Blog 567 - 10.03.2019 - Bühnenbauplan, TV-Puppendouble und Konfettitests

Anstatt selber Karneval zu feiern, gucke ich mir die Fernsehübertragung der Kölner Schull- un Veedelszöch an. (Für Nicht-Rheinländer: Schul- und Stadtviertel-Karnevalsumzüge). Mehr als 100 Gruppen laufen mit und mittendrin meine beiden kaschierten Kopfbedeckungen. Sie laufen natürlich nicht selber, das tun meine Schwester und ihr Freund, die zu einer Gruppe Dom-Wasserspeier-Bauarbeiter gehören. Also Wasserspeier vom Kölner Dom, die Bauarbeiter sind. Weshalb sie Bauarbeiter sind und ob sie am Dom oder irgendwo drumherum bauen, habe ich nicht so ganz verstanden, aber die Gruppe sieht gut aus.

Ich freue mich als ich Schwester, Freund und Kopfbedeckungen im wuseligen Fernsehbild sehe. Alaaf!

Zuhause baue ich die Requisiten fürs Handpuppenstück fertig. Dann spiele ich das Stück das erste Mal durch. Mit passenden Puppen auf der Hand, griffbereiten Requisiten und starrem Blick ins Textheft, weil ich den Text noch nicht auswendig kann. Dass die Spielbühne fehlt, ist mir klar, aber überraschenderweise sind auch zwei Requisiten nicht vorhanden. Im Textbuch stehen sie groß und deutlich. Wie konnte ich die vergessen? Da muss ich in der nächsten Woche dann doch nochmal kleistern, kaschieren und bemalen.

Das Durchspielen klappt ansonsten sehr gut und ich komme ich auf etwa 25 Minuten Spielzeit. Wenn der Anfang, kleine Musikeinspielungen, richtige Auf- und Abgänge und schön ausgespielte Szenen dazu kommen, werde ich auf die gewünschten 35-40 Minuten kommen. Prima! Der Text, die Logik der Geschichte und der Spannungsbogen scheinen gut zu funktionieren. Ich glaube, das wird schön spannend und lustig!

In meiner Küche mache ich anschließend Konfettitests. Ich lache kopfschüttelnd über mich selber, denn es ist Außenstehenden schwer zu erklären, warum ich aus beruflichen Gründen ausgestanzte Papierreste aus meinem Locher hole, sie mehrfach quer durch den Raum katapultiere und danach immer wieder alles zusammenfegen muss. Einige Konfetti werde ich wohl auch in den nächsten Tagen noch in Ritzen, hinter der Mikrowelle und im Kühlschrank finden. Weil ich nicht so viel lochen kann wie ich testen muss und weil "professionelle" Konfetti vermutlich anders fliegen als Locherreste, schreibe ich "Konfetti" auf die Einkaufsliste. Das Leben einer Puppenspielerin ist spannend.

Mit Zollstock und Skizzen überlege ich den Bühnen-Bauplan. Wie breit und hoch brauche ich die Teile, damit ich stehend spielen kann und genau die richtige Menge Platz um mich herum habe? Was passt in mein Auto? Was kann ich gut alleine tragen und dann schnell und standsicher aufbauen? Ich möchte eine stabile, allein stehende Guckkastenbühne haben, in der ich mich und alle Spielutensilien unterbringen kann.

Am liebsten hätte ich oben aus dekorativen Gründen einen wunderschönen Aufsatz, aber die Bühne wird auch ohne Aufsatz schon 2,30 m hoch werden und bei mehr als 2,50 m Höhe kann ich in manchen Räumen Schwierigkeiten bekommen. Ob ich darum mal ohne, mal mit Aufsatz arbeiten will, weiß ich noch nicht. Eher nicht.

Ein TV-Produktion überlegt in einer Show Klappmaulpuppen einzusetzen und möchte darum einige kurze Probeszenen drehen. Weil es noch keine extra für die Show passenden Puppen gibt, - es soll ja erst entschieden werden, ob Puppen überhaupt eingesetzt werden -, werde ich vom beteiligten Puppenspieler gefragt, ob er mit meinen Puppen den Probedreh machen kann. Ich schicke Fotos einiger Puppen und die Produktion wählt zwei passende aus. Die beiden freuen sich, dass sie mal wieder was erleben, auch wenn sie nur Puppendouble sind.

Ich begleite die Ersatzschauspieler zum Dreh, gucke ihnen zu, reiche dem Spieler hinter der Spielleiste kleine Requisiten an und übernehme in einer kurzen Szene die zweite Hand beim Livehandspiel. Alles nichts Neues, nichts Aufregendes, aber es macht Spaß und weil ich weiß, was zu tun ist, kann ich den Spieler gut unterstützen. Backstage und hinter der Spielleiste bin ich immer gerne dabei. Sollten tatsächlich Puppenszenen in die Show eingebaut werden, was natürlich auch eine Drehzeit- und Kostenfrage ist, werden es nicht meine Puppen sein, sondern extra dafür gebaute. Meine beiden haben ihre Sache als Double aber prima gemacht.

Die Woche endet bunt. Ich habe acht Packungen bunte Konfetti gekauft, werfe verschiedene Sorten durch die Küche und teste sie auf Flugkraft, Rieselfaktor und optische Effekte. Falls ich sie nicht fürs Handpuppenstück gebrauchen kann, kann ich noch eine Menge Spaß damit haben.  

            
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