Blog 530 - 24.06.2018 - Termine und Ferien-Auszeit

Kaum ist der Theater-Frosch eingepackt, ist die Buch-Giraffe dran. Ich mache vier Giraffen-Lesungen an einer Grundschule, was bedeutet, dass ich etwa drei Stunden am Stück als Alleinunterhalterin vor viermal 80 Kindern stehe. Normalerweise merke ich, dass meine Stimme in der vierten Lesung leicht rauh ist, diesmal könnte ich gleich noch eine fünfte Lesung dranhängen. Die Stimme hält. Kindern und Lehrpersonal gefällt es sehr gut, und ich bekomme verstärkt Lust, doch mal wieder aktiv an ein neues Kinderbuch zu gehen. Aber erst nach dem neuen Puppenstück. Oder davor?

Bei Szene 93 ist ein neues Theaterstück geplant und ich war vor einigen Wochen beim ersten Lesen dabei und habe zugesagt, dass ich mitspielen würde. Jetzt wird es konkret und ich stelle fest, dass ich mir damit doch tatsächlich Probetermine in den Juli und den August hole. Das ist blöd, denn da plane ich zwei freie Monate, eine Art Ferien-Auszeit, in der ich gemütlich und ungebunden an eigenen Projekten werkeln kann. Jeder feste Termin im Kalender verlangt, dass ich auf das Datum und die Uhrzeit achte. Um Proben-Auszeit bis September zu bitten, würde vermutlich Schnappatmung auslösen, denn da die Premiere im November ist, wird es sowieso schon etwas knapp.

Na, jetzt bin ich drin und habe mir quasi selber ein Freizeitbein gestellt. Da ich meine Rolle aber recht klein vermute, werde ich in den ersten Probewochen vielleicht gar nicht so häufig dabei sein. Vermutlich freue ich mich dann sogar, zwischendurch auch mal Leute zu treffen, denn ich werde viel Zeit alleine verbringen. Schon seit längerem habe ich Lust, mal wieder Theater zu spielen. Am liebsten in einer schnellen, witzigen Komödie. Dass es jetzt ein tiefernstes Drama wird, ist schon wieder originell.

In Baumärkten und Möbelhäusern werde ich in den nächsten Wochen ebenfalls sein, denn bei einem Sohn steht ein Umzug an. Ich messe mit ihm schnell die neue Wohnung aus, in die der Hausmeister uns netterweise lässt, dann kann er schon mal überlegen, was für Möbel er haben möchte und ob die überhaupt reinpassen.

Gleich danach steht woanders das Streichen des Wohnzimmers an. Ich räume Gläser aus dem Schrank, hänge Bilder ab und entferne Fußleisten. Das Ausräumen und Abkleben dauert, wie immer, bedeutend länger als das eigentliche Streichen. Ziemlich schnell wird dann aus dem alten, etwas nervigen Wandgelb ein neues, stylisches Wandhellgrau.

Kaum ist die Farbe trocken, kommen Bilder und Fußleisten an ihre Plätze zurück. Die Gläser räume ich in der nächsten Woche wieder in die Schränke, da habe ich mehr Zeit.

Nach dem Streichen geht es in den Kölner Stadtwald, wo das legendäre Fußballsaufen stattfindet, das sich bedenklich anhört, aber ganz harmlos ist. Viele große und kleine Leute rennen hinter dem Ball her, während die anderen zugucken, quatschen und grillen. Schön, dass ich da immer wieder Leute treffe, die ich lange nicht mehr gesehen habe.

Zuhause wächst mein Weinberg. Aus den fünf schmalen Setzlingen (siehe Blog 522) sind schon kräftige Pflanzen geworden. Um Erntehelfer muss ich mich allerdings nicht kümmern, denn es gibt nur eine einzige Traube mit etwa zwanzig Beeren. Das ist im ersten Jahr aber normal. Vermutlich muss ich im nächsten Jahr eine ganze Woche für die Weinlese einplanen. Das hält mich momentan davon ab, noch weitere Weinpflanzen zu holen. Erstmal sehen, wie ich mit den gewaltigen Erträgen der nächsten Jahre klar komme. Muss ich mir noch einen Traktor kaufen? 

            
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