Blog 496 - 29.10.2017 - Puppennummern, Puppenförderkurs, Puppenpläne

Im Kölner E-Werk findet die Premiere der neuen Puppenshow "Unter Puppen" von Martin Reinl und Carsten Haffke statt. Es gibt Live-Puppenspiel, schräge Improvisationen, gespielte Sketche und Videoeinspieler. Es ist schön zu sehen, wie lebendig die Puppen auf den Händen von Martin und Carsten werden und sofort eigene Persönlichkeiten sind. Die beiden können es einfach. 

Ich bin bei der Show nicht nur als Zuschauerin dabei, sondern auch auf der Leinwand im Vorfilm, bei dessen Dreh ich Puppen hochgehalten habe. Allerdings weiß ich gar nicht mehr, welche Puppen ich bei welcher Szene hatte. Egal. Ich freue mich nicht nur darüber, dass es ein lustiger Film geworden ist, sondern auch, dass ich dafür zusammengekauert hinter den Kinolehnen hocken, mir die Armlehnen in die Schulterblätter drücken, die Beine verdrehen und viel Spaß haben konnte. Wieder zuhause merke ich, wie motiviert ich bin, demnächst an der Puppennummer für die Jubiläumsfeier zu schreiben. Sie soll kurz, lustig und gut werden und dabei von vorwiegend Nicht-Puppenspielern gezeigt werden können. Hohe Ansprüche, aber ich bin sehr zuversichtlich.

Im Wohnzimmer baue ich meine Audrey weiter, jetzt mal winzigklein. Sie ist aber nur eine Knospe, die zur großen Audrey in den Topf kommt. So langsam wird es. Ich freue mich jetzt schon, wenn die fertige Audrey nach ihrem Auftritt im Februar wieder auf meinem Fensterbrett stehen wird.

Die Wurzeln im Garten denken schon, dass ich sie vergessen habe und entspannen sich, aber in dieser Woche nähe und baue ich. Nicht nur zuhause, sondern auch im Sauerland, wo ich fast so etwas wie einen privaten Förderkurs für Puppenbauer habe. Learning by doing und by zusehing. Was für eine Chance! Ich schnippel, klebe, tüftel, poliere, habe die Augen und Ohren offen und lerne mal wieder sehr viel dazu. "Du kannst doch schon alles!", sagt mein Puppenbaulehrer grinsend, aber er weiß selber, dass das nicht stimmt. Allerdings stimmt es, dass ich locker davon ausgehe, für die Puppennummer im Februar noch schnell zwei oder drei Puppen zu bauen, wenn ich noch welche brauchen kann. Als ich im Supermarkt einen roten, glitzernden Weihnachtstischläufer sehe, kaufe ich ihn sofort, denn ich sehe mit klarem Blick, dass das das Kleid einer schillernden Diva ist.

Auch beim Spielen möchte ich wieder durchstarten. Meine spontane Idee, dass ich im Dezember das Frosch-Puppenstück nochmal im Theater von Szene 93 spielen könnte, ist prickelnd, und terminlich könnte ich mich für fünf Tage ins Programm reinquetschen. Ich stelle mich schon darauf ein, sehr bald wieder intensiv zu proben, da fällt mir auf, dass der Raum für das dann aktuell laufende Theaterstück anders bestuhlt ist und der bestehende Bühnenbereich, trotz erst optimistischer Annahme: "Wird schon gehen", vermutlich doch nicht ausreichen wird. Eben mal die Zuschauerpodeste umschrauben, um Platz für mein Stück zu haben, geht nicht. Och nee! Wär ja schade, wenn es daran scheitert, aber bevor ich etwas entscheide, muss ich erstmal ausmessen.

            
Blogübersicht
 nächstervorheriger