Blog 494 - 15.10.2017 - Arbeiten bei Filmmusik

Ich nähe einen Blumentopf. Ein Satz, der vielleicht etwas ungewöhnlich klingt, bei mir aber durchaus glaubwürdig rüberkommt. Wasserdicht ist er nicht, dafür leicht, flauschig und für meine Audrey-Puppe genau richtig. Die wird ihren sehr kurzen Auftritt erst im Februar bei der Jubiläums-Show haben, aber die Proben laufen schon und ich hätte sie gerne bald fertig.

Ich muss aber auch zwei hoch angewachsene Stapel mit Papieren durchsehen, hefte ab, werfe weg, erledige Anrufe und Mails und habe das Gefühl, wieder Übersicht über meine Termine zu haben. Auf der To-do-Liste ist danach so viel erledigt, dass ich die restlichen To-dos auf eine neue Liste übertrage, die jetzt viel übersichtlicher ist. Leider stehen die meisten aufwändigen Sachen mit dem Zusatz "Oktober" darauf, was bedeutet, dass ich sie sehr bald, spätestens Anfang November machen muss.

Weil das Wetter so sommerlich ist, arbeite ich auch endlich mal wieder im Garten, was mich aus der sitzenden Haltung heraus bringt und die Katze erfreut. Sie legt sich gerne mitten in den Arbeitsbereich und schnurrt wohlig, weil sie glücklich ist, dass jemand mit ihr im Garten ist. Sonne, Bewegung, Garten, Katze - wunderbar.

Am Ende der Woche helfe ich spontan beim Nähen einer Puppe, die dringend fertig werden muss und wegen ihrer Größe viel Stoff hat. Schon wieder lerne ich etwas dazu: Dünne Satinstoffe sind sehr empfindlich, fransen aus und dürfen nur gaaaanz vorsichtig mit einem Hauch von Klebstoff geklebt werden.

Das Wochenende möchte ich nach der Woche intensiver Tätigkeiten ganz bewusst mit Ausruhen verbringen. Aber weil das Wetter so unerwartet schön ist, kommt am Freitagabend die Idee auf, ob ich nicht die Kulissen für das Theaterstück von Erftkultur bemalen kann. Das steht mit dem Zusatz "Oktober!" auf meiner To-do-Liste und drängt etwas. Ach je, ich hab so überhaupt keine Lust und Energie und wollte doch das Wochenende mal frei ..., aber den Termin demnächst reinquetschen und dann regnet es oder ist so kalt, dass die Farbe ewig zum Trocknen braucht ...? Also gut. Ich seufze einmal auf, suche dann meine Kulissen-Malsachen zusammen und wir legen zu zweit los. Acht große Bühnenteile und vier schmalere müssen erst grundiert und dann bemalt werden, aber zum Glück sind die Motive nicht so aufwändig.

Während wir bei Sonnenschein auf dem Schulhof pinseln, klingen aus der weit geöffneten Tür zur Aula laute, live gespielte Filmmusiken eines Orchesters, das dort gerade probt. Ich bin schwer begeistert, zumal es sehr motiviert, von heroischen Klängen umgeben, auf dem Boden hockend Theaterkulissen zu bemalen. Das wirkt wie verfilmtes Leben und bringt gleich mehr Glanz in die Arbeit. Als die Musiker eine Pause machen, erfahre ich, dass es sich um das Sinfonische Kreisblasorchester handelt, das am nächsten Abend in der Aula ein Konzert geben wird. Wie gut, dass ich keinerlei Vorurteile habe! Kreis-Blas-Orchester - da denke ich an Schützenmärsche und Rummtata, aber nicht eine Sekunde daran, dass das tolle Musik sein könnte, die ich mir gerne anhören würde.  

Am frühen Abend sind wir fertig. Mit den Kulissen und auch sonst. Ich bin müde, habe Muskelkater und in der rechten Handinnenfläche eine offene Blase vom rauhen Pinselgriff. Außerdem das Gefühl, ich hätte eine mittelgroße Wohnung im Akkord gestrichen. Habe ich ja auch, nur dass die Wände dabei auf dem Fußboden lagen.

Trotzdem gut gelaunt streiche ich "Kulissen" von der To-do-Liste und habe einen spontan neuen Termin für heute: "Benefizkonzert des Sinfonischen Kreisblasorchesters, Klangimpressionen". Wobei auch die "Klangimpressionen" ein Wort sind, bei dem ich ziemlich zuletzt an großartig gespielte Filmmusiken eines großen Filmorchesters denken würde.     

            
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