Blog 487 - 27.08.2017 - Dreckspuren und Tanzen mit Detlef D. Soost

Ich habe immer noch Urlaub und erledige nur die dringensten Sachen. Meine beiden Klappmaulpuppen liegen weiterhin abwartend in der Transportkiste, die seit einer Woche im Flur rumsteht. In der nächsten Woche werde ich die bisher nur locker eingesetzten Augen befestigen und noch einige Details machen, damit sie fertig sind. So zumindest der jetzige Plan. Witzigerweise schwirrt schon eine Idee durch meinen Kopf, was ich mit den beiden Kameraden machen könnte. Mal sehen, ob die konkreter wird.

Momentan brauche ich Bewegung und da bietet mein Garten genug Aktionsfläche. Es ist kaum zu glauben, wie durchwurzelt eine seit vielen Jahren brachliegende Fläche sein kann. Ich hacke kurz in die Erde und muss dann die Hacke weglegen, mich hinknien und erstmal Unmengen von großen, kleinen, langen, miteinander verwirrten Wurzeln rausbröseln, ehe ich ein kurzes Stück weiterhacken kann. Kein Wunder, dass es überall hartnäckig sprießt, wenn es knapp unter der Erde ein komplett ausgebautes, fast lückenloses Wurzelsystem gibt.    

Mein Muskelkater entspricht dem eines Umzugtages in den dritten Stock. Aber es ist auch schön, mal wieder alle Muskeln zu bewegen, ein bisschen zu fluchen, an Wurzeln zu ziehen, Erde und kleine Steinchen im Schuh zu haben und auf allen Wegen eine deutliche Dreckspur zu hinterlassen.

Am Ende der Woche geht es sauber geduscht zum Firmenfest des Gatten, das im Sauerland stattfindet. Tief im Sauerland, wo es viel Platz, viel Wald, viel Wiese und viel Himmel gibt. Und mitten im Nichts, weit weg von irgendwelchen Autobahnen und Kreisstraßen, liegt das Familienunternehmen, das sein hundertjähriges Bestehen feiert. Bis hier hin hört es sich nach beschaulicher Firmenfeier mit kleiner Wanderung und Einkehr in ein gutbürgerliches Restaurant an. Praktischerweise gibt es aber mitten in der weiten sauerländischen Landschaft den firmeneigenen Flugplatz, so dass eben mal die Flugzeuge aus den Hangars geräumt wurden und die Feier in den großen Hangarhallen und dem Flugplatzgelände stattfinden kann.

So viel Platz ist auch nötig, denn nicht nur, dass 15.000 Gäste erwartet werden, es gibt auch ein aufwendiges, platzintensives Programm. An verschiedenen Bühnen gibt es kleine Shows, überall kann man selber etwas ausprobieren, von Graffitisprühen über Sommerbiathlon, Hiphoptanzen und Blumenkranzbinden bis hin zur Virtual Reality. Dazwischen stehen überall Foodtrucks, und wer eine Pause machen möchte, findet auf der Wiese Unmengen von Klapp- und Liegestühlen, Sitzsäcken und stylischen Sitzgruppen aus Europaletten.

Der Platz füllt sich zunehmend, das Wetter wird immer sommerlicher und wir fühlen uns wie bei einem sehr großen Event, aber nicht wie bei einer Firmenfeier im Sauerland. Aus dem Wintersportbereich sind Georg Hackl, Jochen Behle, Laura Dahlmeier, Luise Kummer und Tobi Angerer da, und Detlef D. Soost macht von der großen Bühne aus ein Shape'n'Dance, bei dem ich natürlich sofort mitmache. Mir ist ja gerade nach Bewegung und da ist ein gemeinsames Tanzen genau richtig. Es ist schnell und groovig und ich bin mit großem Spaß dabei. Im Anschluss kommentiert der Gatte, der sich lieber etwas zurückgezogen hat: "Isch han disch höppe jesinn!", was: "Ich habe dich hüpfen gesehen" heißt und meine coolen Moves bei Detlef D. Soost gleich wieder unbeholfener erscheinen lässt. Egal. Ich hatte Spaß. Und selbstverständlich habe ich dabei toll ausgesehen!      

Am Abend kurven wir über kleine Straßen durch das waldige, wiesige und entspannte Sauerland zurück, um zur Autobahn zu kommen, und es ist fast unwirklich, dass es mittendrin im Nichts diese riesige Menschenmenge auf einer Firmenfeier gab. Ein wirkliches Erlebnis!

            
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