Blog 522 - 29.04.2018 - Hammerarm, Rebschnitt und Gurkensandwichs

Obwohl der Kalender nur wenige Einträge vorweist, bin ich durchgehend beschäftigt. Hier etwas besorgen, da etwas erledigen, dort jemanden zum Arzt begleiten, hier mal kurz helfen und wenn ich schon in der Gegend bin, fahre ich schnell noch beim Baumarkt vorbei. In den Zeiträumen, in denen ich zuhause bin, räume ich im Garten auf, suche meine Steuer-Sachen zusammen, schleppe Betonplatten vom Auto den Hang hoch bis in den Hof, spreche mein Froschstück mit dem geänderten Text laut vor mich hin, hänge Wäsche auf und fahre schon wieder irgendwohin los. 

Die Hantieren mit Betonplatten, Pflanzsteinen, Splitsäcken und Spitzhacke gefällt meinem rechten Arm nicht besonders gut. Seitdem ich vor drei Wochen mit einem schweren Hammer Beton weggehämmert habe, merke ich, dass er jetzt bei Belastung leise meckert. Er droht sozusagen zum Tennisarm zu werden, obwohl er dann ja ein Hammerarm wäre. Ich nehme sofort Rücksicht auf ihn und arbeite deutlich langsamer und bewusster, denn mir fällt ein, dass ich in wenigen Wochen mein Puppenstück spielen werde und es ungünstig wäre, wenn ich dann einen Arm nicht heben könnte.

Immerhin ist der Weg hinter dem Schuppen jetzt fertig und die weiteren Pflaster-Arbeiten verschiebe ich auf irgendwann später. Dass ich noch vor dem Puppenstück ein Steinhau-Wochenende habe, an dem ich stundenlang an einem Tuffstein herumhauen will, scheint etwas ungünstig. Wenn ich es als eine Art Trainingslager für den Muskelaufbau im rechten Arm nehme, passt es vielleicht. 

Mit der Post kommen meine fünf Weinpflanzen, die ich sofort in meinen Vorgarten, ach nee, "Weinhang" setze. Mal abwarten, wie sie dort die Sonne, den Wind und den Winter verkraften. Und mal sehen, wie sie meine künftigen Erziehungsschnitte überstehen. Bisher gehe ich optimistisch ran. Den Schnitt der Reben müsste ich eigentlich im Blut haben, denn ich habe als Vorfahren Weinbauer an der Mosel und bin somit familiär vorbelastet. Vermutlich muss ich gar nichts mehr nachlesen, sondern die Gene wissen, sobald sie vor dem verwucherten Weinstock stehen, was sie machen müssen. Ich bin gespannt.

Am Wochenende geht's raus aus den Bauarbeiterklamotten und rein ins lange Kleid, denn ich werde eine britische Dame und treffe mich mit britischen Verwandten zu einem abendlichen Krimidinner. Die Namen und verwandtschaftlichen Beziehungen sind mal wieder so kompliziert, dass ich mich vorher frage, wie ich den Mörder rausfinden soll, wenn ich nicht mal geregelt kriege, wer wer ist. Egal. Einer ist tot, jeder könnte es gewesen sein, es gibt lecker Essen und am Ende die Auflösung, Tee und Gurkensandwichs.

            
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