Blog 654 - 08.11.2020 - Herbstfarben, Kraniche und die kleine Mayastadt

Den Sonntag verbringe ich im Niederländisch-Kurs. Insgesamt vier Tage lang habe ich jetzt an zwei Wochenenden Niederländisch gelernt und bin sehr erstaunt, wie viel ich lesen und verstehen kann. Das Selberbilden von Sätzen ist erfahrungsgemäß deutlich schwieriger, denn momentan wirbeln eine Menge Vokabeln im Hirn herum und müssen sich erstmal setzen und geordnet werden, aber ich kann schon einiges abrufen. In den nächsten Tagen kaufe ich ein niederländisches Übungsbuch und lerne damit ein bisschen weiter. Tot gauw! Bis bald! Oder vielleicht besser: Heel veel geluk! Ganz viel Glück!

Draußen ist sonniger Herbst und ich bin viel im Garten unterwegs, säge Äste ab, entferne Pflanzenreste, buddel aus, pflanze um, schneide die Himbeerruten ab und habe überall zu tun. Der Garten sieht in weiten Teilen wie eine Baustelle aus. Der Bereich um die früheren Essigbäume ist aufgehackt und ringsherum liegen abgesägte Baumstammteile und Äste vom alten Kirschbaum. Auch den Sanddornbaum säge ich ab, weil er inzwischen mit der großen Trockenheit nicht mehr klar kommt. Dass überall trockene Blätter, ausgerissener Efeu und nicht weggeräumte Wasserschläuche herumliegen, macht es optisch nicht besser. Allerdings ist zum ersten Mal seit Mai das Gras grün und saftig. Den ganzen Sommer über war es gelb und verdorrt.

Die Herbstfarben sind toll. Blauer Himmel und leuchtende Blätter. Zwischendurch fliegen klagend krächzende Kraniche und einmal auch Gänse im Formationsflug über den Garten. Jedes Mal höre ich auf zu arbeiten und gucke ihnen hinterher, bis sie nicht mehr zu sehen sind. Im Herbst wünsche ich ihnen melancholisch einen guten Flug und eine sichere Heimkehr, im Frühjahr grinse ich glücklich und freue mich, dass sie wieder da sind.

Die vielen Pflastersteine auf dem Bürgersteig werden langsam weniger, stattdessen wachsen jetzt verschiedene Steinstapel im Hof. Sie erinnern an eine Ansammlung von kleinen Mayapyramiden. Mein eigenes Miniatur-Maya-Wunderland. Noch ein bisschen stilgerechte Deko dazu, dann könnte ich Eintritt nehmen. Oder ich baue Mayapuppen und entwickel ein Puppenstück, das ich in den Steinkulissen spiele. "Quetzalcoatl backt der Oma einen Maiskuchen". Sollte ich nicht zum Pflastern kommen und alles jahrelang stehen lassen, werden die Stapel malerisch zuwuchern und ich kann irgendwann Maya-Ruinen-Urwald-Entdeckungstouren anbieten. Ich sag ja immer: Hauptsache Zukunftsaussichten und Pläne haben!   

Juchuh! Der blöde Trump muss gehen! - Willkommen, Joe Biden! Endlich wieder Stil, Würde und Anstand.

         
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