Blog 663 - 10.01.2021 - Brot, Ruhemodus und Abwarten

Der momentan bei uns wohnende Sohn, der hier an den letzten Seiten seiner Abschlussarbeit schreibt, ist erfahrener Sauerteig-Bäcker. Die Abschlussarbeit schreibt er trotzdem nicht über das Bäckerhandwerk. Zwischen den Schreibphasen bleibt aber Zeit, den Sauerteig zu füttern und zu hegen und alle paar Tage ein Brot damit zu backen. Zum Beispiel Dinkelvollkornbrot mit Sonnenblumen-, Kürbis- und Pinienkernen. Brot backen macht glücklich.

Im Januar beginne ich mit dem Bau einer Klappmaulpuppe. Das steht zumindest so auf meinem Plan. Begonnen habe ich damit noch nicht, obwohl jetzt das erste Drittel des Januars schon vorüber ist. Zum einen bin ich weiterhin im Freie-Tage-zwischen-Weihnachten-und-Neujahr-Modus, der in diesem Jahr vom Corona-Lockdown verstärkt wird. Alles ruht - ich auch. Zum anderen lese ich aktuell die Abschlussarbeit und mache Korrekturvorschläge, was Zeit und Konzentration erfordert.

Außerdem, und das ist der Grund, mit dem ich den verfehlten Arbeitsbeginn beim Puppenbau perfekt entschuldigen kann, ist der im Dezember bestellte Schaumstoff immer noch nicht da. Ich zögere aber sowieso gerne, wenn ich bestimmte Vorstellungen vom Endergebnis habe. So lange ich nicht begonnen habe, kann ich auch nicht an der falschen Stelle Schaumstoff wegnehmen und scheitern. Aber ich kenne mich. Sobald die Korrekturarbeit vorbei und der Schaumstoff da ist, wird es schon losgehen und klappen. Und ich freue mich ja auch riesig, dass ich mal wieder konzentriert baue.  

Brot backen geht aber immer. Roggenbrot mit Koriander, Fenchel und Kümmel. Mjammi.

Es schneit. Schnee! Schnee! Er kommt in hübschen Flocken vom Himmel und schmilzt beim Aufkommen auf Wiese und Bäumen sofort weg. Nur die Autodächer bleiben eine Weile weiß belegt. Es ist einfach zu warm. Aber solange der fallende Schnee nur im Schein einer Straßenlaterne zu sehen ist, sieht alles romantisch winterlich aus.

Zwischendurch kaufe ich ein Bild von einem Freund. Das hat mir schon lange gefallen, wirft aber die Frage auf: Wo hänge ich es hin? Das ist weniger eine Innengestaltungs-, als mehr eine Platzfrage. Da ich aber inzwischen mehrere Bilder habe, die ich gerne aufhängen möchte, sollte ich ernsthaft überlegen, ob ich das Treppenhaus eng behänge. Das ist nicht ideal, aber für die Sichtbarkeit der Bilder deutlich besser als die dunkle Stapelecke in meinem Arbeitszimmer.

Roggenbrot mit Walnüssen. Die Variationen sind unendlich. Die Momente, wenn das Brot in den Ofen kommt, wenn es aufgeht, wenn es frisch aus dem Ofen kommt, wenn es sich bei der Klopfprobe vorbildlich hohl anhört, wenn es angeschnitten wird und wenn der erste Bissen im Mund ist - sind großartig. Und spätestens wenn nur noch der Restkanten da ist, heißt es freudig: "Wir müssen wieder Brot backen!"

         
Blogübersicht
 nächstervorheriger