Blog 518 - 01.04.2018 - Bunte Farben und grobe Erdbewegungen

Die alte Haustür unserer früheren Nachbarn habe ich vor dem Container gerettet, in dem sie als Schrott landen sollte. Meine damalige Idee: "Die setz ich mir in die Schuppenwand ein. Mit ihrer bunten Bleiverglasung wird sie wunderschönes Licht reinbringen." Mehr als ein Jahr lang stand sie seitdem notdürftig abgedeckt im Regen und ich war mir schon nicht mehr sicher, ob sie das übersteht und ob das mit dem Einbau irgendwie klappen wird. Aber jetzt ist sie drin.

Von außen sieht sie eher unscheinbar aus. Eben wie eine alte Tür. Sie hat noch ihren Briefkastenschlitz, aber sie kann nicht mehr geöffnet werden, weil sie fest verschraubt ist. Auf den ersten Blick altmodisch, von innen der Hammer! Aus der Tür wurde ein Fenster. Ein leuchtendes Buntglasfenster. Mit Briefkastenschlitz. Was für Farben! Ich freue mich darüber, sobald ich den Schuppen betrete.

Sollte ich jemals auf die Idee kommen in meinem Schuppen ein Café zu eröffnen, werde ich den Teetisch genau vor das bunte Fenster stellen.

Wenn ich nicht im Schuppen stehe und mich über die Farben freue, verbringe ich die Zeit weitgehend draußen im Garten. Selbst bei Regen entferne ich Unkraut, setze kleine, mittelgroße und große Büsche um, grabe Lilienknollen ein und bringe die ersten Sommerpflanzen aus ihren Kellerquartieren an die frische Luft. Es gibt drei sichere Anzeichen, dass der Frühling beginnt: Die Vögel zwitschern laut, das Unkraut sprießt und meine Hände sind erdverdreckt.

Kreativität und Feinmotorik sind bei mir gerade wenig gefragt, es geht um Erdbewegungen, Äste schleppen und Umpflanzungen. Meinem Kopf und den Hirnzellen scheint der Urlaub aber mal ganz gut zu tun und die Muskeln freuen sich über die viele Bewegung.

            
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