Blog 314 - 04.05.2014 - Sätze streichen und Steine klopfen

Wir haben ein erstes Anlesen des Krimi-Hörspiels mit nur halber Besetzung, da die andere Hälfte gerade in den Mai tanzt. Trotz doppelt gelesener Rollen ist schon zu erkennen, in welche Richtung es gehen wird und ich bin sicher: Das wird was! Nur gekürzt muss es noch werden, obwohl ich doch schon ziemlich viel rausgestrichen habe. Aber es hilft ja nichts, wenn es immer noch zu lang für ein Hörspiel ist, muss noch was weg. Da ich aber ganz schlau nur die lahmen und überflüssigen Stellen weg nehme, bleibt am Ende das Beste übrig. Eine grandiose Vorgehensweise. Nach den Vorstellungen werden die Zuschauer wahrscheinlich sagen: "Das ist aber ein tolles Stück. So knackig und genau auf den Punkt. Wer ist denn der Autor?". Oder, falls ich versehentlich die falschen Stellen bearbeite: "Ich habe das schon mal als Theaterstück gesehen, da war es aber ganz anders. Lustig und spannend."

Vor einigen Jahren wurde mal ein von mir geschriebener Artikel von jemand anderem gekürzt. von dem ich dachte, dass er das locker kann. Auf seine Frage: "Kürzt du selber oder soll ich das machen?", habe ich vertrauensvoll alles in seine Hände gelegt. Über die veröffentlichte Version war ich dann allerdings ziemlich entsetzt, weil sie holperig und unzusammenhängend war. Daraus habe ich gelernt und mache es jetzt lieber selber. Einfach mittendrin ein paar Sätze zu streichen, ist eben nicht die Lösung. Der rote Faden und die Zusammenhänge müssen weiterhin zu erkennen sein, so dass es richtig viel Arbeit ist, ein fertiges - und gutes - Stück um ein Drittel einzudampfen. Vom Aufwand her hätte ich inzwischen auch glatt einen  eigenen Hörspiel-Krimi schreiben können, aber die Vorlage gefällt mir so gut, dass es schade wäre, auf diese schräge Geschichte zu verzichten. Und jetzt einige Ideen zu klauen, einen ähnlichen Krimi zu schreiben und den als eigenes Werk auszugeben, ist nicht mein Ding.

Wenn ich zwischendurch mal frische Luft brauche, klopfe ich Steine. Woanders ist das eine Beschäftigung für Strafgefangene, bei mir ist das eine geheime Leidenschaft. Wobei ich natürlich weiß, dass mein Festklopfen der kleinen gepflasterten Stellen im Split nicht mit Lagerarbeit zu vergleichen ist. Steht ja auch keiner mit der Peitsche hinter mir. Dafür, dass es nicht perfekt sein muss und ich nicht mit Wasserwaage oder Maßband arbeite, sondern einfach drauflos klopfe, halten die Ergebnisse erstaunlich gut, wie ich bei meinem Grillplatz bemerke, der jetzt schon einige Jahre alt ist.

Am liebsten würde ich mir einen Lastwagen voll mit Klinker und Basaltsteinen und einen weiteren mit einigen Tonnen Split bestellen, um dann in den nächsten Jahren in meinem Garten viele verspielte Wege und Plätze anlegen zu können. Bisher halten mich die Kosten für das Material davon ab und noch mehr, dass Steine und Split unten auf der Straße abgeladen würden und ich alles in Eimern den Hang hoch bis oben in den Garten schleppen müsste. Da wäre ich ja erstmal monatelang mit dem Transport meiner Wege und Plätze beschäftigt! Vielleicht bin ich irgendwann mal soweit, dass ich Steine, Split UND kräftige Männer bestellen kann, die mir alles an einem Vormittag lächelnd hochtragen. Die kräftigen Männer könnten danach allerdings sofort wieder gehen, denn die würden mich nur stören, wenn sie beim Klopfen um mich rum ständen.

Große Freude: Die Geschwister Pfister sind wieder unterwegs. "Wie wär's, wie wär's?" fragen sie, befinden sich in den 50er- und 60er-Jahren und nehmen die Zuschauer mit in die Toskana. Italien - das damals gelobte Urlaubsland der Deutschen mit Sonne, Eis und Schlagern. Der Tourauftakt ist in Langenfeld bei Düsseldorf, ich darf ein paar Fotos machen und werde in der nächsten Woche einen Bericht schreiben. Musik, Gesang, Show - eine wunderschöne Zeitreise, äußerst lohnenswert! Faszinierend ist, dass Fräulein Schneider einen Rock trägt, dessen Muster früher in blaugrün auf den Übergardinen der elterlichen Wohnung war.