Blog 489 - 10.09.2017 - Falsche Pflanzen und alte Schätze

Im Garten ist Erntezeit. Die Trauben hängen vorbildlich und in diesem Jahr in außergewöhnlichen Mengen herum. Jahreszeitlich verwirrt gibt es plötzlich wieder Erdbeeren, aber die Herbst-Himbeeren, die den Sommer erst zu heiß und dann zu nass fanden, produzieren nur vereinzelte Früchte. Die größte Überraschung hat mir das naheliegende Gartencenter gemacht. Die eindeutig beschrifteten Partytomaten-Setzlinge sind zu riesigen Fleischtomaten geworden und aus den beiden Zucchini-Setzlingen wachsen Salatgurken.

Noch habe ich Sommerferien und bis Anfang Oktober werde ich im Urlaubsmodus sein. Bis dahin möchte ich ganz entspannt machen, was ich will. Momentan habe ich nicht mal Lust, Termine für später zu planen. Muss ich aber, denn natürlich gibt es Leseanfragen und Planungen für andere Veranstaltungen. Wäre ich jetzt mit dem Rucksack unterwegs in Neuseeland, in Norwegen oder in der Eifel, wäre ich nicht erreichbar und könnte nichts absprechen, aber zuhause kann ich nicht einfach alles ablegen und erst im Oktober reagieren. Seufzend kaufe ich mir einen Wandkalender für 2018, damit ich wenigstens planen kann und die Übersicht behalte.

Manchmal aber kommen Anfrage und Spaß zusammen, wie bei der "Audrey II". Die fleischfressende Pflanze aus dem Musical "Der kleine Horrorladen" wird im Februar für eine kurze Szene in der Jubiläumsshow von "Szene 92" gebraucht. Es trifft sich perfekt, dass ich schon lange mal eine bauen wollte, so dass ich sie jetzt für mich mache und sie dann für die Show ausleihe. Erst will ich sie mit einer glatten Oberfläche machen, aber dann entscheide ich mich für die flauschige Variante, die auch sehr reizvoll ist. Außerdem geht es schneller und sie passt im Stil dann besser zu meinen anderen Puppen. 

Weil es so gut in die Ferienzeit passt, krame ich endlich mal eine Kiste mit alten Familien-Dias und Negativen raus, um zu gucken, was da überhaupt auf den Bildern zu sehen ist. Ich habe sie vor 20 Jahren "zum Aufheben" bekommen und vorläufig hinten in den Schrank gestellt. Seitdem schiebe ich das Durchsehen immer wieder raus, weil ich nicht mal einen Diaprojektor habe. Schon bei den ersten Bildern weiß ich, dass ich mir ganz schnell einen ausleihe. Was für Schätze! Ich finde nicht nur sehr frühe Bilder von mir, sondern viele von den Reisen meiner Großeltern.

Hach, wie gut ich mich an den gelben VW-Bus erinnere! Unangeschnallt hinten auf der Rückband im Liegen malen, während der Bus durch die Landschaft schaukelt. Und bei Fahrten am Sonntag hoffend, dass Oma und Opa heute mal durch alle Dörfer hindurch fahren und nicht an einer Kirche halten, um zur Messe zu gehen. Aber sie haben immer eine passende Kirche zur passenden Zeit gefunden. Ich tauche in die Motive und die Zeit der sechziger Jahre ein und habe ein permanentes Lächeln im Gesicht. Wenn das mal nicht nach einem Diaabend zu Weihnachten schreit!

            
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