Blog 451 - 18.12.2016 - Snowman, Stunker und Kommunenleben

Im Theater "Scaramouche" in Menden erzählt Martin Smith die englische Kindergeschichte "The Snowman". Er macht das dort seit vielen Jahren immer im Dezember - same procedure as every year - und neben alljährlich wiederkehrenden Zuschauern gibt es auch neue (mich). Ich bin fasziniert, wie intensiv er erzählt und wie gut er mit dem Publikum agiert. Und obwohl ich so gar nicht in Weihnachtstimmung bin, wird es mir zwischen englischen Weihnachtsbräuchen, Schnee- und Weihnachtsmännern tatsächlich winterweihnachtlich zumute. Schön!

Vom britischen Winter im Sauerland geht's ins Kölner E-Werk, wo wenige Tage vor der Premiere eine Hauptprobe der "Stunksitzung" vor überschaubarem Publikum gemacht wird. Alle Besucher werden gebeten, sich Getränke und Snacks selber mitzubringen, und das wird so ausgiebig gemacht, dass manche Zuschauer aus dem Essen und Trinken während der Vorstellung kaum noch rauskommen. Ich knabber an meiner mageren Laugenbrezel und gucke lieber intensiv zu.  

Hauptproben der Stunksitzung sehe ich mir gerne an. Sie zeigen schon die Show, haben aber noch einen Arbeits-Charakter, was ich sehr mag. Hin und wieder klappt ein Übergang noch nicht oder der Text stockt mal kurz, aber der Großteil des Abends läuft schon so, wie er sein soll. Die Zuschauer sind Testpublikum, das mit den Reaktionen zeigt, was gut ankommt und wo die Gags vielleicht nicht zünden. Aber das Programm ist sehr abwechslungsreich und rund, es wird gelacht, geklatscht, gejubelt und die Stimmung ist toll. Klasse!

Zuhause gibt es beschauliche Heimarbeit. Die ersten Puppen erhalten Augen und Nasen, wobei der kleine Fitzelkram beim Nähen länger dauert als ganze Körper zu beziehen. Nasen, Augen und ziemlich viele Ohren liegen herum, womit sich mein Wohnzimmertisch auf keinen Fall weihnachtlich dekoriert nennen kann. Demnächst kommen noch Augenlider dazu, was es nicht romantischer machen wird. Egal. In den Heimen von Puppenbauern muss man andere Maßstäbe anlegen.

Am Ende der Woche kriege ich tatsächlich noch Ärger wegen einer Hanfplantage. Der dauert aber nur einen Abend lang, dann ist das Krimidinner vorbei, und sowohl der Fall aufgelöst, wie auch die Kommune.

"Leute, Peace!" Das kann man angesichts der Weltlage nicht laut genug sagen.

  
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