um sicheres Auftreten und gute Kommunikation. Da haben sie hohen Bedarf, denn bei mir sitzen sie weitgehend stumm rum. Als vorbildliche Verlagsleiterin begleite ich meine Mitarbeiter natürlich zur Fortbildung, um ihre Bemühungen zu beobachten und ihnen aufmunternd zuzunicken. Zumindest ist es so geplant. Aber als ich ankomme, erfahre ich, dass ich selber ran muss!

Mit zehn anderen Teilnehmern sitze ich im Bochumer Figurentheater-Kolleg im Kurs "Spiel mit der Klappmaulpuppe". Der Seminarleiter ist Bodo Schulte, bei dem ich schon zwei Klappmaul-Baukurse hatte. Ich war immer wieder fasziniert, wenn er eine nur halbfertige Puppe auf die Hand nahm und diese sofort lebendig wurde. Wenn ich das Spielen lernen will, dann bei ihm, das war ganz klar für mich. Bei ihm gibt es kein hektisches, albernes Gewackel mit viel Show. Seine gespielten Puppen können trotzdem schnell und witzig sein, sind aber immer sensible Persönlichkeiten. Es reichen oft Bruchteile von Bewegungen und ein kaum merkbares Seufzen der Puppe, und ich schmelze gerührt dahin.

Die Kursteilnehmer kommen aus Nürnberg, dem Rheinland, dem Sauerland, Mannheim, Berlin und der Schweiz. Sie haben mehr oder weniger Erfahrung mit dem Puppenspiel und weniger bis keine mit dem Klappmaulspiel. Aber fast alle haben konkrete Pläne. Ich möchte demnächst mal kleine Videos drehen, andere möchten mit einer Puppe auf dem Schoß Märchen erzählen oder Kindern etwas vorspielen, mit einer Feuerwehrpuppe Sicherheitstraining im Kindergarten machen oder hinter einer Spielleiste Theater spielen.

Als die mitgebrachten Puppen vorgezeigt werden, gibt es die ersten Dämpfer. Einige von ihnen erklärt Bodo für nicht spielbar. Das sind vor allem die pädagogischen Spielpuppen, die es in vielen Kindergärten gibt. Ungläubige Blicke treffen ihn. "Häh? Die sind doch extra dafür verkauft worden und können den Mund auf- und zumachen!" Bodo weist auf die viel zu weiche Mundpartie hin, die sich nicht exakt bewegen lässt, sondern nur schwammig auf- und zuklappt, und verspricht lächelnd, dass die Erkenntnis kommen wird.

Wie es sich für ein Seminar gehört, gibt es Tische, an denen die Teilnehmer sitzen und ein Flipchart, an dem mit Edding-Skizzen die Theorie verdeutlicht wird. Es beginnt nicht mit Bilanzen und Strategien wie auf vielen anderen Seminaren, sondern mit Varianten von Hand- und Klappmaulpuppen. Ich erfahre, dass eine Marotte nicht unbedingt ein schrulliges Verhalten sein muss, sondern auch eine Stabpuppe sein kann. Das gibt dem Satz "Ich habe viele Marotten" eine ganz neue Bedeutung.

Nach der kurzen Theorie kommt die erste Praxis. Die Grundlage: Das Handpuppenspiel. Wer mit der Handpuppe präzise spielen kann, kann es auch mit der Klappmaulpuppe schnell lernen. Wir spielen ohne Kasperle, dafür mit einem gelben Schaumstoffball, der den Kopf der Handfigur darstellt. Das hat vor allem den Vorteil, dass wir die Bewegungen sauber erarbeiten müssen, weil jedes Pfuschen sofort gesehen wird.

Damit wir die Bewegung der Hüften genau verstehen und auf unsere Handfigur umsetzen können, legt der Dozent seine Hände an seine Hüften und läuft mit lasziven, sexy Bewegungen durch den Raum. Dabei erklärt er, wo sich die Beingelenke befinden und welches sich gerade bewegt. Zehn Augenpaare beobachten ihn konzentriert und völlig ernsthaft. Kurzzeitig habe ich das Gefühl, wir wären im Trainingslager der Chippendales. Hach, es gibt so großartige Momente im Leben!

Danach sind wir selber dran. Mit den Schaumstoffbällen auf den Zeigefingern laufen wir in kleinen Schritten durch den Raum und versuchen die noch sperrigen Hüften der Handfigur zu weichen Laufbewegungen zu bringen. Bodo erklärt die Technik, betont aber, dass wir nicht unsere Hand bewegen, sondern dass es eine kleine Figur ist, die eine Seele hat und aus eigener Kraft läuft. Ich konzentriere mich auf die Bewegungen meiner Hüften, meines Handgelenkes, auf die Haltung meines Unterarmes und auf die wechselnden Anweisungen von Bodo. Noch habe ich einen Schaumstoffball auf dem Finger und dazu einen Arm, der über die ungewohnte Haltung leise meckert. Ich gehe durch den Raum, übe, probiere, und plötzlich kommt für Sekunden das Gefühl auf, dass die kleine Figur neben mir ganz alleine läuft. Großartig! Es ist sofort wieder vorbei und wird von Arbeit, Konzentration und dem meckernden Arm abgelöst, aber jetzt weiß ich, wo ich mal hin will.

Mit großer Spannung sehen wir danach kurze Einzelauftritte der kleinen Handfiguren an der Spielleiste an. Wir gucken gebannt auf die Bewegungen jeder Figur, die von der Seite auftritt, sich in der Mitte verbeugt und an der anderen Seite abgeht. Es ist seltsam, wie ernst und gemessen sich die kleinen, zarten Figuren vor dem völlig ruhigen, sehr konzentrierten Publikum verbeugen, als würden sie gerade tosenden Applaus hören. Dann gehen sie tapfer in der Stille ab, unablässig beobachtet von vielen Augen.

Noch sind die Figuren stumm, und das soll sich ändern. Das Auf- und Zuklappen der eigenen Hand, um mit ihr synchrones Sprechen zu üben, ist ganz einfach. Allerdings nicht mehr, wenn sich nur noch der Daumen bewegen darf. Der spielt den Unterkiefer und muss die Sprechbewegungen alleine übernehmen. Das bedeutet viel Arbeit für den Daumen und strenge Ermahnungen für die restlichen vier Finger, die unbedingt mitmachen und nicht still halten wollen. Wie unterscheidet sich eigentlich ein "A" vom "O"?

Ein Puppenspielkurs erweist sich als wunderbare Schatzkiste skurriler Situationen. Elf Leute sitzen im Tischkreis, halten jeweils eine Hand nach vorne und bewegen den Daumen langsam runter und rauf, während sie laut gemeinsam zählen: "Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, siiiie-been." Vermutlich sieht es witzig und unseriös aus, aber es ist eine ganz ernsthafte Übung. Ich bin wirklich glücklich, dass ich in diesem Kurs sitzen und langsam bis Sieben zählen darf. Hört sich blöd an, ist aber so.

Am Abend falle ich erstaunlich müde ins Bett. Mit Puppen zu spielen ist echt anstrengend, sogar schon ohne Puppen!

Tag 2

Am nächsten Morgen werden aus Tischtennisbällen und einem Gummiband Augen. Wir haben die Vorstufe zur Klappmaulpuppe erreicht. Aus der Handfigur wird eine Unterarmfigur. Alleine vor der Gruppe zwei Zeilen eines Liedes zu singen verliert stark an Peinlichkeit, wenn man dabei zwei Tischtennisbälle auf dem Handrücken hat und den Daumen bewegt. Ich konzentriere mich wesentlich mehr darauf, ob meine Hand synchron mitsingt als auf die Frage, wie mein Gesang ist. Bei Aufwärm- oder Einzelübungen auf dem Hof des Kollegs stören mich Blicke von Passanten überhaupt nicht. Ist mir doch egal, was sie denken, wenn ich mit Augen auf dem Handrücken rumlaufe und laut rede. Ich werde sowieso immer mal wieder Menschen begegnen, die das Puppenspielen für Kinderei halten, aber die haben eben einfach keine Ahnung, wie schwer und wie wunderbar das ist. Und wer das Gefühl dafür nicht hat, dem wird man es auch nicht erklären können.

Ganz nebenbei lernen wir beim Singen die ersten Zeilen der langen, komplizierten Schweizer Nationalhymne, was tröstlich zeigt, dass es noch viel schwierigere Sachen als das synchrone Bewegen eines Klappmaules gibt. Die Aussage, dass nur wenige Schweizer ihre Nationalhymne textsicher singen können, wird angesichts der Text- und Melodieverteilung nicht angezweifelt. Aber auch der Seminarleiter lernt dazu und erfährt, dass vielleicht noch im Sauerland der Refrain des toten Hahns "Kro-kro-di-kro-kro-da" gesungen wird, im restlichen Land und sogar in der Schweiz aber "Ko-ko-di, ko-ko-da." Es ist ein Geben und Nehmen. So wie Monika aus der Schweiz Schokolade mitbringt, von der alle nehmen.

Tag 3

Immer wieder gibt es jetzt kurze Spielszenen mit den Augen auf dem Handrücken, die anschließend gemeinsam besprochen werden, um Stärken und Schwächen in der Haltung zu erkennen. Wie immer in den Kursen von Bodo, geht es entspannt und lustig zu. Mit seiner ruhigen, humorvollen Art kann er Fehler beim Spielen aufzeigen, ohne dass sich jemand verletzt fühlt. Fast spielerisch und immer klar nachvollziehbar vermittelt er die Theorie und Technik und führt vor, wie es richtig geht. Es ist zu spüren, mit welch großer Liebe er selber mit Puppen arbeitet und dass er seine Erfahrung mit Freude an die Kursteilnehmer weitergibt. Und wenn er an einem Klappmaul-Huhn das Rückgrat einer Puppe erklärt, und das Huhn sich dabei wohlig streckt und "Ja, mach weiter!" ruft, schauen alle fasziniert lächelnd zu. So geht das mit der Seele und dem Lebendigwerden der Puppen.

Auch die Klappmaulpuppen kommen jetzt bei ersten Übungen zum Einsatz. Es zeigt sich sofort, dass sich die Grundübungen mit dem Schaumstoffball und den Tischtennisballaugen sehr gut auf die größeren Puppen umsetzen lassen. Außer bei den pädagogischen Spielpuppen, die ihren weichen Unterkiefer nicht sauber bewegen können. Die bleiben inzwischen in der Ecke sitzen und gucken zu.

Wir spielen vor einer Kamera und können dabei auf einem Monitor beobachten, wie die Puppe wirkt. Das ist etwas ganz anderes, als sie neben sich auf dem Arm zu betrachten. Leider ist es auch frustrierend, denn auf einmal sehen wir selber Fehler, die wir nicht mal geahnt hatten. Wo guckt die Puppe denn gerade hin? Wieso hängt sie so schief? Warum hopst sie anstatt zu laufen? Bodo korrigiert, macht Mut, gibt Tipps und wechselt zu einer anderen Übung wenn er spürt, dass es erste Ermüdungserscheinungen gibt.

Nach dem Spielen vor der Kamera ist der Optimismus etwas gedämpft. Das war nicht einfach und es hakte immer wieder irgendwo. Außerdem war ständig der eigene Kopf im Bild zu sehen. Oder die Puppe eierte hoch und runter. Aber eine unbestechliche Kamera hilft auch sehr gut beim Lernen, gerade weil sie die Fehler gnadenlos zeigt. Die ersten, bis vorgestern noch konkreten Pläne der Teilnehmer, werden unkonkreter. Mmmmh, das ist ja doch ganz schön schwer, wenn es richtig gut werden soll.

Tag 4

Am Morgen haben wir die Aufwärmrunde auf dem Hof des Kollegs. Der Schaumstoffball stellt den Kopf der kleinen Figur dar, die wir schützend in der anderen Hand halten. Ganz zusammengerollt liegt sie da. Die Sonne scheint, es ertönt leise Musik vom Smartphone des Dozenten, und wir beginnen die Figur atmen zu lassen. Ich blicke lächelnd auf meine Hand, in der ein kleines Wesen liegt, das seine Lungenflügel sachte und ganz regelmäßig bewegt. Jetzt streckt es sich langsam, und Bodos Stimme fordert ruhig auf, zu fühlen, ob wir das kleine Herz spüren können. Vorsichtig taste ich mit dem anderen Zeigefinger dort, wo das kleine Wesen das Herz haben könnte, und tatsächlich: Es klopft ganz zart. Mir ist klar, dass ich in dieser Ruhe und Konzentration nur den Pulsschlag meines eigenen Zeigefingers spüre, aber trotzdem bin ich tief gerührt. Ich fange beinahe an zu weinen, weil der Moment so wunderschön ist. Ganz egal, ob ich das Spielen jetzt, später oder niemals lerne. Schon für diese Minute - oder waren es Minuten? - hat sich der Kurs gelohnt. Ein sehr berührendes, prägendes Erlebnis.

Mit den Klappmaulpuppen, die wir immer wieder untereinander tauschen, um ständig mit neuen Puppen zu spielen und ihre Eigenarten kennenzulernen, entwickeln wir kleine Szenen. Es geht um den Charakter, die passende Körperhaltung und die Stimme. Jeder sucht sich ein Plätzchen im Freien, versucht mit der Puppe einen Charakter zu finden und probiert aus, bis es stimmig ist.

Beim Vorspielen geht es danach sehr witzig zu. Jeder Teilnehmer steht hinter der Spielleiste und spielt seine Puppe mit ihrem Charakter. Endlich sind deutliche Fortschritte zu erkennen und es gibt viele schöne Szenen, die zum Teil Lachtränen hervorrufen. Was macht das für einen Spaß! Das Zusehen genauso wie das Spielen. Manches klappt fast von alleine, andere Fehler schleichen sich immer wieder ein, aber insgesamt ist es doch schon ein schönes Ergebnis. Dass wir nicht nach drei Tagen perfekt in diesem umfangreichen Spielfeld agieren, ist klar, und um sicherer zu werden, gibt es von Bodo den Rat: Üben, üben, üben. Vor dem Spiegel, vor der Kamera und überhaupt.

Tag 5

Am letzten Seminartag geht es kurz in die Dramaturgie und in weitere Bereiche des Klappmaul-Puppenspiels. Das Spiel mit der Hand, mit Stäben und das offene Spielen werden erläutert und zum Teil geübt. Wie hält man die Puppe, deren Hände sich mit Stäben bewegen lassen, wie wird eine eigene Hand beim Spielen genutzt, wie lenkt man beim offenen Spiel die Aufmerksamkeit abwechselnd auf die Puppe und den Spieler. Bodo erklärt, macht vor, und auch wenn es bei uns noch nicht gut klappt, sehen wir, dass es möglich ist. Das macht Hoffnung.

Auch am Alphabet arbeiten wir noch einmal sehr sorgsam. Bodo spricht die Buchstaben mit einem augenlosen, aber ganz und gar nicht unlebendigen Klappmaul vor und die Kursteilnehmer sprechen sie sorgsam nach. "Aaaaah, Beeeeeh, Ceeeeh, ... Ikss, Üpp-si-looon, Zett." Schön, wie alle ernsthaft sitzen, eine Klappmaulpuppe hochhalten und das Sprechen üben. Mir gefällt so was.

Zum Abschluss erarbeiten wir zu dritt kurze Szenen und versuchen die gelernten Sprech- und Spielbewegungen zu beachten. Augen nicht zu hoch richten, schöne Gehbewegungen, nicht gleichzeitig auf der Bühne aktiv bewegen, nicht gleichzeitig sprechen, die Figur im Lot halten und vor allem: lebendig werden lassen. Das klappt mal mehr, oft weniger gut, und wir fühlen uns sehr gefordert. Jetzt muss auf einmal alles gleichzeitig funktionieren: Laufen, sprechen, Blickkontakt halten und mit anderen Puppen kommunizieren, dabei haben wir das doch eben erst gelernt. Trotzdem macht es viel Spaß und wir alle merken, dass wir schon unglaublich viel geschafft haben. Wie schwer fiel vor drei Tagen noch das synchrone Sprechen, und jetzt klappt es meistens schon recht überzeugend.

Auch ich mache noch eine ganz wichtige Erfahrung, die mich vermutlich sehr viel weiterbringen wird. Bei unserer schnell eingeübten Szene wirft sich meine Puppe recht unbeholfen auf ein Bett. OK, es war nicht viel Platz hinter der Bühne und das Aufs-Bett-Werfen war eine kurzfristige Idee und nicht geprobt, aber das hätte ich fast ausgleichen können, wenn ich vorher besser beobachtet und überlegt hätte. Bodo macht danach einfach mal vor, wie es geht. Seine Puppe schmiegt sich auf der Spielkante ins imaginäre Bett, kuschelt sich ein, sinkt entspannt zusammen und schläft mit ruhigen, tiefen Atemzügen ein. Ich sehe den Rücken der schlafenden Puppe, der sich sanft hebt und senkt, und könnte sie knuddeln, weil sie so vertrauensvoll dort liegt und wirklich lebendig ist. Ein Erlebnis. Und die wichtige Erkenntnis, dass ich viel, viel genauer hingucken, spüren, umsetzen muss und sich dann so vieles von ganz alleine ergeben wird.

In der Schlussrunde zeigt sich, dass alle viel Spaß hatten, auch wenn nicht jeder im Klappmaulspiel weitermachen wird, weil es dann doch schwieriger war, als vorher gedacht. Aber auch das ist ja eine wichtige und gute Erkenntnis, die am Ende eines Seminares herauskommen darf. Es gab eine Menge zu lernen und die Zeit reichte nicht, um alles in den praktischen Übungen ausführlich zu üben. Bevor ich mir irgendwo sicher war, kam schon der nächste Punkt. Das hat mich sehr gefordert, aber auch gefreut, denn das präzise Spielen kann ich nur mit Zeit und Übung lernen, und die Zeit ist bei fünf Tagen knapp. Aber nach diesem Seminar weiß ich, auf was ich achten muss. Und ich kann viele meiner Fehler selber erkennen und eigenständig an ihnen arbeiten. Das sind sehr gute Voraussetzungen, die mir eine sichere Grundlage geben, um umfassend weiterzuarbeiten. Ab jetzt liegt es an mir, und ich kann mich nicht damit rausreden, dass ich es nicht besser wusste.

Bodo Schulte als Seminarleiter ist einfach klasse. Er kann seine umfangreichen Kenntnisse sehr gut vermitteln, weiß, wen er wie weit fordern kann und muntert auf, wenn es nötig ist. Dabei hat er kein starres Konzept, das er unflexibel abarbeitet, sondern er geht auf die Gruppe ein, holt sie dort ab, wo sie steht und wählt die zum jeweiligen Zeitpunkt passende Übung. Und er schafft eine entspannte, sehr freundliche Atmosphäre, in der sich die unterschiedlichsten Teilnehmer wohl fühlen und schnell ein gutes Gruppengefühl aufkommt. Kein Wunder, dass es Leute gibt, die immer wieder Kurse von ihm besuchen. Ich werde mich jetzt wohl dazu zählen müssen. Was heißt müssen? Wollen.

Einige der Pläne, die bei den Teilnehmern zu Beginn des Seminars konkret waren, wurden am Ende in Frage gestellt oder sogar komplett aufgegeben. Und einige Puppen fielen wegen mangelnder Bespielbarkeit ebenfalls raus, genau so wie Bodo es am ersten Seminartag sagte. Aber alle Teilnehmer hatten Spaß, haben sehr viel gelernt und hatten eine hochinteressante, spannende Woche. Wie toll wäre es, wenn wir jetzt drei Wochen zum Üben hätten und dann in einer weiteren Seminarwoche unter Anleitung von Bodo spielen und das Erlernte schon viel besser umsetzen könnten.

Meine Erkenntnisse:

Puppenspielen ist großartig! Bodo Schulte auch. Das war nicht mein letzter Spielkurs. Ich bin von der richtig guten Puppenspielerin weiter entfernt als ich vorher dachte. Ich fühle mich trotzdem mehr als Puppenspielerin als vorher. Meine Videopläne bleiben. Frühstück bei Petra und Rolf im Café Cheese ist ein prima Start. M7 beim Vietnamesen war früher besser. Die Schweizer Nationalhymne ist zu schwer. Es war eine wunderbare Woche!