Blog 313 - 27.04.2014 - Von der Uni zur Weltherrschaft

Wutsch - flutscht die Woche vorbei. Ich fahre einen Sohn zurück zum Studienort - zwei Stunden Hinfahrt, Mittagessen in der Uni-Mensa, wo die Kassiererin mir den Studententarif berechnen möchte, ich schnell klarstelle, dass ich Gast bin und den vollen Betrag bezahlen muss, mich aber freue, weil sie mich für eine Studentin gehalten hat, bis mein Sohn sagt, dass es kein Wunder ist, dass sie das getan hat, weil es viele Senioren-Studenten an der Uni gibt - dann zwei Stunden Rückfahrt, schnell noch im Supermarkt einkaufen, zuhause kochen - Tag vorbei.

In diesem Tempo geht es weiter. Es ist immer etwas zu tun, ich bekomme Besuche, lange Telefonanrufe, muss einkaufen oder irgendetwas erledigen ... zack, Tag vorbei. Zwischendurch fange ich ganz spontan im Garten eine neue Baustelle an. Eine kleine Stufe zum Gemüse-Minigarten und davor eine gepflasterte Trittstelle wären doch prima. Kaum gedacht, ist die Erde schon ausgehoben und zum Pflastern vorbereitet. Vom Grillplatzbau habe ich noch einige kleine Basaltsteine, die werde ich da irgendwie hinklopfen. Warum empfinde ich eigentlich Fenster putzen und Küche aufräumen als Arbeit, aber Erde graben und Steine schleppen als Erholung?

Außerdem arbeite ich das Theaterstück zum Hörspiel um, was nicht wenig Arbeit ist. Es muss deutlich kürzer werden, denn ein zweistündiges Hörspiel, egal, wie gut es gemacht ist, ist für die Zuhörer eine Zumutung. Es gibt nicht viel fürs Auge zu sehen, darum muss der Hörteil knackig und spannend werden, damit das Publikum dem Stück nicht sanft entschläft. Auch die Regieanweisungen müssen akustisch eingebaut werden. Die Angabe: (Jack kommt herein und setzt sich wortlos auf den Stuhl, die anderen starren ihn an), ist für ein Hörspiel etwas blöd. Also ändere ich es in die hörbare Version: (Die Tür knarrt) Lisa: "Ach, Jack, du bist es!" Marc: "Was ist denn mit dir los?" Mary: "Lasst ihn in Ruhe! Komm her, Jack, setz dich!"

Am Samstagabend gibt es ein Krimidinner. So ein privates, bei dem jeder eine Rolle übernimmt und nebenbei etwas fürs mehrgängige Menü beisteuert. Ich bin diesmal ein Schurke, was meine Familie nicht wundert, aber da ALLE Mitspieler bei diesem Spiel Schurken sind und wir als oberste Liga der Weltoberschurken einen Fall lösen müssen, befinde ich mich in passender schlechter Gesellschaft. Die schlechte Gesellschaft macht allerdings Spaß, wir lachen viel und lösen sogar den wirrigen Fall.Zuhause noch weibliche Gartengestalterin, kurz danach männlich und auf dem Weg zur Weltherrschaft - kein Wunder, dass die Woche so schnell vorbei ist!