Blog 535 - 29.07.2018 - Ferien im Süden, in Düsseldorf und in Kuba

Sommerferien! An der Nordsee? In Spanien? Nö. Zuhause im Garten. Seit Wochen ist es ungewöhnlich heiß und trocken. Schon das tägliche Gießen des Gartens, bei dem ich barfuß und leicht bekleidet unterwegs bin, fühlt sich wie Ferien an. So ähnlich habe ich mich als Kind gefühlt, wenn ich im Sommer lange vier Wochen ungezwungen und zeitlos auf einem Campingplatz unterwegs war. Nur der Schwimm-See fehlt jetzt, aber der passt leider nicht in meinen schrägen Garten am Hang. Da würde das Wasser ja immer sofort rauslaufen.

Es wäre eine große Erleichterung, wenn es endlich mal wieder regnen würde, aber ich kann nicht leugnen, dass die Tage etwas von Urlaub im Süden haben. Dass ich oft nicht mal weiß, welchen Wochentag wir haben, ist ein gutes Zeichen. Der fast terminfreie Kalender holt mich völlig raus aus meinem normalen Leben. Ich merke, wie ich runterkomme, entspanne und die Zeit ohne Muss und Zeitdruck sehr brauchen kann. Früher habe ich oft Ausnahmen gemacht und hier und dort dann doch netterweise etwas für andere Leute gemacht, und am Ende hatte ich während meiner "Ferien" immer etwas zu tun, während sich andere Leute einfach abmeldeten und unerreichbar waren.

Im Liegestuhl liegen ist mir allerdings zu langweilig. Ich buddel die Kartoffeln aus der Erde, räume Werkzeuge um, binde die Rose hoch und sortiere Kram. Kreativ bin ich gar nicht. Mein neues Puppenstück liegt in der ersten Grobversion abwartend herum und das Kinderbuch ist nicht mal begonnen. Es fühlt sich aber alles richtig an. Die gurkentee-Truppe macht Pause. Im Übrigen ist es viel zu warm.

Aber Ausflüge mache ich. Wie bisher tageweise nach Düsseldorf. Beim Händler den bestellten Herd abholen, im Baumarkt die Lasur kaufen und dann doch nochmal durch die Ikea-Küchenabteilung wandern, um zu sehen, ob es eine neue Idee gibt, ehe die Schränke gekauft sind. Ich habe Zeit. Selbst das Tragen der Möbelteile in den vierten Stock und das Zusammenschrauben ist entspannt und gehört irgendwie zu den Ferien.

Außerdem gibt es einen Ausflug nach Kuba. "Carmen la Cubana" wird in der Kölner Philharmonie gezeigt - die Carmen-Oper von Bizet als kubanisches Musical. Es geht um Liebe, Leidenschaft und Eifersucht, alles mit viel Temperament, karibischen Rhythmen und einer vor Energie flirrenden Luft. Eine großartige Bigband spielt live und ich bin begeistert von der Musik, dem Tanzen, dem Gesang und den wunderschönen Bildern. Alles wirkt authentisch und mit Freude gemacht, und überall ist Kuba zu spüren. Dort ist es auch ganz normal, dass der große Macho weich und lässig die Hüften bewegen kann und trotzdem Macho bleibt.

Ich liebe es, wenn so kreativ mit dem Bühnenbild gespielt wird! Runde Tische werden mit fliegenden Tischtüchern gedreht und sind Tanzpartner, die Bigband ist plötzlich eine kleine Band in einer Bar, und vier Leute, die ein dickes Tau im Viereck halten, werden zum Boxring. Alles ist sehr klasse, abwechslungsreich und spannend. Weltklasseniveau. Und genau passend zu den heißen Temperaturen draußen.

            
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