Blog 524 - 13.05.2018 - Gartenzeit und schöner wohnen für Puppenspieler

Seitdem ich so viel im Garten buddel, bin ich steinreich. Also reich an Steinen. Inzwischen sammel ich schon während des Grabens viele kleine, mittelgroße und große Steine raus, womit die Qualität der Erde sofort verbessert wird, weil der prozentuale Anteil an feinkrümeligem Material, in dem etwas wachsen kann, deutlich steigt. Aber was kann ich mit dem inzwischen kleinen Berg von Steinen machen? Gibt es ein Hobby, bei dem ich viele Steine brauchen kann? Nein, ich möchte keine Steinmännchen kleben und mit Plakafarben bunt bemalen.

In Düsseldorf schlender mit meinem Sohn bei schönstem Sommerwetter über einen riesigen Flohmarkt. Nach zwei Stunden herumlaufen haben wir immer noch nicht alle Stände gesehen. Fast hätte ich einen sehr kitschigen Zimmerbrunnen gekauft (zu schwer), fast ein Ölbild mit dem Bingener Mäuseturm (zu groß) und fast ein Bild mit einer Kuh (kein Verkäufer in Sicht, der den Preis hätte nennen können).

Stattdessen kaufe ich ein kleines gedrucktes Wandbild "Mönch mit Jesuskind" und eine große Zinkwanne. Wo ich das Bild hinhängen kann, weiß ich nicht, aber die Zinkwanne wird mein Gartenteich. Der muss eine Uferzone für Pflanzen haben und eine Kletterhilfe für zufällig - oder blöderweise - reingefallene Tiere. Darum lege ich Steine rein. Hurra! Die ersten sind verwendet.

In dieser Woche bin ich tagelang im Garten unterwegs. Es tut mir mal gut, dass ich ganz zeitlos bei Sonne und Meisengepiepse in aller Ruhe vor mich hin werkeln kann. Andere fahren zum Entspannen ins Wellness-Hotel, ich gehe alleine in den Garten. Da schneide ich die Buchsbäume, streiche Türen, streichel die Katze, lasiere Tische, hacke Unkraut, gieße kleine Erbsenpflanzen und beobachte die erste Libelle am Zinkwannen-Teich. Wunderbar.

Zwischendurch räume ich ächzend die vielen Frosch-Bühnenteile aus ihrem Winterquartier. Bis auf zwei abgefallene Leisten haben sie die Zeit dort gut überstanden. Einige Teile wandern sofort weiter in den Schuppen, wo es einen neu geschaffenen Bühnenlagerplatz gibt, die anderen Teile baue ich im Wohnzimmer auf.

Man kann nicht sagen, dass sich das Wohnzimmer für die Dekoration mit einer großen Puppenspielbühne eignen würde. Aber der Frosch muss proben und braucht dazu seinen vertrauten Platz. Eine andere Lösung gibt es nicht. Selbst diese Lösung ist nicht perfekt, denn es ist nur Platz für die halbe Bühne da und ich muss beim Proben ein wenig improvisieren. Eine klotzige Bühne im Wohnzimmer ist aber SCHÖNER WOHNEN für Puppenspieler. In meinem Fall ist das nicht mal falsch. 

            
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