Blog 485 - 13.08.2017 - Sonne, Fressraupen und Schaumstoff

Die Stifte, Zeichenblöcke und Cuttermesser vom Seminar bei Jürgen Maaßen packe ich aus, stelle mir aber sofort meinen Baukoffer für das nächste Seminar zurecht, denn das startet in einigen Tagen. Ehe es losgeht, habe ich aber noch Zeit, im Garten zu sitzen und gemütlich ein Manuskript zu lesen, zu dem ich meine Meinung sagen darf. Kaffee mit Milchschaum, Sonne, Zeit, ein Schmökertext - alles wunderbar.

Leider erblicke ich plötzlich, dass der Buchsbaumzünsler nun doch angekommen ist. Bei den Nachbarn war er in diesem Jahr früher, aber jetzt hat er es sich auch bei mir gemütlich gemacht und frisst los. Aber wie! Ich habe in meinem Garten sehr viel Buchsbaum stehen und sehe mich verzweifelt um. Besonders die Büsche auf dem Weg zum Grillplatz sind kaum zu behandeln, weil sie so dicht stehen. Vor mehr als zehn Jahren habe ich sie gepflanzt und mag sie sehr, aber ich kann auch radikal sein. Kurz entschlossen säge ich die ganze Reihe, die aus zehn dichten Büschen besteht, bis auf kleine Reststümpfe ab.

Der kahle Bereich neben dem Weg sieht nach dem Massaker ziemlich furchtbar aus, nur der Katze gefällt der freie Platz sehr. Schnurrend legt sie sich auf ein Bett aus trockenen Blättern und findet das Leben wunderbar. So wie ich vorher das Lesen bei Sonne und Kaffee. Nun gut. Zehn halbhohe Buchsbäume sind weg und machen keine Arbeit mehr, bleiben etwa 30 kleine, 20 halbhohe und 5 große. Einige von ihnen werde ich demnächst wohl auch absägen, aber vorerst versuche ich die meisten zu retten.

Dann fahre ich wieder ins Bochumer Figurentheater-Kolleg, wo der "Bekloppten-Baukurs" startet. Offiziell heißt er "Figurenbau aus Schaumstoff" und ist ein Intensivkurs für Fortgeschrittene, aber wer neun Tage lang bis spät abends baut und immer wieder von Pattexduft umgeben ist, muss schon irgendwie bekloppt sein. Oder kann es dort werden. Damit noch ein Rest Überlegung offen bleibt, ob ich schon komplett zum Kurs passe oder noch bekloppter werden kann, werde ich ihn nicht neun Tage lang besuchen, sondern für zwei Tage was anderes machen. Auch spannend. Es hat mit unter dem Tisch sitzen zu tun. Und mit einer Hand. Wohlgemerkt: Nicht mit zwei Händen.

Nach diesem ungeklärten Rätselfall schnippel ich weiter. Mehr dazu im nächsten Blogbericht.

            
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