Violettas unglaubliches Ferientagebuch


Für Tagebuchleser von 7-11
72 Seiten, viele Illustrationen,
21 x 21 cm, Hardcover

11,- Euro

 

 


42 ereignisreiche Sommerferientage, aufgeschrieben von Violetta. Mit einem Papa, der nach Island will, einer Mama, die in Australien singt, einem Geysir im Garten, Piraten, die einen Schatz vergraben, der Katze Helena mit den grünen Augen und Anni mit den drei Backöfen.

LESEPROBE

Es hört sich vermutlich etwas verrückt an, dass Papa aus unserer Veranda ein Schiff baut, aber für meinen Papa sind solche Sachen normal. Also nicht gerade, dass er immer Schiffe baut, aber dass er verrückte Sachen macht. Wenn meine Mama das Schiff sehen könnte, würde sie staunen. Sie kann es nicht sehen, denn sie wohnt in Australien, und das ist noch weiter weg als Island. Als ich ein Baby war, hat sie noch bei uns gewohnt und war meine Mama. Jetzt ist sie eine ganz berühmte Opernsängerin. Als ich klein war, ist sie ausgezogen, weil sie zu Hause keine Opernsängerin sein konnte. Papa sagt, dass sie nicht glücklich genug war und es darum gut ist, dass Australien sie haben wollte, weil sie dort mehr singen kann.Ich finde es zwar schön, dass Australien meine Mama haben wollte, aber ich bin trotzdem manchmal traurig. Ich kann mich gar nicht mehr richtig an sie erinnern. ...

 


... Onkel Oskar malt den ganzen Tag Hühnerbilder. Nichts anderes. Hühner sind seine Lieblingstiere. Seine ganze Wohnung hängt schon voll mit Hühnerbildern. Manchmal kommen Leute und kaufen ihm ein Bild ab. Das sind meistens Hühnerfreunde. Wir haben ein Hühnerbild von ihm in unserer Küche hängen, das hat er uns mal geschenkt. Da sind sogar zwei Hühner drauf. Ein rotes und ein grünes. Seine Frau sagt manchmal: "Mal doch mal ein Schwein oder eine Kuh!". Aber für ihn sind bunte Hühner das Schönste. ... ...

- Tag 5. Papa sagt, dass er Island schon riechen kann, und er holt immer wieder tief Luft und sagt: "Mmmmh, das sind die Vanillegletscher im Norden!", oder: "Oh, ein feuchtes Islandpferd auf der Wiese!" Papa kann sehr gut riechen. Ich rieche nur Salzwasser.Den ganzen Tag sitze ich auf dem Boot und gucke auf das Meer. Manchmal fliegen Möwen vorbei. Papa sagt, dass ich mich an den Anblick von Wasser gewöhnen soll, weil wir noch ziemlich viele Tage treiben werden, ehe die Küste von Island in Sicht kommt. Manchmal lacht er und sagt: "Ich freue mich auf die Gesichter der Strömungs-Gesellschaft!" Ich kann inzwischen das ganze Flaggenalphabet auswendig. Ich hab ja sonst nichts zu tun. Hoffentlich hört die Strömung wirklich bei Island auf, damit wir aussteigen können. Sonst treiben wir vielleicht einmal um die Erde und kommen wieder zu Hause an, ohne Island betreten zu haben.