Blog 438 - 18.09.2016 - Prinzessin mit Frosch und immer noch Kisten

Steinhaukurs in Weibern in der Eifel. Während ich an der Brustgröße der Dame arbeite, lasse ich vorne noch Material stehen, um dort später eine Hand zu formen. Wegen der unerwartet tiefen Bohrlöcher im Stein muss ich sowieso schon ständig umplanen und bin froh, wenn ich nicht schon Material weggeschlagen habe, dass ich dann doch brauchen kann. Plötzlich denke ich, dass da glatt noch ein Frosch drin steckt. Wenn die Dame eine Körbchengröße weniger bekommt und ihren Arm etwas tiefer hält, ist sie eine Prinzessin mit Frosch in der Hand. Ehe ich noch überlegen kann, ob ich das so haben möchte, fühle ich schon, dass es richtig ist. Es ist eine schöne Verbindung zu meinem Froschstück, das mich noch beschäftigen wird und mir wichtig ist. Anscheinend mache ich nichts zufällig, mein Unterbewusstsein mischt immer mit.

Interessanterweise denke ich bei einer Prinzessin mit Frosch sofort, dass die Figur dann nicht, wie bis dahin geplant, nackt sein darf, sondern ein Kleid tragen muss. Vielleicht ist mir die sexuelle Komponente im Froschkönig-Märchen sonst zu deutlich. Ich haue die Ansätze für ein Kleid in den Stein, bin mir aber nicht sicher. Mal sehen, vielleicht ziehe ich sie doch wieder aus. Da ich vorerst nicht ans Weiterarbeiten komme, bleibt noch alles offen.

So ein Steineklopf-Wochenende ist viel zu kurz. Beziehungsweise meine Figur zu aufwendig, denn trotz stundenlangen Abhauens ist nach zwei Tagen noch zu viel Stein dran. Aber ich gehe auch gerne ein Risiko ein und muss keine Nummer-sicher-Figur machen. Wenn sie nicht fertig wird, ist das egal, und wenn etwas mit dem Weghauen schief geht, komme ich eben mit zerhauenen Steinbrocken nach Hause. Lernen kann ich immer etwas. Steineklopfen macht viel Spaß. Und es ist hochspannend, denn im Gegenteil zum Arbeiten mit Schaumstoff gilt: Was weg ist, ist weg.

Die Tage fliegen vorbei. Ich wunder mich, wie viel Zeug aus der Ein-Zimmer-Wohnung des Sohnes immer noch in meinem Wohnzimmer steht (wie konnte das vorher in EIN Zimmer passen?), packe Kisten um, gehe Listen durch und gieße zwischendurch den hochsommerlich vertrockneten Garten. Überall steht Unkraut und mir juckt es in den Fingern, mal wieder alles auszulichten, aber wenn ich ständig auf der Autobahn unterwegs bin, Steine klein haue oder Kisten umpacke, bleibt zu wenig Zeit.

Immerhin mache ich den Bericht über das Wise Guys Testkonzert endlich fertig, tauche nochmal tief in den Abend ein und freue mich dann, dass er im Internet steht (reihedrei.de) und ich ihn aus dem Kopf habe. Es bleibt die intensive Erinnerung an ein wunderschönes Konzert.

Hach, ich freue mich sehr, wenn der Umzug und die viele Fahrerei vorbei und das Wohnzimmer wieder kistenfrei ist. Vermutlich muss ich dann erstmal all das erledigen, was jetzt liegen bleibt, aber danach wird es aktiv ans Puppenbauen gehen. Ich plane gerade, mir dafür jeden Tag feste Zeiten zu geben, in denen ich nicht mal ans Telefon gehe. Abtauchen - was liegt bei einem Froschstück näher?

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