Blog 618 - 01.03.2020 - Trampolinboden und Pflastersteinpuzzle

Meine spontane Idee, im Garten eine Sitzecke zu pflastern, erweist sich als prima Sache. Die körperliche Arbeit tut mir gut, und das Tragen und Bücken erweist sich als perfekter Ausgleich zum Hohlkreuz und den hoch erhobenen Armen während des Puppenspielens. Die einen Muskeln werden nach unten gezogen, die anderen müssen sich nach oben recken. Leider spielt das Wetter nicht mit und veranlasst immer wieder Baustopps. Es regnet zwischendurch oder hagelt oder ist unangenehm kalt.

Um den Boden zu verdichten, müsste ich einen Rüttler haben. Habe ich aber nicht. Normalerweise hopse ich zum Verdichten so lange auf der Erde herum, bis sie mir fest genug erscheint. Sieht lustig aus, ist nicht wirklich professionell, aber es geht um Lösungen, nicht um fehlendes Zubehör. Diesmal habe ich eine geniale Idee: Wasser. Viel Wasser. Dann sackt alles mit dem Wasser ab und verdichtet sich dabei von ganz alleine. Kurzentschlossen kippe ich mehrere Eimer Wasser schwungvoll über die Fläche. Seltsamerweise versickert es nur sehr langsam. Nach einigen Minuten stehen immer noch Pfützen.

Als ich etwas später über die Fläche laufe, quietscht der Matsch unter meinen Schuhen, ich sinke leicht ein und der Boden schwankt wie im Moor. Ähm ... ja. Im Untergrund scheint es schon von alleine so nass zu sein, dass der Boden die Feuchtigkeit gar nicht mehr weiterleiten kann und sich alles staut. Prima. Anstatt eines verdichteten, festen Bodens habe ich jetzt ein elastisches Trampolin. Sogar die Katze läuft sehr vorsichtig darüber und ist vermutlich voller Bewunderung, was ich so alles hinbekomme: Weichen, wackeligen Boden zum Beispiel.

Dass das Wetter Baustopps verlangt, ist sehr gut. Täglich probe ich das Handpuppenstück durch. Es läuft immer runder und nur manchmal stelle ich den Kuchen nach seinem ersten Auftritt noch links ab, muss ihn etwas später aber mit der rechten Hand wiederaufnehmen. Das ist dann äußerst schwierig. Zwei Puppen sind oben an der Leiste, eine geht nach rechts ab, um den Kuchen zu holen, der dann aber blöderweise auf der anderen Seite steht. Die Lösung, an der ich arbeite: Den Kuchen schon vorher auf die richtige Seite stellen. Wir - die drei Puppen und die Puppenspielerin - haben Spaß zusammen. Das passt.

Als es am Ende der Woche ein wenig schneit und damit weitere Erdarbeiten komplett verhindert werden, nehme ich mir das Pflastersteinpuzzle vor. Die Steine haben mal woanders als Weg gelegen und im Verlegemuster waren zwei unterschiedlich große Kreise eingefügt. Ich habe ein Bild davon gesehen, einen Bauplan gibt es nicht. Die Steinkreise VOR dem Pflastern zu rekonstruieren, kommt mir recht sinnvoll vor. Der Anfang ist schnell gelegt, bei den handgeschnittenen Anschlusssteinen wird es schwieriger.

Am Ende habe ich sechs Anschlusssteine übrig, aber auch drei kleine Lücken, die nicht mit ihnen aufgefüllt werden können. Außerdem habe ich noch recht viele Kreiselemente. Vermutlich gab es ursprünglich mal einen weiteren Kreis und bei den gebraucht gekauften Steinen waren nicht alle Teile dabei. Jetzt ist die Frage, ob ich mir zwei kleine Kreise mit Lücken als Muster setze, oder ob ich aus dem vorhandenen Material einen großen Kreis lege und dann selber gucke, wie ich die Anschlüsse mache. Selber machen wäre etwas spannender. Vor allem weiß ich da gar nicht, wie es ausgeht.

Ein bisschen spannend ist auch der Corona-Virus, der gerade örtlich immer näher rückt. Bei manchen Leuten löst er eine unverhältnismäßige Panik aus. Dabei ist es nicht die Pest wie im Mittelalter und man kippt auch nicht drei Tage nach dem Kontakt mit dem Virus tot um. Jedenfalls im Regelfall nicht. Beim Einkaufen wundert es mich fast, dass es im Supermarkt ziemlich normal zugeht und hauptsächlich Eier, Mehl, Nudeln und Reis ausverkauft sind. Desinfektionsmittel wohl auch, aber da habe ich nicht geguckt. Mehl, Zucker und Tee habe ich noch zuhause. Ich hole mir extra etwas Katzenfutter, Toilettenpapier und drei Packungen H-Milch, damit ich im Seuchenfall nicht unbedingt raus zum Einkaufen gehen MUSS und auch mal zwei Wochen von den Vorräten leben könnte.

Ansonsten bleibe ich gelassen, umarme möglichst niemanden, küsse keine Fremden (mach ich auch sonst nicht, aber jetzt achte ich besonders darauf) und wasche mir häufig die Hände. Und wenn ich dann doch krank werde, ist es eben so.

          
Blogübersicht
 nächstervorheriger