Blog 669 - 21.02.2021 - Krümelgemüse, Kinderbuchplanung und Orchester

Der Frühling ist da! Auch wenn die Pferdeweide in der Nähe nach dem vielen Regen und dem Abschmelzen der vereisten Flächen wie ein eingezäunter Pferde-Swimmingpool aussieht, weil das Wasser in der gesättigten Erde nicht versickern kann. In den Büschen zwitschern laut die Vögel und am Himmel sind die ersten Kraniche zu sehen. Sie kommen in den gleichen Formationen zurück, in denen sie fortgeflogen sind und erwecken den Eindruck, als hätten sie nur eine große Runde gedreht und wären nie gelandet.

Natürlich verbringe ich sofort Zeit im Garten. Schlauerweise beschäftige ich mich vorerst nicht mit dem Umgraben der schweren, nassen Erde, sondern räume im Fällgebiet auf. Da liegen viele Haselnussstämme quer übereinander, die irgendwie kleingekriegt werden müssen. Mit der dicken Astschere entferne ich kleine und mittlere Äste, schleife sie durch die Gegend und gebe sie in den Häcksler. Das ist körperlich ganz schön anstrengend, und es ist immer wieder erstaunlich, wie aus einem Riesenberg verzweigter, langer Äste, die einen Weg so versperren, dass ich nicht durchkommen kann, ein platzsparendes Krümelgemüse wird.

Während ich arbeite, überlege ich, welches meine liebsten Gartengeräte sind, auf die ich nicht verzichten möchte: Spitzhacke, Gartenschere, Häcksler und Motorsäge. Daran sieht man, dass ich nicht pflegend und ordnend durch einen lieblichen Garten wandere, sondern vorwiegend mit brachialer Gewalt umgestalte und Dreck mache. Und viel Krümelgemüse.

Beim Brotbacken gibt es Dinkelbrot mit Zwiebeln. Mjammi. 

Inzwischen hole ich einmal in der Woche unser Mittagessen bei einem der umliegenden Anbieter, um die während der Coronakrise etwas zu unterstützen. Diesmal ist wieder chinesische Woche. Es ist wenig los. Ich hoffe, sie überstehen die Zeit. 

Bis Ende Februar wollte ich die geplante Klappmaulpuppe fertig haben, aber mein im Dezember bestellter Schaumstoff ist immer noch nicht geliefert worden. Zwei Monate Wartezeit kommen mir ziemlich lang vor, auch wenn es verschiedene Schaumstoffarten in unterschiedlichen Größen sind, die extra zugeschnitten werden müssen. Ich möchte aber auch nicht mit zusammengeklebten Resten aus meinem Vorrat beginnen, nur damit ich loslegen kann. Da werde ich wohl mal beim Schaumstoffversender nachfragen müssen.

Inzwischen kommt Schwung in mein Kinderbuchprojekt. Die Grundidee ist schon lange da, aber seit dem Sommer kann ich nicht entscheiden, ob die Geschichte eher einfach und lustig oder komplizierter und spannend wird. Die lustige Variante lässt sich prima in einem meiner üblichen Bücher mit vielen Illustrationen unterbringen. Bei der spannenderen ist nicht klar, ob sie viel Text benötigt und damit eher ein Roman wird. Während ich noch abwäge, arbeiten meine Hirnzellen anscheinend in Gruppenbesprechungen und überzeugen mich plötzlich davon, dass es spannend werden muss. Mit Illustrationen. Und inhaltlich überschaubar, so dass es kein Roman wird. Sie bieten mir auch gleich die Lösung, bei der die angedachte riesige Untergrundorganisation gar nicht mehr vorkommt.

Jetzt habe ich nur noch für den Anfang zwei Varianten, die beide funktionieren müssten, aber sehr verschieden sind und zu unterschiedlichen Verläufen in der Geschichte führen. Von welcher Situation will ich ausgehen? Ich überlege mal die eine, mal die andere und mag beide. Schon wieder arbeiten meine Hirnzellen ohne mich und präsentieren mir beim Aufwachen plötzlich die Lösung. Ich ändere einfach die Rolle einer Großtante, bei der ein Kind die Ferien verbringt, zu einer unbekannten Nachbarin, lasse das Kind zuhause, schicke die Mutter weg und habe einen neuen Weg, der mir gut gefällt. Wieso bin ich da nicht früher drauf gekommen? Beziehungsweise: Hätten meine Hirnzellen nicht schon früher mal arbeiten können? Wenn ich bald ein paar Stunden Ruhe habe, werde ich mit dem Schreiben beginnen und sehe dann, ob die Hirnzellen gut gearbeitet haben und alles logisch ineinander greift.

Dinkelvollkornbrot mit ziemlich vielen Trockenfrüchten und Walnüssen hat aufgrund der ziemlich vielen Trockenfrüchte einen Früchtebrotcharakter. Es ist deutlich süß und schmeckt sehr gut mit Käse oder nur mit etwas Butter bestrichen.

Am Samstagabend gibt es Bodo Wartke mit dem WDR Funkhausorchester in der Kölner Philharmonie. Weil dort keine Zuschauer sein dürfen, wird das Konzert netterweise vom WDR gestreamt und so gibt es Bodo mit Orchester auch im Wohnzimmer. Hach, sehr vertrauter Bodo, sehr tolle Arrangements und es ist klasse, ihn mit seinen Liedern mal mit großem Orchester zu hören. Allerdings stelle ich am Ende fest, dass ich - auch wenn das Orchester toll und das Konzert ein Erlebnis war, - Bodo schon sehr gerne pur und "nur" mit Klavier höre. Das ist für mich gefühlt nicht "weniger", sondern "mehr Bodo", denn mit so einem Orchester wird er zu einer von vielen musikalischen Stimmen und rückt ein wenig aus dem Focus. Band- oder Orchesterumsetzungen sind anders, meistens schön, aber nicht zwangsläufig besser.

         
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