Blog 504 - 24.12.2017 - Terminfreie Seriosität

Es gibt keine festen Temine im Kalender und ich habe keinerlei Weihnachtsstress. In anderen Jahren werde ich mitten in meinen Aktivitäten gerne mal von Weihnachten überrascht, aber diesmal ist alles sehr entspannt. Das Zeichnen meiner Neujahrskarte habe ich erst für die nächste oder übernächste Woche geplant, aber nur, weil ich keine Lust habe, zu überlegen, was für ein Bild drauf kommen soll. Als mir aber unerwartet eine Idee kommt - wieder mal haben meine Hirnzellen ohne mich gearbeitet und präsentieren plötzlich ein Ergebnis -, lege ich los. Es passt gerade gut und macht Spaß.     

Ich könnte auch weitere Monster für die Puppennummer bauen oder einfach mal rumsitzen und Tee trinken. Aber mir fällt ein, dass ich doch schon lange ein kleines Gäste-WC streichen wollte. Genau genommen seit mehr als zehn Jahren. Der WC-Raum auf halber Treppenhöhe wird nicht genutzt, weil er kein Waschbecken hat, was schade ist. Also schade ist, dass er nicht genutzt wird UND dass er kein Waschbecken hat. Ansonsten ist er sehr reizvoll, denn er ist nicht nur unvorstellbar klein und eng, mit einer Deckenhöhe von nur 190 cm, er hat auch noch einen altmodischen, oben hängenden Spülkasten mit Zugkette aus den 50er Jahren. Damals war der Raum das WC für eine ganze Familie, die die drei Zimmer der oberen Etage bewohnte. Heute würde es in dieser Größe nur noch als Besenschrank durchgehen.

Ziemlich spontan streiche ich die Wände, die Fußleisten, den Spülkasten und sogar den Türrahmen. Außerdem kaufe ich ein winziges Waschbecken, das in die Ecke kommen soll. Die Tür wird dann gerade noch so weit aufgehen, dass man den Raum betreten und mit etwas Geschick hinter sich die Tür schließen kann. Dass es momentan keine Wasserleitung in der Ecke gibt, stört jetzt mal nicht. Irgendwie wird sich die Zuleitung zum Spülkasten, die seit den 50er-Jahren verschraubt und dementsprechend festsitzend ist, schon erweitern lassen. Optimismus ist alles.

Immerhin schiebe ich die weiteren Renovierungsarbeiten in das nächste Frühjahr, um nicht Heiligabend mit einer zerstörten Wasserzuleitung, sprühenden Wasserfontänen und dem bis zum Eintreffen eines Not-Installateurs abgedrehten Wasserhaupthahns zu verbringen. Wenn es sein muss, kann ich ganz vernünftig denken und echt seriös sein.

Schöne Weihnachtstage!

            
Blogübersicht
 nächstervorheriger