Blog 505 - 31.12.2017 - Pubertäre Puppen und verkehrte Kartoffeln

Die Zeit "zwischen den Jahren" ist dran, was ich bisher für eine selten blöde Bezeichnung gehalten habe, die aber, wie ich lerne, ihren Grund hat. Beziehungsweise ihre Gründe, denn es ist eine heillose Verwirrung aus Wintersonnenwende, christlichem Jahresbeginn am 6. oder auch 9. Januar, zwölf Rauhnächten, der Verlegung des Jahresbeginns in der katholischen Kirche vom Januar auf den 25. Dezember und einem noch nicht weltweit festgelegten Kalender. Sicher war lange nur, dass das alte Jahr gegen Ende Dezember endete und das neue irgendwann im Januar begann. 

Damit ist "zwischen den Jahren" nicht nur seltsam erklärt, sondern auch eine seltsame Zeit. Zumindest wenn man keinen Beruf hat, der einen an den Arbeitsplatz holt. Für mich sind es undefiniert ablaufende Tage außerhalb der Normalität, an denen ich nachsehen muss, was für ein Wochentag gerade ist und ob die Geschäfte überhaupt geöffnet sind.

Seit den Weihnachtstagen sind wir mehr Personen zuhause, es wird mehr eingekauft, häufiger gekocht und immer wieder steht Geschirr herum, das gespült werden muss. Und weil jeden Tag dieselben Tassen und Teller benutzt werden, habe ich jeden Tag in der Küche das sichere Gefühl, ich hätte diese Situation GENAU SO schon einmal erlebt. War es nicht erst gestern? Und davor auch? Und überhaupt IMMER?

Zum Glück haben die sechs Sprech-Rollen-Spieler der Puppennummer Zeit, sich an einem Tag mit mir zur Probe zu treffen. Sie üben motiviert und mit Spaß, stellen lachend fest, dass das Sprechen mit Puppen gar nicht so einfach ist, üben begeistert weiter und ich sehe mit großer Freude, dass wir eine schöne Shownummer hinbekommen werden.

Danach dürfen die sechs Puppen mit ihren Spielern nach Hause gehen, wo sie gemeinsam üben und sich auf ihre Sätze vorbereiten können. Die anderen vierzehn Puppen, die bei der Nummer dabei sein werden, sind noch bei mir, wo sie sich sichtlich langweilen und, weil sie noch nicht mitmachen dürfen, auf Drama machen. Als ich es im Vorbeilaufen zufällig sehe, höre ich sie fast pubertär stöhnen und habe Spaß. Das Theater-Gen ist auf jeden Fall da. Wie schön, dass ich mit so hochmotivierten Spielern und Puppen arbeiten kann!

Für meine Neujahrskarte schnitze ich an einer Kartoffel herum, um das alte Handwerk des Kartoffeldrucks mal wieder einzusetzen. Das Schnitzen ist etwas frickelig, klappt aber ganz gut. Ist ja echt eine simple, aber ausdrucksstarke Gestaltungsmöglichkeit.


Der erste Probedruck überzeugt allerdings nicht.

Ähm, ja. Wie gut, dass ich noch eine zweite Kartoffel im Haus habe! Da kann das Jahr dann doch richtig herum starten.

Alles Gute! Auf dass es nicht nur lustig, fröhlich und bunt wird, sondern auch friedlich. 

            
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