Blog 473 - 21.05.2017 - Zwischen großer Vorfreude und leichter Panik

Manchmal denke ich, dass gar nicht mehr so wahnsinnig viel zu tun ist und ich schon ziemlich gut in der Zeit liege. Dann überfallen mich plötzliche Atemaussetzer, weil mir einfällt, dass ich immer noch keinen Stoff zum Verkleiden der Spielleiste habe, dass noch viel zu viel auf meiner To-do-Liste steht und ich keine Ahnung habe, wie ich die Puppen das das viele Zubehör spielbereit unter der Teichbühne unterbringen soll. Beim Proben hangel ich mich mit den Worten: "Das wird dann griffbereit sein", oder: "Irgendwie muss ich das dann in die linke Hand bekommen", oder: "Das muss ich noch üben, dann klappt es" durch, aber das kommt selbst mir langsam riskant vor.

Mit meiner blonden Logik drehe ich alles etwas und sage mir, dass bei der Premiere der Stoff an der Leiste hängen wird, dass alle Puppen griffbereit liegen und dass ich die Arme beim Spielen so lange oben lassen kann, wie ich will, denn ansonsten könnte ich das Stück ja gar nicht spielen. Erstaunlicherweise beruhigt mich das. Manchmal staune ich selber, wie simpel ich gestrickt bin.

Beim Bauen geht es an die "Restarbeiten". Genähte Fliegen für die Fräcke, ein Froschkollege für den Teich, und eine dicke Hummel, die schön schwarz-gelb ist, bei der der Gatte aber, als ich sie brummend vorführe, fragt: "Was ist das denn?" Vermutlich hat er einfach nur keine Ahnung von Hummeln. Nein, ich mache sie nicht neu. Wenn sie nicht als Hummel erkannt wird, fliegt eben "Irgendetwas" da rum.

Ich werde sogar übermütig - oder verantwortungslos wahnsinnig - und nehme mir die Zeit, im Garten die Buchsbäume zu schneiden. Allerdings wuchern sie auch wild und wachsen sich gegenseitig in den Weg. Zu meiner großen Freude ist kein Buchsbaumzünsler drin. Mir fällt ein, dass ich das im letzten Jahr auch freudig dachte, und zwei Wochen später gab es plötzlich überall kahle Stellen, die ein sofortiges Eingreifen erforderten. Aber ich hätte gerade wirklich keine Zeit, um mich auch noch intensiv darum zu kümmern. Ab Juli geht's wieder. Ich hoffe, der Zünsler berücksichtigt das.  

Beim Proben kommt inzwischen der Spiegel zum Einsatz. Vieles sieht von vorne doch ziemlich anders aus, als von schräg unten. Aber endlich kann es an die Feinheiten gehen. Wobei ich, ehrlich gesagt, noch weitgehend an den Grobheiten arbeite. Aber es ist ja auch noch ein bisschen Zeit. Allerdings nicht mehr viel. Ich schwanke zwischen großer Vorfreude und leichter Panik, bleibe insgesamt aber erstaunlich gelassen.

                
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