Blog 534 - 22.07.2018 - Muskeln, Dürre und eine römische Katze

Meine Ferien verbringe ich zwischendurch in Düsseldorf. Morgens fahre ich hin, abends zurück. Der frisch umgezogene Sohn freut sich über meine Begleitung, denn nicht nur, dass ich ein Auto mitbringe, mit dem Möbelpakete deutlich einfacher zu transportieren sind als mit dem Fahrrad, wir können die Sachen auch zu zweit in den vierten Stock schleppen und gemeinsam zusammenschrauben. Es ist echt viel Schlepperei und die Einkaufliste sieht immer noch lang aus, aber wir haben Spaß zusammen und sind entspannt drauf.

Das Essen im schwedischen Möbelhaus muss übrigens nicht mit einem Inbusschlüssel zusammengeschraubt werden. In der Kaarster Filiale gibt es sogar frisch Gebratenes aus dem Wok. Das Essen besänftigt die leichte Sorge, ob Schrankteile mit mehr als 190 cm Länge tatsächlich gleichzeitig mit Fahrer und Beifahrer ins Auto passen. "Wird schon irgendwie", ist das gesättigte Fazit, und es wird tatsächlich.

Seit vielen Wochen ist das Wetter hochsommerlich heiß. Prima für Sommerferien am Meer, aber für den Garten inzwischen kaum noch zu verkraften. Früh morgens oder spät abends laufe ich im Garten herum und gieße. Langsam verzweifel ich, weil es immer noch nicht regnet. Die Regentonnen sind schon lange leer, und wenn ich nicht täglich die Überlebens-Minimum-Wassermenge geben würde, wäre der halbe Garten verdorrt. Als es an einem Abend plötzlich regnet, - so unerwartet, dass ich rausrennen und einige regenempfindliche Sachen ins Trockene bringen muss -, bin ich hocherfreut. Es ist nicht so, dass es ausreicht, aber es gießt für einige Minuten doch relativ kräftig vom Himmel und das erspart mir einen Tag selber gießen.

Danach geht es heiß und sommerlich weiter. Jeden Tag volle Sonne. Im Grün der Bäume und Sträucher erscheinen in zunehmendem Tempo gelbe Blätter und meine frühere Wiese sieht aus wie trockenes Heu. Was es inzwischen auch ist.

Der Katze ist es egal. Sie kommt, wirft sich aufs Heu und guckt mir entspannt beim Werkeln zu. Zweimal habe ich sie schon versehentlich gegossen, als sie in meiner Nähe lag. Manchmal kommt es mir vor, als wäre sie ein wiedergeborener Römer, der im früheren Leben mit einem Glas Wein auf einer Liege gelegen und dem Unterhaltungsprogramm seiner Sklaven zugesehen hat. Oder es ist eben einfach eine normale Katze. Genau genommen ein Kater, aber bei uns ist er "die Katze".

Ziemlich gemein finde ich, dass ich am Ende der Woche in Düsseldorf wegen eines äußerst heftigen Wolkenbruchs mit sehr viel Regen vom Außen- in den Innenbereich eines Restaurant wechseln muss, während es zur gleichen Zeit, 60 km entfernt, keinen einzigen Tropfen in meinen Garten regnet. Und für die nächste Woche sind noch heißere Temperaturen angesagt.

            
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