Blog 342 - 16.11.2014 - Ein alter Laptop und der Disconicki

Habe ich nicht in der letzten Woche schon befürchtet, dass ich in meinem Notizbuch, in das ich im Dunkeln Stichworte notiere, wieder unleserliche Gebilde finden werde? Genau so ist es. "St.O." heißt "Standing Ovations", das erkenne ich sofort, aber was meine ich mit "Rtuffre" oder "Stuffe" oder was immer sich daraus lesen lässt? Es hat mit Bodo Wartke zu tun, so viel ist klar, aber das hilft mir nicht weiter. Na, egal. Ich habe genug Lesbares, um einen Bericht zu schreiben und gehe auf "Stuffke" nicht weiter ein. Wird schon keiner merken, dass dieser Aspekt des Abends fehlt.

Kaum will ich den Bericht auf meine dewitz-home-Seite stellen, startet mein alter Laptop, der einzige, auf dem die völlig veraltete Homepage überhaupt noch zu bearbeiten ist, nicht mehr. Oh je. Dass die Homepage dringend runderneuert und der heutigen Technik angepasst werden muss, weiß ich schon lange, aber ich habe natürlich gehofft, dass Laptop und Homepage schon irgendwie weitermachen. Jetzt wird es dringend, auch wenn ich keine Zeit habe, mich darum zu kümmern. Aber wann habe ich die schon? Drei Tage später ist ein neues Netzteil da und der Laptop startet wieder. Was für eine Freude! Aber der Warnschuss hat gesessen, jetzt muss ich wirklich zügig an die Neugestaltung gehen und damit beginnen, die vielen alten Berichte einzeln zu überarbeiten. Hab ich die frühen Fotos eigentlich noch? Einen neuen Namen sollte die Homepage auch bekommen, da weiß ich bisher nicht, wie der sein könnte. Aber ich hab ja sonst nichts zu tun ...

In Rainald Grebes "Fünfte Jahreszeit" im Kölner Schauspielhaus war ich schon im März, kurz nach der Premiere. Da hatte ich aber nur wenige Notizen für einen Bericht gemacht, die ich jetzt lieber noch mal ausführlicher machen wollte. Außerdem wollte ich das Stück gerne noch mal sehen und auch Rainald Grebe, der inzwischen nur selten in der Gegend ist. Der 11.11., der Beginn des Kölner Karnevals, ist ein wunderbarer Termin, um eine Grebe-Inszenierung über den Kölner Karneval anzusehen. Besonders wenn man - wie ich - an diesem Tag auf keinen Fall karnevalistisches Liedgut singend in der Innenstadt hin und her schunkeln will. Karnevalistisches Liedgut singe ich an diesem Abend trotzdem, aber ich gucke auch fasziniert zu, freue mich über viele Bilder und Erzählungen und bekomme Lust an dieser Spielfreude und dem Ineinanderschachteln von bunten Szenen. So eine Inszenierung um ein Thema möchte ich auch mal machen. Mal sehen. Eine erste Idee hätte ich schon. Es muss dann ja nicht unbedingt im Schauspielhaus sein.

Am nächsten Abend lese ich in einer Buchhandlung aus "Schneckenmühle", dem diesjährigen "Buch der Stadt". Es spielt 1989 in der ehemaligen DDR, und einige Begriffe aus dem Text muss ich vorher im Internet nachsehen, weil ich die nicht kenne. Was sind "Ulzana" und "Mondos", wer ist "Bon Scott" und was bedeutet "PA"? Spricht man die "Eskaladierwand" deutsch oder französisch aus? Eskaladiiiier oder Eskaladjeee? Ich finde es schon wichtig, dass ich genau weiß, was ich da lese und wie ich es ausspreche. Außerdem ist es nett, so locker in die Lesung reinzugehen und erstmal zu erzählen, wo meine Bildungslücken liegen.

Ulzana war übrigens ein Indianer, über den es einen gleichnamigen DEFA-Film gab, Mondos sind Kondome der Firma Mondo, Bon Scott war AC/DC-Sänger - mein Gatte meint, den kenne doch jeder! - und PA war das Unterrichtsfach "Produktive Arbeit". Lange rätsel ich über den "Disconicki", vermute ein Musikabspielgerät, finde aber nichts darüber. Endlich geht mir auf, dass damit ein Nickipullover für den Discobesuch gemeint ist, der Disco-Nicki. Lesen bildet.