Blog 531 - 01.07.2018 - Gregor Meyle, Baumgehäcksel und Butter im Haar

Am Sonntagvormittag gehe ich zum Kunstparcours in Erftstadt-Lechenich, der im Park entlang des Wassergrabens aufgebaut ist. Im letzten Jahr verliebte mich in dort ausgestellte, rot leuchtende Mohnblumen und in kleine, skurrile Vögel aus glasiertem Ton. Eine unglückliche Liebe, denn ich hatte kein Geld dabei und musste sie mangels Bezahlmöglichkeit zurücklassen. In diesem Jahr nehme ich Geld mit und meine Mohnblumen und die Vögel sind tatsächlich wieder da. Diesmal dürfen sie mitkommen und in meinen Garten ziehen.

Von der Ausstellung geht's gleich weiter zu einer kleinen Garten-Einladung einer Freundin. Ursprünglich sollte das bestandene Abitur ihres Sohnes gefeiert und er vor seiner unmittelbar bevorstehenden, sehr langen Weltreise verabschiedet werden. Außerdem steht auch sie selber vor einer Drei-Monats-Rucksack-Ferienreise. Kurzfristig hat der Sohn jetzt seine Weltreise abgesagt. Damit bleibt: Er hat das Abi und Mama fährt drei Monate in Urlaub. Das reicht zum Feiern.    

Ich kann allerdings nur kurz dabei sein, weil ich von dort weiter zum Kölner Eltzhof fahre, wo Gregor Meyle ein Konzert gibt. Ein sommerliches Open Air in der Mitte eines alten Vierkanthofes. Dass die Stadt Köln den Beginn des Konzertes aus Lärm-Emissionsschutzgründen auf 18 Uhr vorverlegt hat, damit bis 22 Uhr nicht nur das Konzert, sondern auch der Lärm des Abbaus vorüber ist, finde ich gut. Da bin ich voll auf Seiten der Anwohner, die nicht unbedingt spät abends noch Konzerte anhören wollen. Vor allem, wenn sie die Musik nicht selber wählen dürfen. Ein früher Beginn ermöglicht den einen das Konzert mit ihrer Lieblingsmusik und den anderen ihre Ruhe.

Da ich vor Konzertbeginn recht früh da bin, finde ich noch einen Platz in der ersten Reihe. In letzter Zeit passiert mir das öfter, auch wenn ich sonst gar nicht so weit nach vorne will. Diesmal habe ich aber Lust darauf, nicht nur, weil ich mich nach dem Herumlaufen und Stehen beim Kunstparcours und der anschließenden Steh-Gartenparty für die weiteren Stehkonzert-Stunden am Geländer aufstützen kann. Die Leute um mich herum wurden übrigens nur nachträglich auf dem Bild unscharf gemacht, weil ich mit den neuen Datenschutzregeln mal lieber nichts riskieren will. In Wahrheit waren die deutlich zu erkennen.

Das Konzert ist wunderschön und toll wie immer. Die Stimmung ist klasse, die Musiker haben merklich Spaß und am Ende kniet Gregor dankend vor seinen großartigen Kollegen. Die sind fast alle Musiker bei der VOX-Sendung "Sing meinen Song", und wer die Sendung kennt, weiß, wie großartig sie sind. Hach, Gregor Meyle - so ein netter, herzlicher Mensch, so schöne Lieder und so eine tolle Stimme!

Zuhause bin ich immer weiterhin viel im Garten unterwegs und kümmere mich auch endlich um Bereiche, die schon seit Jahren darauf warten. Hinter dem Grillhaus ist alles verwildert und von Brombeerranken durchzogen. Da sollen mal Büsche als Sichtschutz hin und ich beginne mit dem Entfernen der Ranken. Aus einer anderen Ecke räume ich Mengen von trockene Ästen und Baumresten, zerteile sie und stecke die schmaleren Teile in den Häcksler. Einen Zaun, den wir sehr spontan kaufen und aufstellen, lasiere ich. Obwohl ich kaum Termine habe, bin ich durchgehend beschäftigt.

Zwischendurch mache ich Teepausen. Eine Tasse Tee, ein Stück selbstgebackener Kuchen mit Johannisbeeren aus dem Garten und ein Buch passen perfekt zusammen. Ach ja, mein Tipp des Tages: Baumharz im Haar lässt sich mit Butter entfernen. Kein Witz! Ein kleines Stückchen Butter ins klebrige Harz massieren, das Gelächter des Gatten, der zusieht, wie ich mir Butter auf den Kopf reibe, einfach ignorieren, Haare mit Schampoo waschen ... voilà, saubere Haare ohne klebrige Stellen. Ein Internettipp, der funktioniert und mich davor bewahrt, die verklebte Stelle nah am Scheitel rausschneiden zu müssen.

Heute beginnt der Juli und damit mein Urlaub. Ja, ich weiß, ich hatte schon in den letzten Wochen ständig ein Sommerferien-Gefühl, weil ich weniger Termine hatte. Das hat mir gut gefallen und vor allem gut getan, so dass ich es jetzt noch verstärke. Ich mache private Sommerferien. Im Juli und im August. Und vielleicht auch noch im September. Das bedeutet, dass ich Zeit für eigene Sachen habe, dass ich mir nicht viele neue Termine mache, dass ich nicht immer einsetzbar und nicht immer erreichbar bin. Manchmal werde ich einen ganzen Tag lang unterwegs sein, manchmal im Garten verschollen und manchmal tagelang in irgendwelchen kreativen Werkeleien versunken. Das Tolle ist: Es gibt nichts, was ich in meinen Ferien machen MUSS, aber vieles, was ich machen KÖNNTE. Langweilig wird es ganz bestimmt nicht.

            
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