Blog 610 - 05.01.2020 - Düsseldorfer Inder, volle Akustik und halbe Taucher

Das alte Jahr endet entspannt, gemütlich und sehr ruhig. Keine Silvesterparty, keine Feierei, stattdessen Krimibuch, Strickzeug, Fernsehen, Brettspiele. Das ist genau das, was ich brauche.

Allerdings bekomme ich jetzt, wo ich komplett frei habe, Hals- und Ohrenschmerzen. Nicht besonders schlimm, aber weil ich deswegen schlecht schlafe, bin ich zu müde, um meinen Ferien-Trödel-Modus voll auszukosten. Stattdessen hänge ich zwei Tage rum, mache ein bisschen dies und ein bisschen das, trinke viel Ingwertee, lese zu wenig und bin immerhin froh, dass es besser wird und ich mich nur etwas angeschlagen fühle, aber nicht richtig krank werde.

Es ist auch Zeit, mit den ersten Vorbereitungen für die "Geschworenen" zu beginnen. Die Auffrischprobe steht in der nächsten Woche an, danach wird an beiden Wochenenden gespielt. Wir kommen tatsächlich in die Schlusskurve. Noch viermal spielen, dann ist es vorbei. Einerseits schade, weil es viel Spaß mit der Gruppe macht und das Stück so gut ankommt, andererseits schön, weil danach wieder Zeit für Neues bleibt.

Das erste indische Essen des Jahres gibt es in der von außen Düsseldorfer Kneipe, die innen auch wie eine Düsseldorfer Kneipe aussieht, aber auf der Speisekarte das indische Restaurant "Punjabi" ist. Lecker! Eigentlich würde ich gerne auch mal ein anderes indisches Restaurant ausprobieren, aber erst, wenn ich die komplette Speisekarte des "Punjabi" einmal durch habe.

Danach geht es weiter bis nach Sachsen. Wir kommen gut durch, fast sechs Stunden Fahrt sind es trotzdem. Am nächsten Tag geht es zu dritt zu den Rabensteiner Felsendomen, einem alten, kleinen Bergwerk. Da es zur Führungszeit keine weiteren Besucher gibt, bekommen wir die Führung ganz für uns. Wir grinsen über die Helme, die wir tragen müssen, aber nur so lange, bis wir in den niedrigen Gängen hin und wieder krachend mit dem Kopf gegen die felsige Decke stoßen. Ups! Das hätte Platzwunden bedeutet.

Im Bergwerk sehen wir Felsen, Wasser und an der Decke niedliche Fledermäuse. Außerdem beginnende Tropfsteine, die erst wenige Millimeter groß sind und in schätzungsweise einigen tausend Jahren richtig toll aussehen werden. In einem unterirdischen Saal wird Musik abgespielt, damit wir die großartige Akustik erleben können. Die Töne kommen gewaltig und beeindruckend von allen Wänden zurück. Ich finde es klasse. Erst als die Bergwerksführerin erwähnt, dass es diese Akustik auch damals gab, als stundenlang Steine abgehauen wurden und die Bergarbeiter den ganzen Tag in diesem Lärm arbeiten mussten, muss ich schlucken.

Draußen wartet ein halber Taucher am Auto. In den beiden unteren Sohlen des Bergwerks, die vom Grundwasser geflutet sind, kann man durch das Gängelabyrinth tauchen, was gerade einige Leute vorhaben. Vielleicht ist die erste Taucherhälfte auch schon mal vorgetaucht.

Als wir die naheliegende Burg Rabenstein ansehen wollen, ist die über den Winter geschlossen, so dass wir nur einen Gang drumherum machen. Da es die kleinste Burg Sachsens ist, ist der schnell gemacht.

Vielleicht kann ich in diesem Jahr mal eine ganze Woche Urlaub in Chemnitz machen, um noch mehr in der Umgebung anzusehen. Da gibt es noch einiges, das sich lohnt, und da nicht klar ist, wie lange der Sohn noch dort wohnt, sollte ich mich ranhalten.

          
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