Blog 453 - 01.01.2017 - Hirnzellen herumwirbeln lassen und lässig bleiben

Kaum sind die Weihnachtstage vorbei, gehe ich mit einem Sohn spontan ins Phantasialand, eine Idee, die bei dem schönen Wetter auch viele andere Leute haben. Es ist knackig voll und die Wartezeiten sind dementsprechend lang. An der neuen "Familien-Boomerang-Achterbahn Raik", stehen wir 45 Minuten an, und als die unspektakuläre Fahrt nach nicht mal einer Minute vorbei ist, - gefühlt sind es nicht mal 30 Sekunden -, lachen wir gleichzeitig los. "Das war's schon? Und dafür stehen wir 45 Minuten an?" Es ist so bescheuert, dass es schon wieder lustig ist.

Für die neue "Taron"-Achterbahn lohnt sich das Anstellen jedoch. Sie ist lang, verwinkelt und schnell. Sehr schnell. Dass sie Rekorde als längste und verwinkeltste Achterbahn hat, außerdem zu den schnellsten gehört und den heftigsten Katapult-Antrieb der Welt hat, glaube ich sofort. Bei der Katapultstelle in der Mitte der Bahn vermute ich kurzzeitig, dass wir jetzt sofort ins All geschossen werden. Großartig! Für dieses Erlebnis stellen wir uns sogar nochmal an. Am Abend haben wir immerhin elf Fahrten geschafft, vorwiegend achterbahnige, zwei davon mit der "Black Mamba" und zwei mit der "Taron".

Am nächsten Tag überlege ich gut gelaunt, ob extreme Achterbahnfahrten, bei denen auch die Hirnzellen ungewohnt herumgewirbelt und zum Teil großem Druck ausgesetzt werden, nicht irgendwelche Schäden verursachen können, da grinst der Gatte: "Da musst DU dir keine Sorgen machen" und erstickt fast an einem Lachanfall.

Zwischen den Weihnachtstagen und Silvester ist es ruhig. Beide Jungs sind da, der Puppenbau hat Pause, es gibt komplexe Brettspiele und zwei Geburtstage, die einmal mit indischem Essen und einmal mit italienischem gefeiert werden. Von Susanne, die als "Heimatpirat" tolle Sachen macht, kommt als Überraschung eine ganz spezielle gurkentee-Beanie, die extrem cool aussieht. Das wird mit der Prinzessin noch Diskussionen geben, wenn ich ihr demnächst im Stück lieber eine Krone aufsetzen möchte.

Zwischendurch zeichne ich meine Neujahrskarte und denke, dass ich im nächsten Jahr mal wieder ein Kinderbuch machen sollte. "Das Geheimnis der Goldinsel" liegt wartend auf dem Tisch und ist schon halb fertig, aber ich bin immer noch nicht sicher, ob das was wird. Die Umarbeitung des Theaterstücks scheint sich zu einem textlastigen Kinder-Roman zu entwickeln. Die vielen Handlungsstränge lassen sich nur bedingt kürzen und viele der Personen kann ich auch nicht streichen. Möchte ich nun einen Schmöker-Roman mit wenigen Bildern machen oder doch lieber eine aufwendig illustrierte Geschichte? Das werde ich im nächsten Jahr entscheiden müssen.

Aber vorher ist das Puppenstück dran, das vermutlich das erste Halbjahr 2017 ziemlich belegen wird. In einigen Tagen werde ich den Premierentermin absprechen und ab dann ist alles fest und der Countdown läuft. Es ist noch viel zu bauen und viel zu proben, und ich werde jubeln, frustriert sein und verzweifeln. Das alles gehört zu einer ordentlichen Theaterinszenierung. Ich kann überhaupt nicht beschreiben, wie sehr ich mich darauf freue.

  
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