Blog 481 - 15.07.2017 - Altes und neues Leben: Wise Guys und Puppenspielen

So wie auch am Vorabend das Samstagskonzert der Wise Guys am Kölner Tanzbrunnen rundum schön ist, ist es auch das zweite Konzert am Sonntag. Es gibt nur kleine Unterschiede - am Sonntag ist es weniger heiß, auf der Bühne ist eine Gehörlosendolmetscherin dabei und die Schalaktion der Fans ist nicht mehr überraschend, - aber Stimmung, Atmosphäre und Lieder sind an beiden Tagen weitgehend gleich. Es sind berührende, lustige, traurige und schöne Abschiedskonzerte.

Manchmal wird mir während des Konzertes bewusst, dass ich die Wise Guys auf der Tanzbrunnenbühne, wo sie mir so vertraut sind, zum letzten Mal erlebe, was ein unwirkliches Gefühl ist. Noch seltsamer ist der Gedanke, dass ich viele Leute, die ich fast nur in Verbindung mit den Wise Guys treffe, vielleicht nie mehr sehen werde. Wir haben uns fast immer backstage im Tanzbrunnen getroffen, hin und wieder bei anderen Wise Guys Konzerten oder beim jährlichen Neujahrstreffen. In dieser Konstellation wird das nicht mehr geschehen, wenn es die Wise Guys als Gruppe nicht mehr gibt. Einige der Menschen werde ich auch demnächst privat zwischendurch mal sehen, aber manche vermutlich nicht mehr. Ich lasse auf mich zukommen, wie es werden wird und erlebe diese letzten großen Tanzbrunnen-Konzerte noch einmal sehr bewusst.

Kurioserweise wechseln sich meine alte und meine neue Welt mal wieder zeitnah ab. In der letzten Woche war ich im Workshop des australischen Puppenspielers Neville Tranter, am Wochenende bin ich bei den Wise Guys und zwei Tage später wieder bei einem Drehtag mit Puppen für eine Kindersendung. Ich sitze dort zwar mehr wartend herum als zu spielen, aber so ist das beim Filmen eben. Ich mag die Atmosphäre und bin gerne dabei, auch wenn ich nur kurz mitspiele.

Danach finde ich es allerdings auch wunderbar, alleine im Garten zu werkeln oder mit dem Nachbarshund, der zwischendurch mal ferienbedingt Spaziergänge braucht, durch die einsame, manchmal verregnete Landschaft zu laufen. Nach dem einwöchigen Workshop, denn beiden ausverkauften Tanzbrunnenkonzerten und dem Drehtag in Köln, ist das viel Stille, Alleine sein und ein wohltuender Kontrast zum Bunten und Lauten.

            
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