Blog 497 - 05.11.2017 - Erdkröte, Superhero und Mitmachtheater

Die letzten sonnigen Herbsttage nutze ich, um zwischendurch im Garten zu werkeln. Äste und Laub auf Haufen werfen, letzte Himbeeren essen, Wasserschläuche wegräumen, Vogelhaus aufbauen und Erdkröten von der Kellertreppe ins Gebüsch umziehen. Nicht nur die Bewegung tut mir gut, auch das sanfte Wetter, die Ruhe und die vielen Farben mag ich. 

"Superhero" ist das diesjährige Buch der Stadt Köln, das ich konzentriert lese, weil ich aus ihm bald in einer Buchhandlung vorlesen werde. Das ist wegen der Handlung mit wechselnden Orten, wechselnden Personen und einer eingeschobenen Comicebene nicht ganz einfach, aber mir gefällt die Geschichte sehr und ich freue mich auf die Herausforderung, es für die Zuhörer kurzweilig und verständlich zu machen.

Außerdem nähe ich Arme, Hände und Körper, gehe an die Details der Audrey-Puppe und jongliere mit Terminen. In drei verschiedenen Gruppen muss es gemeinsame Termine geben, deren Organisation wegen häufiger Änderungen und Verschiebungen fast länger dauert als die Termine, die dabei irgendwann rauskommen. 

Ganz spontan gehe ich an einem Nachmittag in ein Puppentheaterstück, das für Kinder ab 3 ist. Ich selber habe überhaupt keine Ambitionen für so kleine Kinder zu spielen, weil die mir zu undiszipliniert sind. Dass sie aufgeregt schreien und unruhig sind, ist altersgemäß normal, aber ich bin eben nicht der Typ für Mitmachtheater. Aber vielleicht macht mir das Zusehen ja so viel Spaß, dass ich doch mal überlege, ein Kindergartenstück zu machen.

Es gibt den "Grüffelo" zu sehen, der schön gespielt wird, aber mir sind einige der Kinder tatsächlich zu undiszipliniert. Nett ausgedrückt. Sie rufen dauernd rein, verraten, was gleich kommt und stören mit ihrer großen Aktivität das Theatererlebnis der anderen Kinder. Als im Stück ein kleiner Vogel einer Maus die Nuss wegnimmt und damit hinter den Vorhang abhaut, skandiert ein Junge laut: "Lauf- ihm hin-ter-heeer! Lauf-ihm hin-ter-heeer!", woraufhin mehrere andere Kinder einfallen und lautstark mitrufen. Die armen Puppenspieler müssen sich mühen, gegen die schreienden Kinder anzukommen und das Stück weiterlaufen zu lassen. Sie schaffen es und die Aufmerksamkeit der Zuschauer ist auch weitgehend da, aber ich bin mir wieder sicher: "Nein, das will ich nicht." Sobald die Kinder in der Grundschule sind, passen sie und meine Stücke besser zueinander. Und solange es Puppenspieler gibt, die mit Begeisterung und sehr gut für die Kleineren spielen, kann ich ihnen das beruhigt überlassen.

Für die kurze Puppennummer der Jubiläumsfeier im Februar schreibe ich einen ersten Entwurf, um zu sehen wie sich die Szenen umsetzen lassen, ob sie spielbar sind und wo ich Mikrofone einsetzen muss. Dann gibt es das erste kurze Infotreffen mit fünf interessierten Mitspielern, denen ich erzähle, was ich vorhabe. Sie hören zu, nehmen die Puppen auf die Hand, ich sehe ihre strahlenden, lachenden Augen und weiß, dass sie Spaß haben werden. Heute ist das zweite Treffen mit einigen weiteren potentiellen Mitspielern. Zehn hätte ich gerne mindestens, vierzehn habe sich bis jetzt gemeldet. Es läuft.    

            
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