Blog 402 - 10.01.2016 - Puppen bauen und ein Geheimprojekt

Noch einmal startet die Woche mit einem Tag Puppenbauen in der Werkstatt von Bodo Schulte. Das scheint inzwischen vielleicht schon eine normale Beschäftigung für mich zu sein, ist aber immer noch spannend und toll. Wir kleben, schneiden, nähen, setzen zusammen, probieren aus - dann sind die Figuren fertig. Eigentlich schade. Von mir aus könnten jetzt noch mehr davon gebaut werden. Es macht viel Spaß, gemeinsam in der Werkstatt zu arbeiten, sich zu unterhalten und manchmal helfend einzugreifen, wenn beim Bauen oder Kleben eine weitere Hand benötigt wird. Zu zweit klappen manche kniffelige Sachen deutlich schneller.  

Aber auch zuhause beschäftige ich mich weiter mit dem Bauen von Puppen. Die Auftragspuppe, die eine verschönernde Mundhöhlen-OP und einen dunkleren Teint bekommen hat, ist schon lange fertig, aber sie liegt auf dem Tisch und ich sehe immer wieder Kleinigkeiten, die ich noch verändern könnte. Hier noch ein wenig Farbe an den Rand, dort die Stoff-Enden schöner vernähen, ein Zipfelchen Haare über dem linken Ohr kürzen ... Als ich die Arme sorgfältig um zwei Zentimeter verlängere, weiß ich, dass ich die Puppe dringend abgeben muss, um nicht in drei Wochen immer noch daran zu arbeiten. Außerdem schlagen Verbesserungen ja irgendwann zu unkorrigierbaren Verschlechterungen um.

Da ich außerdem viel für ein anderes Projekt zu tun habe, bin ich sowieso gut beschäftigt. Aus extrem geheimen Geheimhaltungsgründen kann ich allerdings nicht genauer schreiben, was das für ein Projekt ist, denn es soll eine Überraschung werden. Wenn die zu überraschenden Personen schon vorher davon lesen, sind sie dementsprechend nicht überrascht, wenn sie damit überrascht werden sollen. Die Details folgen also erst später, bis dahin gibt es hin und wieder Bilder, die ich nicht genauer erkläre. So wie dieses:

Oder das:

Oder dies hier:

Am Ende der Woche streiche ich der Auftragspuppe noch einmal liebevoll über den Kopf und gebe sie in ihrem Zuhause ab, arbeite für das geheime Überraschungsprojekt lange Planungslisten durch und gehe, ebenfalls für das Projekt, in ein Kölner Karnevalsgeschäft, in dem die Karnevalsmucke laut läuft und ich während des hastigen Zusammensuchens ständig denke: "Och, nein! Nicht diese Musik! Nee, bitte nicht auch noch dieses Lied! Ach, Leute, ich bin doch gar nicht wegen Karneval hier, ich muss nur was einkaufen!" Trotzdem bleibt mir die Zeile "Schaaau mir iiin die Aaaaau-geeen ..." bis zum nächsten Tag im Ohr. Ansonsten ist es aber eine tolle Woche.

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