Blog 444 - 30.10.2016 - Leicht südliche Lesereise und Vierlinge

Am Montag geht es schon früh los zu einer Lesereise in den Süden. OK, es geht nur bis in den Westerwald, die Fahrt dorthin dauert gerade mal 90 Minuten und die gesamte Reise knappe zwei Tage, aber immerhin. Das kann ich als "leicht südliche Lesereise" gelten lassen. An beiden Tagen gibt es Giraffen-Lesungen in Grundschulen, außerdem treffe ich Ela, die alles organisiert hat, und bekomme von ihr gezeigt, wie hübsch Hachenburg ist, das ich bis dahin gar nicht kannte.

Zuhause wartet das Treppengeländer, das angeschmirgelt und gestrichen werden will, und auch der Garten hat eine Menge für mich zu tun. Beide gucken mich erwartungsvoll an, aber ich lache laut und schüttel den Kopf. Mittlerweile finde ich es durchaus amüsant, dass immer wieder etwas vor mir steht, das mich vom Puppenstück abhält. Als wäre das eine Prüfung, wie ernst ich es damit meine, oder ob ich bei genügend Unterbrechungen dann doch irgendwann alles seufzend in die Schublade lege. Aber wenn da jemand versucht, mich mürbe zu machen - keine Chance! 

Damit klar ist, dass ich das Stück unbeirrt durchziehe, begebe ich mich sofort in mein Arbeitszimmer und schnitze Köpfe. Den Prinzen brauche ich in vier Ausführungen, was nicht nur vier Köpfe bedeutet, sondern auch acht Hände und sechzehn Armteile, die alle sorgfältig mit Stoff umnäht werden müssen. Ich rechne mal lieber nicht nach, wie viele andere Figuren, Hände und Armteile ich noch machen muss. Mein bewährter Trick bei großen Projekten ist: Einfach anfangen und dann weitermachen bis alles fertig ist.

Mit den vier Köpfen komme ich zügig voran, und kaum sind alle vier Klappmäuler eingebaut, finde ich, dass die Kopfform, die ich extra etwas länglich geschnitzt habe, jetzt zu länglich ist. Nee, das gefällt mir so nicht. Die Idee ist schön gedacht, das Ergebnis aber nicht so, wie ich mir den Prinzen vorstelle. Es ist ein bisschen blöd, dass mir das erst nach Fertigstellung des letzten Klappmauls auffällt, aber vermutlich wollte ich vorher nicht so genau hingucken, weil ich Angst hatte, dass es mir nicht gefallen könnte.

Nun gut. Ich überlege nicht lange, sondern schnitze neue Köpfe. Sofort wieder vier, damit sie schön ähnlich werden. Das wäre schwieriger, wenn ich erst einen fertig mache und mit Stoff beziehe, ehe ich den nächsten aus einem Schaumstoffwürfel schnitze. Wenn es blöd läuft, habe ich nachher weitere vier Klappmaulköpfe, die ich so nicht verwenden möchte. Aber dann kann ich immer noch überlegen, ob ich mal ein Puppenstück mit Vierlingen machen möchte. Mit mehreren Vierlingen. Im ungünstigsten Fall mit sehr vielen Vierlingen.


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