Blog 408 - 21.02.2016 - Bautage für Rumpelwichte

"Ich mache die beiden Rumpelwichte bis Ende Februar fertig", sage ich Ende Januar lässig und denke, dass ich ja noch einen ganzen Monat Zeit habe. Mitte Februar stelle ich fest, dass es nicht möglich ist, zwei Klappmaulfiguren nur nebenbei in kurzen, zwischengeschobenen Arbeitsphasen zu bauen. Da muss ich jetzt doch mal intensiver ran, vor allem, weil ich im März eine weitere Puppe bauen muss. Kurzentschlossen verordne ich mir einige Tage, an denen ich vorwiegend schneide, klebe, nähe und Schaumstoffschnipsel verteile.

Endlich geht es zügig weiter. Überall liegen vorbildlich die Schaumstoffschnipsel herum, auch in Räumen, in denen ich gar nicht schneide, und kurz darauf kriechen zwei halbfertige Wichte durch die Tischplatte auf mich zu. Naja, nicht ganz, aber als Puppenbauerin muss man Phantasie haben.

Währenddessen ist im Garten Sonnen-Frühlingswetter, was mich immer drängend hinaus zieht. Wie unpassend, dass ich mir die Puppenbautage verordnet habe. Ich könnte natürlich alles wieder umwerfen, aber dann würden die Rumpelwichte womöglich nicht rechtzeitig fertig werden. Immerhin gönne ich mir zwischendurch immer mal ein halbes Stündchen im Garten, schneide, zupfe und räume die ersten Ecken für den Frühling frei. Danach komme ich jedes Mal entspannt und äußerst gut gelaunt wieder an die Näharbeit zurück. 

Endlich treffe ich mich auch mal mit Martin Reinl, dem Puppenspieler. Das hatten wir seit Monaten vor, weil er gerne mal meine Puppen sehen wollte, die ich ihm wiederum gerne mal zeigen wollte. Als ich vor fünf Jahren das erste Mal in seiner Werkstatt saß, besprachen wir einen kleinen Einspielfilm für "Cover me". Er als Puppenspieler, ich als Filmerin. Jetzt sitzen wir beide als Puppenbauer am Tisch und unterhalten uns über Zahnersatz. Den für die Puppen.

Im Prinzip war Martin damals der Auslöser dafür, dass meine alte Puppenliebe wieder durchbrach. Ich hatte im Vorjahr zwar schon zweimal das Puppenmusical "Avenue Q." gesehen, war sowieso angefixt, aber die Zeit mit Martin, dem Hund Wiwaldi und dem alten Zirkuspferd im Cover-me-Studio brachte mich dann endgültig auf den Weg. Jetzt sitze ich nicht mehr als Filmerin in Martins Werkstatt, sondern als Puppenbauerin und habe dabei das sichere Gefühl, dass ich demnächst auch irgendwo als PuppenSPIELERIN dabei sein werde. Vielleicht nicht bei Martin, vielleicht doch, egal, es kommt. 

Dirk und das alte Zirkuspferd vor meiner Kamera, Dezember 2010

Ach, was würde sich Dirk Bach freuen, wenn er wüsste, dass ich jetzt mit Puppen spiele! Er mochte meine Kinderbücher, er war hingerissen von Martins Puppen, und ich weiß genau, wie er jetzt strahlend und höchst erfreut nicken würde, wenn ich mit meinen Puppen vor ihm stehen würde. Ein bisschen von Dirk ist sowieso immer dabei, wenn ich baue oder spiele, denn ich denke dabei oft an ihn.

Gegen Ende der Woche sind die Rumpelwichte fast fertig. Eine ganze Woche zu früh, es ist ja noch gar nicht Ende Februar! Prima, dann kann ich noch vor März mit der nächsten Puppe beginnen!

 

Blogübersicht nächstervorheriger