Blog 510 - 04.02.2018 - Viel Aufwand und aufkommende Ideen

Schon wieder male ich Schilder, diesmal als Requisiten für die Puppennummer. Die Schilder werden etwa fünf Sekunden lang zu sehen sein. Was für ein Aufwand! Aber ich finde, wenn es für die Show gut ist, sollte ich nicht die Arbeitszeit für das Ausschneiden, Grundieren und Beschriften gegen fünf Sekunden Auftritt aufrechnen. Vielleicht sind es auch nur vier Sekunden Auftritt, dann wird es noch ungünstiger. Aber ich kann so ein blödes Schild auch nicht zehn Minuten wortlos hoch halten, damit sich die Arbeit gelohnt hat.

Mit der Livehandpuppe gehe ich den Text durch. Es ist wichtig, dass auch sie ihn auswendig kann, nicht nur ich. Bis zur Show werde ich eine berufserfahrene Moderatorin aus ihr machen. Spaß macht mir das sowieso alles viel.

Im Renovierungs-Projekt "Gäste-WC", das mit einem simplen Anstreichen der Wände begann, wurde in der letzten Woche angedacht, ob die kleinen Boden-Fliesen nicht doch entfernt und durch neue ersetzt werden sollten. In dieser Woche haue ich sie schon weg. Als ich auch die mehrfach überstrichenen Holzfußleisten entfernen will, stelle ich fest, dass es Betonleisten sind, die fest mit der Wand verbunden sind. Also geht rausreißen nicht, ich muss sie abschmirgeln. Och nee!

Beim Fliesenhauen zeigt sich, dass der vermeintlich seit den 50er Jahren unberührt gebliebene Bodenbelag doch wohl erst in den 70er Jahren gelegt worden ist. Hätte mir eigentlich klar sein müssen, denn die braune Farbe passt zum schlechten 70er Geschmack und nicht zum klaren 50er. Unter den Fliesen befindet sich ein roter Fußboden, der in graugrüne Beton-Fußleisten übergeht. Als ich die Originalfarben freilege, freue ich mich vermutlich genauso wie ein Altertumsforscher, der in Köln beim Graben römische Wandmalereien entdeckt. Unter Fliesen und Farbschichten habe ich plötzlich den Blick in die echte Vergangenheit.

Die Farben erinnern tatsächlich an eine römische Therme, aber da der Raum nur ein Quadratmeter groß ist und sich darunter auch keine römische Fußbodenheizung befindet, ist es fraglich, ob dort früher Römer ihr Bad genossen haben. Darum werde ich das Gäste-WC wohl nicht als antike Stätte zur Besichtigung freigeben. Ich will auch Fragen vermeiden, warum denn in den 50er Jahren einfach ein Haus um diesen historischen Raum herum gebaut wurde.

Mein Zumba-Kurs, zu dem ich hochmotiviert fahre, fällt in dieser Woche aus. Wie blöd, wenn man das erst erfährt, wenn man dort schon eine Viertelstunde wartend vor der Tür sitzt. Ich packe die Sporttasche wieder ein und fahre stattdessen zum Baumarkt. Fliesen gucken. Am nächsten Morgen habe ich Muskelkater. Auch ohne Zumba. Der kommt vom Liegend-Farbschichten-an-Fußleisten-abkratzen. Das auch noch ohne Musik.

Es gibt eine letzte gemeinsame Puppenprobe, bei der der Proberaum fast zu klein für die vielen Spieler ist. Zum Glück ist die Bühne, auf der die Jubiläumsshow stattfinden wird, deutlich größer. Ich freue mich sehr darüber, dass alle Mitspielerinnen, Mitspieler und Puppen motiviert und mit freudiger Energie dabei sind. Klasse!

Am Ende der Woche sind die alten Fliesen im Gäste-WC raus und die neuen bestellt, das kleine Waschbecken hängt und hat Wasseranschluss und es kommt die Idee auf: "Sollen wir das Fenster auch gleich austauschen?"

            
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