Blog 529 - 17.06.2018 - Vierzig Räuber und ein Betriebsausflug

Am Sonntagnachmittag steht der Frosch auf der Bühne. Im Theater Scaramouche, das unter dem Mendener Hallenbad liegt. Ungünstigerweise ist das Wetter schon morgens sommerlich heiß, was spontane Was-mach-ich-heute-Überleger eher INS als UNTERS Schwimmbad treibt. Dementsprechend ist es unten nicht sehr voll. Günstig für die Besucher, die gekommen sind, denn die sitzen alle mit gutem Blick in den vorderen Reihen. Dumm gelaufen für die Nicht-Besucher, denn die verpassen tatsächlich den Frosch. Sommerwetter gibt es in Menden öfter als einen Frosch, der zum Prinz wird.

Auch wenn der Aufwand groß ist und alleine das Ein- und Ausladen, Schleppen und Auf- und Abbauen der Bühne wie ein halber Umzugstag ist, freue ich mich, dass ich den Frosch spielen kann. Und das auch noch im Theater Scaramouche, in dem ich schon mehrere Produktionen angesehen habe und jetzt auch mal selber auf der Bühne stehen darf. Außerdem war ich immer schon neugierig, wie es wohl in der Garderobe aussieht. Das alleine wäre schon ein Grund gewesen, ein Stück zu inszenieren und dort zu spielen. Nicht ganz. Aber fast. 

In der Vorstellung fliegen Frösche durch die Gegend, einer wird geküsst und zum Prinz, die französische Schneiderin kurbelt an ihrer Maschine, die Fernsehszene sorgt für Vergnügen und alle Puppen sind pünktlich an ihrem Platz, treten in der richtigen Reihenfolge auf und wissen ihren Text. Wenn mal nicht wortgetreu, dann sofort so ähnlich. Am Ende gibt es vom Publikum Applaus und sehr schöne Rückmeldungen. Nach einem langen Tag fahre ich mit der ganzen Truppe gut gelaunt nach Hause.

Dort ordne ich die Froschrequisiten in Kisten und räume sie mit den Bühnenelementen an ihren Lagerplatz. Dann baue ich einen drehbaren Warenaufsteller zum Puppenständer um. Weil seit dem Zuwachs zur Jubliäumsshow nicht mehr alle meine Puppen ins Regal passten, lagen einige in den letzten Wochen quer übereinander gestapelt. Das geht natürlich nicht! Jetzt stehen fast zwanzig Puppen vorbildlich präsentiert auf dem Ständer und die restlichen wieder locker im Regal. Für die nächsten zehn hätte ich auch noch Platz. Prima.

Bald könnte ich "Ali Baba und die vierzig Räuber" spielen. Zumindest von der Schauspieleranzahl her. Wenn ich mir die Kollegen so ansehe, sieht es aus, als hätten sie Lust drauf. Das könnte ein Hammerstück werden! Allerdings würden schon zehn Minuten Spielzeit draufgehen bis alle nacheinander auf der Bühne wären und das Publikum sich vom Lachanfall wieder beruhigt hätte.

Am Ende der Woche bin ich bei einer kleinen Feier in einem Biergarten am See und mir fällt auf, dass die Firma gurkentee schon lange keinen Betriebsausflug mehr gemacht hat. Das sollte ich in diesem Sommer unbedingt machen! Die Frage ist, ob ich mir einen Bus miete und auch alle Schauspieler-Puppen mitnehme, oder ob ich nur mit allen Mitarbeiterinnen von der Autorin über die Illustratorin, die Puppenbauerin, die Sekretärin, die Bühnenbauerin bis hin zur Puppenspielerin unterwegs bin. Da würde dann ein Fahrrad reichen.

            
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