Blog 344 - 30.11.2014 - Casting und Kakerlaken

Es gibt ein "Casting" für ein geplantes Theaterstück, bei dem ich in der Regie dabei sein soll. "Casting" heißt, dass sich die Interessierten treffen, Informationen über die Boulevardkomödie und die Termine bekommen und mit verteilten Rollen Szenen lesen. Ich bin im Vorfeld etwas skeptisch, ob wir genügend Leute bekommen, zumal die Termine bis zur geplanten Premiere im April sehr eng liegen. Zum Casting erscheinen dann aber erstaunlich viele Leute. Es wird gelesen, gelacht und auf dem Heimweg denke ich: "Das wird was!" Dann sehe ich die Liste an, in der eingetragen wurde, welche Probeabende möglich sind, und schon sieht es nicht mehr so gut aus. Die einen können Dienstags und Donnerstags, die anderen Mittwochs und Freitags, einer am liebsten Montags und auf keinen Fall Dienstags ..., der andere Dienstags, aber nicht Montags - mal sehen, was am Ende übrig bleibt.

Mit Sabine aus dem Puppen-Spielkurs gehe ich zur einer Doppel-TV-Aufzeichnung der Wiwaldi-Show von Martin Reinl. Für uns als "Puppenspieler in der Ausbildung" ist es jetzt ja immer höchst interessant, Klappmaulpuppenspielern bei der Arbeit zuzusehen, und bei dieser Show sehen wir gleich drei davon. Anstatt dass es uns schüchtern zusammenschrumpfen lässt, heizt das Zusehen das eigene Feuer nochmal ganz schön an. Die kleinen Kakerlaken könnten wir doch inzwischen auch schon ganz lässig spielen, denken wir. Im Notfall hätten wir beim verzweifelten Ruf: "Ist ein Puppenspieler im Saal?" sofort aufspringen und übernehmen können. Das ist ein schönes Gefühl. So eine Ausbildung gibt in bestimmten Situationen Sicherheit. Es ist fast schade, dass niemand ruft.

Da ich schon vorher weiß, dass Gregor Meyle einer der Gäste ist, freue ich mich sowieso sehr auf den Abend. Und der ist dann auch richtig schön. Es gibt eine witzige Judith Raker und einen total netten Gregor Meyle, der berührend singt und passend zum Abend einen veränderten Text zu "Du bist das Licht" bringt. Beim Mitsingen des Refrains denke ich an sein Konzert im Kölner Gloria, bei dem ich erst vor zehn Tagen war, und komme kurzzeitig in die wunderschöne Atmosphäre zurück. Hach, was hat der Gregor Meyle doch für eine tolle Stimme! Und wie schön, dass ich die an diesem Abend schon wieder live höre!

Danach geht es in der Aufzeichnung mit Bernhard Hoecker und Sabine Heinrich weiter, die ein witziges Kakerlaken-Singspiel machen müssen, das sich schwieriger als vermutet herausstellt. Nicht nur bei ihnen, sondern auch bei den Zuschauern, den Kakerlaken und den Puppenspielern gibt es Lachanfälle und Lachtränen. Großartig! Eine Sternstunde der TV-Spiele. Was für ein spaßiger Abend!

Zwei Tage später bin ich im Shrek-Musical, das gerade in Düsseldorf läuft. Es ist recht aufwändig gemacht, es gibt viele Darsteller, Livemusik, Gesang, Tanz, aber so richtig begeistert es mich nicht. Dabei ist es nicht mal schlecht, es unterhält mich ganz gut, aber der letzte Kick fehlt mir. Wenn es die Aufführung einer Kleinstadtbühne wäre, wäre ich vermutlich positiv überrascht, aber im Vergleich zu internationalen Aufführungen fehlt es an Spritzigkeit und Witz. Und leider sind die deutschen Texte manchmal bewusst umgangssprachlich gehalten, was mir gar nicht gefällt. Die beiden ersten Szenen allerdings finde ich grandios und es ist schade, dass es nicht genau mit dieser Art von Humor weitergeht. In ihnen verlassen die beiden Hauptdarsteller als Kinder ihre Eltern, beziehungsweise sie werden von fröhlich singenden Eltern verbannt, und der schräge Humor und die unerwarteten Wendungen sind genau mein Ding. Wunderbar.

Und dass die gurkentee-Homepage wieder Formen annimmt und ins Netz kann, ist auch wunderbar! Ich rechne mal nicht nach, wie viele Stunden Arbeit das gekostet hat. Und bis sie vollständig ist, wird noch einiges an Zeit vor dem Computer dazu kommen.