Blog 597 - 06.10.2019 - Hände, Füße, Gelenke und unbekannter Kilometerstand

Hände, Arme, Finger, Beine, Füße, Zehen, Gelenke - das sind die Schwerpunkte der Woche. Ich bin nicht in der Ausbildung zur Chiropraktikerin, ich assistiere immer noch beim Puppenbau. Die in der vergangenen Woche angedachten "zwei, vielleicht drei" Tage ziehen sich massiv auch durch diese Woche. Neben dem Mitüberlegen, Ausprobieren und Beurteilen übernehme ich vorwiegend die frickelige Feinarbeit an den Puppenhänden und -füßen, den Armen, Beinen und Gelenken, was viele Stunden kleinteiliger Arbeit bedeutet.

Zwei Tage bin ich von morgens bis abends in der Werkstatt im Sauerland, zwei Tage lang mache ich Heimarbeit, was sich vor allem darin unterscheidet, dass ich weniger Auto fahre, der Gatte mich mal wieder sieht und ich stundenlang anstatt am Werkstatttisch vor dem heimischen Fernseher schnippel und nähe. Das fast pausenlose Arbeiten ist anstrengend, macht aber auch Spaß und ich freue mich, dass meine Puppenbaukenntnisse gut eingesetzt werden können. Es ist aber auch schön, dass die Figur am Ende der Woche vorerst fertig ist. Ein paar freie Tage, wie ich sie vor zwei Wochen schon geplant hatte, kann ich dringend brauchen.

Für die "12 Geschworenen" schaffe ich es, an einem Heimarbeit-Nachmittag eine Sonderprobe einzuschieben, um mit einem der Darsteller seine Rolle zu besprechen. Er hat eine wichtige Schlussszene, die wir nicht erst in der Probe ausprobieren wollen, und wir finden schnell den passenden Weg, wie er sie spielen kann.  

Dass der Kartenvorverkauf für die Vorstellungen inzwischen begonnen hat, macht mich kurz nervös. Wir können das Stück noch gar nicht spielen! Der kurzfristig eingesprungene Geschworene war auch noch auf keiner Probe. Ich weiß allerdings, dass es völlig normal ist, mit der Werbung und den Kartenreservierungen deutlich vor der Premiere zu starten, weil es anders sehr blödsinnig wäre. Beruhigenderweise haben wir heute eine mehrstündige Probe, bei der wir weiterkommen werden. Allerdings muss heute auch für das Plakat fotografiert und die Kostüme müssen besprochen werden. Noch ist aber keine Panik angesagt. Wir sind gut drin, es ist ein tolles Team und das wird alles gut hinkommen.

Völlig unbeeindruckt von zwölf Geschworenen oder kleinteilig genähten Händen sind die beiden langohrige Damen, die im Kaninchengehege einziehen. Sie kommen aus dem Tierschutz und sind "gebraucht", wie ich gerne sage. "Dann weißt du ja gar nicht, wie viele Kilometer die schon runter haben", sagt der Gatte, womit er völlig Recht hat. Aber egal wie ihr Kilometerstand ist, viel wichtiger ist, ob sie mit dem alten Kaninchen Toni eine harmonische Dreiergruppe bilden, die bei gutem Wetter rumläuft und sich im Winter eng zusammen ins Heu kuschelt. Bisher sieht es recht gut aus.

            
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