Blog 519 - 08.04.2018 - Jahrhundertwende und Pantheon-Reichow-Behandlung

Am Sonntagnachmittag geht es ins alte Köln. Zurück in die Jahrhundertwende, wo es eine Fahrt mit einer elektrischen Bahn am Rhein entlang bis zum Alter Markt gibt. Möglich ist das beim Kölner "Time Ride", bei dem zwar die Straßenbahn nicht vom Fleck kommt, VR-Brillen aber einen Eindruck der Fahrt möglich machen.

Das Rahmenprogramm mit alten 3D-Bildern und einem Film über die wichtigen geschichtlichen Stationen der Stadt ist etwas behäbig und könnte deutlich besser gemacht werden, aber die Fahrt mit der dicken Brille vorm Gesicht ist schon ein Erlebnis. Mir gefällt es. Seit ich vor vielen Jahren mit den Wise Guys mal das Star-Trek-Video in einem Nachbau der Enterprise-Kommandobrücke gemacht habe, bin ich innerlich davon überzeugt, dass ich schon mal auf der Enterprise war. Jetzt kann ich meinen Urenkeln berichten, dass ich auch schon zur Jahrhundertwende mit einer elektrischen Straßenbahn in Köln unterwegs gewesen bin. Die werden mich dann sowieso für so alt halten, dass sie das nicht infrage stellen.

Da ich einen Sohn habe, der im VR-Bereich arbeitet, ist eine virtuelle Welt für mich nicht neu und ich habe schon aufregende Sachen erlebt. Leider sind die Bilder beim TimeRide nicht knackescharf und die Männer haben einen seltsam schleppenden Gang, aber der Rundumblick ist trotzdem sehr schön und eindrucksvoll. Und vielleicht lief man zur Jahrhundertwende ja so. Ich mag es sehr, dass die Hirnzellen sich tatsächlich mit dieser scheinbaren Welt beschäftigen, als wäre sie real vorhanden.

Im Garten kommen überall Blumen raus, die ich im letzten Herbst irgendwo als Zwiebeln in der Erde versenkt habe. Jede Woche eine neue Überraschung - wie schön! 

Ich brauche mal wieder Treppenstufen und schmale Wege. Dafür schleppe ich Betonplatten und Split aus dem Baumarkt in den Garten und dort eimerweise schwere Erde von da, wo sie zu viel ist, an andere Stellen, wo langsam Erdhügel entstehen. Nach einigen Tagen schmerzt plötzlich meine Bauchdecke bei jeder Anstrengung. Aber so richtig. Blinddarmdurchbruch? Muskelstrang-Perforation? Bauchdeckenriss? Frühgeburt? Das Internet schlägt mir viele Möglichkeiten vor.

Ich mach erstmal Pause und gehe ins Bonner Pantheon zum Programm "Lust" von Lars Reichow. Im Theater sitzen, Rhabarberschorle trinken und Lars Reichow zuhören - von dieser Behandlung steht im Internet nichts, aber sie hilft perfekt. Ich lache viel, höre der schönen Singstimme zu, genieße das kurzweilige Programm und fühle mich wohl. Das neue Pantheon, das es schon mehr als ein Jahr gibt, in dem ich aber erstaunlicherweise zum ersten Mal bin, gefällt mir sehr gut. Liebevoll eingerichtet und mit warmer, herzlicher Atmosphäre. Ich mochte das alte Pantheon im Keller sehr und habe dort viele Programme gesehen und viele persönliche Erinnerungen an legendäre Abende. Das neue Pantheon auf der anderen Rheinseite ist anders, aber ebenfalls etwas Besonderes.   

Am nächsten Tag zeigt sich, dass die Pantheon-Reichow-Behandlung gewirkt hat und ich wieder Betonplatten legen kann. Vielleicht gebe ich das mal als Heilungstipp ins Internet.

Am Ende der Woche liegt der erste Abschnitt des neuen Aufgangs fest auf dem Boden. Es ist noch einiges zu tun, aber in der nächsten Woche werde ich erstmal feinmotorisch beschäftigt sein. Also nicht 22-kg-Betonplatten in gebeugter Haltung einpassen, sondern am Tisch sitzend im Millimeterbereich arbeiten. Da kommt viel Neues auf mich zu, denn ich bin ja sonst eher der Hau-ruck-passt-schon-Typ.

            
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