Blog 648 - 27.09.2020 - Entstauben, Fenster verkitten, Trauben pressen

Als hätte ich nicht genug angefangene Baustellen, finde ich plötzlich, dass unser kleines Ministudio im Keller nicht nur von dort abgestellten Kartons befreit werden muss, sondern auch dringend ein Regal braucht. Dann könnte der auf allen Flächen herumliegende Kleinkram weggeräumt werden und würde nicht weiter einstauben. Also Kartons rausräumen, Wand freiräumen, Boden putzen, zu Ikea fahren, ein "Kallax" holen und zusammenschrauben.

Danach sortieren, entstauben, husten, sortieren, sortieren - Gitarrensaiten, Kabel, Stecker, Plektren ... und geordnet einräumen. Am Abend haben wir ein freundliches kleines Studio, das immer noch nicht größer geworden ist, aber trotzdem offener aussieht. In diesem kleinen Raum sind schon einige Sachen entstanden. Sprachbeiträge für CDs und DVDs, eingesungene Lieder für Theaterstücke, verschiedene Musikaufnahmen mit Instrumenten und Gesang und viele der früheren Wise Guys Demos. Sollte es mal ein Wise Guys Museum geben, gehörte das kleine Kellerstudio unbedingt mit zur Geschichte und könnte problemlos in einer Ecke nachgebaut werden. Das Original würde ich gerne behalten.

Im Garten ist der Herbst da. Es hat lange nicht mehr geregnet und der Boden ist inzwischen so trocken, dass einige Bäume und Büsche für dieses Jahr aufgeben und innerhalb weniger Tage alle Blätter zu knisterndem Papier trocknen lassen und abwerfen. Es sieht malerisch aus, ist im Grunde aber besorgniserregend. Eine ganze Woche müsste es mal durchregnen, um überhaupt  genügend Feuchtigkeit in die obere Schicht zu bekommen. Auch die Trauben müssen jetzt dringend gegessen werden, was aber kein Problem ist.

Momentan hat meine Kreativabteilung Urlaub und nur die Notbesetzung schreibt kleine Ideen auf und sammelt sie auf einem Papierstapel. Der Rest der Abteilung hilft mit beim Aufräumen und Wegwerfen. Aber jetzt guckt für das nächste Jahr vorsichtig ein Puppenprojekt um die Ecke, für das ich nach jetziger Planung im Frühjahr eine Puppe bauen werde, die im Sommer einen Auftritt in einer tollen Show hat. Ich freue mich sehr und hoffe, dass es klappt und mindestens so gut wird, wie ich es mir jetzt schon vorstellen kann.

Am Tag danach guckt gleich ein zweites Puppenprojekt um die Ecke. Es ist eine interessante TV-Produktion, bei der ich eventuell als Handspielerin dabei bin. "Handspieler" bedeutet, dass ein anderer Puppenspieler mit seinen beiden Händen den Kopf einer Klappmaulpuppe und eine der Puppenhände führt, und ein zweiter Spieler daneben hockt und die zweite Puppenhand spielt. Mal sehen, ob ich dabei bin - die Termine passen - kein Wunder, denn in der jetzigen Coronazeit habe ich kaum welche - und Spaß würde es machen.

Beim Renovieren wäre die Außenseite der Haustüre dran, aber weil Regen angesagt ist, fangen wir spontan mit der Innenseite an. Dafür müssen unter anderem zwei kleine Glasscheiben neu verkittet werden. Wenn ich eines nicht kann, dann Glasscheiben einkitten. Während ich die Masse drücke und abziehe, der weiche Kitt aber nie so bleibt, wie ich ihn haben will, denke ich noch: "Kitten kann ich wirklich nicht". Als ich dann fertig bin, einen Schritt zurückgehe und mir das Ergebnis ansehe, muss ich sagen, dass ich es tatsächlich überhaupt gar nicht kann. Zum Glück kenne ich keinen Glaser, der zu Besuch kommen und einen Lachkrampf bekommen könnte. Und wie gut, dass demnächst kleine Gardinen davor sind!

Zwischendurch ist Traubenlese bei meinem Vater angesagt, der die vielen Kilo süßer Trauben nicht komplett essen kann und darum Saft und Gelee daraus machen möchte. Teile der Familie helfen, so dass an der einen Seite mit der Presse Saft gequetscht und an der anderen gekochte Trauben durch ein Sieb püriert werden. Klappt nicht ganz so perfekt, wie wir uns das vorstellen. Vor allem bleibt bei beiden Vorgängen viel saftig süßer Abfall übrig, der viel ausgepresster sein müsste. Das Traubengelee ist am Ende so ... ok. Geliert, fruchtig, zitronig, aber geschmacklich nicht mehr nahe an den fein aromatischen Trauben dran. Beim nächsten Mal werde ich eingemachte Kompott-Trauben und Chutney vorschlagen. Spaß hat das gemeinsame Arbeiten trotzdem gemacht.

Und endlich regnet es auch mal richtig. Lang und heftig. Die Wassertonnen laufen über und für die nächsten Tage ist noch mehr Regen angesagt. Ich find's gut. Die Kaninchen haben ein wasser- und winddichtes Haus und finden alles spannend. Vor allem, ob ich Essen für sie dabei habe.

         
Blogübersicht
 nächstervorheriger