Blog 495 - 22.10.2017 - Kreisbläser, buntes Leben und Feuchteschäden

Nachdem ich während des Kulissenmalens auf dem Schulhof zufällig der Generalprobe des Kreisblasorchesters zuhören konnte, besuche ich am nächsten Tag das Konzert. Ich hätte vorher zehnmal am Konzertplakat vorbeigehen können, ohne auch nur einmal zu denken, dass ich da hingehen könnte, aber da ging ich auch noch davon aus, dass ein Kreisblasorchester Rum-ta-ta-Musik macht. Vielleicht besonders gute oder irgendwie im Kreis geblasen, aber eben Rum-ta-ta.

Rum-ta-ta macht das "Sinfonische (den Zusatz kannte ich vorher nicht) Kreisblasorchester Rhein Erft" nicht. Das große Orchester spielt anspruchsvolle Stücke, die sich ähnlich wie Filmmusik anhören, total interessant und kurzweilig sind und keinerlei Mitklatsch-Reflex auslösen. Ich bin begeistert über die Qualität und habe zwischendurch Gänsehaut, weil es unglaublich beeindruckend ist, wenn ein so großes Orchester erst leise spielt und dann gewaltig laut wird. Matthias Kiefer, der musikalische Leiter, erfreut mich durch sein präzises Dirigieren, seine seriöse Erscheinung und seinen Humor. Die viel zu wenigen Zuhörer - in der Anzahl unbedeutend mehr als die Musiker - geben am Ende Standing Ovation. Was für ein toller Abend! Und was für eine Tragik, dass die Bezeichnung "Blasorchester" so wenig präzise ist.

Danach nähe ich zwei Tage lang vor mich hin, bis ich nur noch schwarz sehe. Und gelb. Liegt aber daran, dass ich an einem schwarz-gelben Drachen arbeite. Auch an der Audrey-Puppe nähe ich an den Tagen danach ein bisschen weiter und sehe dort hauptsächlich grün. Ein buntes Leben, würde ich sagen.

Das gemütliche Gärtnern, das mir nach der bewegungsarmen, feinmotorischen Arbeit zum Ausgleich vorschwebt, wird schweißtreibend, denn immer noch müssen Wurzeln im Garten raus. Dass es so viele Wurzeln an einer Stelle geben kann, würde ich nicht glauben, wenn ich sie nicht selber raushacken müsste. Sie liegen über-, unter- und durcheinander und ich muss sie Stück für Stück lösen, entwirren, ergebnislos ziehen, tiefer hacken, stöhnen, hacken, fluchen, ziehen, fast nach hinten kippen, wenn sie plötzlich lose sind ... und finde darunter immer weitere. Manche trenne ich irgendwann entnervt durch und hoffe, dass aus dem Rest nichts mehr wächst. Einerseits tut die körperliche Arbeit gut, aber ein Liegestuhl mit Buch wäre auch schön.

Die Katze guckt sich derweil die Gegend an und findet alles prima. Vielleicht guckt sie auch demonstrativ weg.

Weil das Wetter gerade so gut ist, räume ich viele Bücher aus meinem Schuppen und sehe sie durch, denn durch eine undichte Stelle im Dach ist Regenwasser getropft. Bücher, die feucht sind, sortiere ich aus und entsorge sie. Ach, wie schade! Aber zum Glück sind die allermeisten trocken geblieben. Eine Plane über dem Schuppen verhindert vorerst weitere Schäden, aber ich muss möglichst bald ein neues Dach bauen. Na prima. Der nächste, arbeitsintensive Punkt auf der To-do Liste!

Obwohl ich am Ende der Woche eigentlich zu müde bin, gehe ich dann doch spontan zur Impro-Show der "Frischlinge Aldente" und habe einen sehr lustigen Abend. Sehr schön ist auch, dass ich nebenbei noch zwei weitere Mitspielerinnen für die Jubiläumsnummer im Februar finde. Dafür muss ich noch das kurze Puppenstück schreiben, was aber schon mit Ausrufezeichen auf der To-do-Liste steht. Gleich hinter der Audreypuppe.

            
Blogübersicht
 nächstervorheriger