Blog 543 - 23.09.2018 - Schräge Ferien mit Katze und Ballett

Aus meinen Ferientagen werden "schulfreie Sommerferien", denn jetzt sind auch noch beide Jungs da und wir verbringen Zeit gemeinsam. Gleich der erste Ausflug geht in ein Puppentheaterstück für Kinder ab Vier. Kurz überlegen wir, ob beide erwachsene Jungs (beide über 1,80 groß) in der ersten Reihe sitzen dürfen, weil sie eindeutig Kinder sind, die von ihren Eltern begleitet werden, aber obwohl einer nickt: "Wir sind auf jeden Fall stärker als die anderen Kinder", setzen wir uns doch zu viert nach hinten.

Das Stück ist "Die gestiefelte Katze", gespielt von Daniel Wagner. Ich sehe es zum dritten Mal, einer der Söhne zum zweiten, die anderen Familienmitglieder sind beim Schauen ebenso vergnügt und begeistert wie wir. "Für Kinder ab 4" heißt nämlich nur, dass es ab da möglich ist, das Stück und den Humor in Ansätzen zu verstehen, aber um es richtig zu genießen, sollte man älter sein. Mindestens Sechs, finde ich, aber es ist kein Wunder, dass Daniel Wagner die "Katze" auch nur für Erwachsene spielt und die großartig unterhalten werden. Wir haben zu viert viel Spaß und finden, es ist ein gelungener Ausflug.

Was für mich meine Kinder sind, sind für meine Eltern ihre Enkel. Zur Feier des Tages "die Enkel sind endlich mal wieder da", und weil ein Geburtstag nachgefeiert wird, gibt es einen Kaffeetrinknachmittag. Das Wetter ist inzwischen kühler und es wird deutlich herbstlicher, aber der Tag ist warm und freundlich, so dass wir nochmal draußen sitzen können.

Mein Aufräum- und Verschönerungsdrang bekommt unglaubliche Züge. Vor einigen Wochen habe ich Gartenmöbel lasiert (braun), eine Holztür (blau-weiß), dann den Holzschuppen (silbergrau). Die letzte Aktion war das Streichen des Steinschuppens (blau-grün). Jetzt denke ich plötzlich: "Was ist mit der Fassadenfront?" und lege, zusammen mit dem Gatten, der gerade Urlaub hat, los. Schadstellen verputzen, vorstreichen, streichen. Wie gut, dass ich Ferien habe und so viel lange Liegengebliebenes erledigen kann.

Zu Ehren des 100. Geburtstag des Komponisten Bernd Alois Zimmermann gibt es in diesem Jahr Veranstaltungen und Konzerte. Auch in der Kölner Philharmonie wird er momentan viel gespielt, aber seine Musik ist nicht einfach zu konsumieren. Für mich wirkt sie "neu" und manchmal nah an der 12-Ton-Musik, damals war sie nach Meinung der "neuen" Musiker zu altmodisch und er wurde nicht überall anerkannt. Natürlich ist man jetzt dort, wo er geboren wurde und aufgewachsen ist, - was zufällig das Dorf ist, in dem ich wohne -, stolz darauf, das der "Bazi" von hier ist. Allerdings gibt es Geschichten, dass ihn früher Dorfkinder mit absichtlichem Geschrei durchs Fenster beim Komponieren gestört haben. Vermutlich die Eltern derer, die jetzt stolz darauf sind, dass Zimmermann aus dem Ort kommt, wobei die meisten von ihnen vermutlich nicht eins seiner Stücke komplett gehört haben.

Es gibt aber auch richtige Liebhaber der Musik und die veranstalten "Die Kugelgestalt der Zeit", ein Abend mit Gedichten, Musik und Ballett rund um Bernd Alois Zimmermann. Es gibt auch einige schräge Momente. Zum Beispiel, als ein Musiker einfach eine "Kunstobjekt-Kugel" zur Seite rollt, um an diese Stelle seinen Stuhl zu stellen, oder als die Jugend-Ballettgruppe noch eine halbe Minute lang ernsthaft und synchron ihre Choreographie fertig tanzt, obwohl die Musik schon zu Ende ist, weil das Tanztempo bei ungetakteter Musik nicht immer sicher einzuhalten ist, oder als am Ende der Ballettnummern plötzlich viele Zuschauer aufstehen und mitten im Programm den Saal verlassen, weil sie Balletteltern sind und nur abgewartet haben, bis ihre Kinder fertig sind. Ich genieße es und finde, dass es durchaus zur etwas schrägen Musik passt.   

Einen Tag verbringe ich in Trier, wo die Porta Nigra mit Topfpalmen davor und blauem Himmel dahinter sehr nach Urlaub im Süden aussieht. Während der Sohn Studienfreunde trifft, laufe ich durch die Stadt, trinke Kaffee und besuche das Spielzeugmuseum. Den Text des neuen Puppenstücks habe ich dabei, um ihn bei einer gemütlichen Pause in einem Café zu überarbeiten, aber die Cafés sind zu voll und dann macht es mir keinen Spaß. Ich muss schon Ruhe haben. Aber egal. Es sind ja Ferien und ich habe keinen Zwang.

Am Ende der Woche ist Premiere von "Love Letters" bei Szene 93 in Erftstadt. Sandra Priess und Ingo Rehling sind in den Rollen der beiden Briefeschreiber und machen das klasse. Ich glaube ihnen ihre gespielten Charaktere sofort. Sehr schön!

Nachdem ich letztens auf einem nahegelegenen Bio-Ziegenhof superleckeren Frischkäse eingekauft habe und mich dort überhaupt sehr wohl gefühlt habe, werde ich jetzt zum "regionalen Aussteller" und gehe mit meinen Kinderbüchern auf den dortigen Herbstmarkt. Am Sonntag, 7. Oktober gibt es von 11 bis 17 Uhr neben einem bunten Programm auch gurkentee-Kinderbücher auf dem Ziegenhof. Zusammen mit einem Becher Frischkäse doch ein perfektes Mitbringsel. (Ziegenhof Rösberg, Weberstr. 12, 53332 Bornheim Rösberg)

            
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