Blog 508 - 21.01.2018 - Abwarten, Pastewka und Lösungen

In der letzten Woche habe ich so viele Stunden Puppen genäht und gebaut, dass ich in dieser überhaupt keine Lust dazu habe. Dabei muss ich noch eine Hand mit zugehörigem Arm bauen und einige Requisiten basteln, aber jetzt ist erstmal Pause. Ich packe alles weg, allerdings nicht zu weit, denn Anfang Februar muss es fertig sein. Auch meinen Text muss ich bis dahin können. Leider ist er dann nicht von ganz alleine da, ich werde ihn üben müssen.

Kurz vor Weihnachten haben wir das minikleine Gäste-WC aus den 50er-Jahren mit Farbe aufgefrischt. Es ist alles nett geworden, nur ein minikleines Handwaschbecken fehlt noch. Während wir alle erforderlichen Sachen wie minikleines Waschbecken, Armatur und Wasserleitung besorgen, kommt die Idee auf, dass wir auch den Boden überarbeiten und die WC-Schüssel austauschen könnten. Gedacht, getan. Mit Gewalt hämmern wir die alte Porzellanschüssel aus ihrer jahrzehntelangen Verankerung. Beim Blick auf die zerbrochene Unterseite zeigt sich, dass es ein Uralt-Modell mit einem zusätzlichen Luftanschluss ist, das es heutzutage nicht mehr gibt. Na prima! Die alte WC-Schüssel ist nicht mehr zu verwenden, eine neue für die vorhandenen Anschlüsse nicht mehr erhältlich. So schnell wird aus "machen wir mal eben" ein zeitfüllendes Projekt mit unbekanntem Ausgang.

Aus Erfahrung weiß ich, dass hektisches Verzweifeln nichts bringt, meistens ergibt sich die Lösung von ganz alleine. Wie bei meiner Pastewka-Karte. In der letzten Woche gewinne ich die Teilnahme an der Fanpremiere der neuen Pastewka-Staffel. Der Gatte und ich jubeln los ... bis wir sehen, dass es tatsächlich nur EIN Ticket gibt. Och, nö! Wir gucken die Serie doch immer gemeinsam lachend vor dem Fernseher, und jetzt soll ich zwei neue Staffeln ohne ihn gucken und alleine Spaß haben? Außerdem habe ich an dem Abend meine erste Stunde beim Zumbakurs, da wäre es sowieso blöd, wenn ich die verpasse. Kurzzeitig überlege ich, ob ich die personengebundene Karte sofort wieder zurückgebe, denke aber dann, dass sich vielleicht irgendetwas ergeben wird. Keine Ahnung was, aber erstmal abwarten. 

In dieser Woche kommt die Benachrichtigung, dass nun doch eine Begleitperson angemeldet werden darf. Hurra! Und auch mit dem Zumbakurs könnte es klappen. Wenn ich am Ende der Stunde sofort zur Bahn flitze, müsste ich rechtzeitig im Premierenkino sein. Vorausgesetzt die Bahn fährt pünktlich und ich kann nach meiner ersten Zumbastunde überhaupt noch irgendwie flitzen.

Außer lässig auf Lösungen zu warten, krame ich vor mich hin, erledige, mache Listen, was ich ab der nächsten Woche alles machen werde und notiere spontan aufkommende Ideen zum geplanten Puppenstück, zum geplanten Kinderbuch und zum Froschstück, das ich ja noch überarbeiten und wieder aufführbereit einüben will. Ausgerechnet an dem Tag, an dem ich vorhabe, ins Sauerland zu fahren, fegt ein Orkansturm über das Land. Nee, da lass ich das lieber mal.

Leider gibt es eine Trauerfeier für Igor Kavulek, der viele Jahre lang Tonmann bei den Wise Guys war und sie lange bei ihrem Aufstieg begleitet hat. Für mich gehört er unbedingt zu "meiner" langen Wise Guys Zeit und es ist unfassbar, dass ich den netten und charmanten Igor nicht mehr treffen werde. Die damalige Wise Guys Zeit ist schon seit einigen Jahren vorbei, aber ich habe das Gefühl, dass jetzt zum ersten Mal jemand aus dem langjährigen, vertrauten Kreis herausgerissen wurde. Unwiederbringlich.

Wieder zeigt sich eindringlich, wie schnell alles vorbei sein kann und wie wichtig es ist, das Leben zu nutzen. Alles, was sich irgendwie ermöglichen lässt, sollte nicht immer wieder "auf später" verschoben werden. Zum Glück hat Igor lachend, aktiv und mit Energie gelebt.

            
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