Blog 525 - 20.05.2018 - Frosch, Regenwald und Geschwister Pfister

Der Frosch taucht wieder auf. Wie vertraut! Es quakt, schreit und zischt im Wohnzimmer an der Probebühne, und bei jedem Durchgang der Szene ist der Frosch wieder überrascht, wenn die Prinzessin ihn küsst und er zum Prinzen wird. Ich stelle fest, dass er mir sehr ans Herz gewachsen ist und ich mich immer wieder gerne mit ihm und seiner Geschichte beschäftige.

Der Text sitzt auch noch erstaunlich gut, aber ich weiß nicht mehr genau, wo ich welches Requisit untergebracht hatte. Nach und nach kommen sie dazu, und während ich mit dem Kopf manchmal noch angestrengt überlege, wo etwas lag, greift die Hand beim Spielen ganz von alleine in eine Ecke oder an einen Haken. Ah! Da war die Stelle! In drei Wochen spiele ich den Frosch im Theater Scaramouche, in Menden im Sauerland. Ich freue mich schon sehr! Wer also einen netten Sonntagsausflug machen möchte: Vormittags an der Möhnetalsperre wandern, nett Mittagessen gehen und um 16 Uhr in Menden ins Theater kommen ...

Nach den vielen Sommer-Sonnentagen regnet es jetzt zwischendurch heftig, was für die Pflanzen perfekt ist und mich nicht davon abhält, in den Regenpausen weiter im Garten zu werkeln. Sogar wenn es regennass ist und leichter Nebel unter den Bäumen hängt, bin ich gerne unterwegs. Zu tun ist sowieso immer etwas. Aber ich nenne es nicht Garten-Arbeit, ich bezeichne es als "gärtnern", was viel besser darstellt, dass es für mich Freude und Entspannung ist. Ich sollte mir vornehmen, im April und Mai grundsätzlich nicht erreichbar zu sein, um tagelang im Garten verschwinden zu können.

Am Freitagabend bin ich im Bonner Pantheon bei den "Geschwister Pfister". Mit ihnen geht es in die deutschen 50er-Jahre und von dort in den Italienurlaub. Das Programm kenne ich schon und freue mich sehr, es nochmal zu sehen. In der liebevoll gemachten Show gibt es Lieder, Kleidungsstile und sogar Klappstühle, die Erinnerungen aus meiner Kindheit sind und mich sehr berühren oder großen Spaß machen. Dass Fräulein Schneider zu Beginn der Reise einen Rock trägt, der ganz ähnlich aussieht wie die Übergardinen, die meine Eltern zur Zeit meiner frühen Kindheit hatten, finde ich immer wieder gut.

Nach zwei Stunden mit viel tollem Gesang und Tanz und wunderbarer Musikbegleitung finde ich, dass die Woche nicht schöner hätte enden können. Die Pfisters und das Jo Roloff-Terzett sind einfach großartig!

Aus meiner eher einsamen Beschäftigung mit dem Garten und dem Frosch komme ich heute mal kurz raus, backe viel Kuchen, besorge Grillzeugs und bekomme Besuch von meiner Familie. Das ist endlich ein Grund, dass ich im Garten auch mal rumsitze und die Sitzgelegenheiten nutze. Falls es regnen sollte ist eines sicher: Ins Wohnzimmer können wir nicht, da steht die riesige Probebühne. 

            
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