Blog 400 - 28.12.2015 - Frühlingsweihnacht und Ferien

Nach der letzten Power-Woche ist es gut, wenn ich den Beginn der neuen Woche völlig entspannt verbringe. Einfach mal auf dem Sofa liegen, lesen, Tee trinken. Aber Pustekuchen. Meine aufgeputschten Kreativzellen drängen mich, ins Arbeitszimmer zu gehen und eine Klappmaulpuppe zu bauen. Blöderweise geht das nicht, weil Weihnachten unmittelbar vor der Tür steht. Da ich in der letzten Woche anderweitig beschäftigt war, muss ich zuerst dringend mal wieder aufräumen, planen, was an den Feiertagen benötigt und schnell noch eingekauft werden muss, und vor allem die herumfliegenden Schaumstoffschnipsel im Wohnzimmer aufsammeln. Die kommen vom Schneiden der Nasen-Rohlinge, die ich für den Kinder-Workshop brauchte.

"Entweder Hausfrau oder Puppenbau-Künstlern!", sage ich entschieden, aber das interessiert niemanden. Und damit wir an den Weihnachtstagen nicht malerisch zwischen Wäschebergen, Pattextuben und lustig fliegenden Schaumstoffresten sitzen, muss ich loslegen. Wobei ich gar nichts dagegen hätte, an Heiligabend einfach weiter Schaumstoff zu schneiden und flusige Plüschteile zu kleben. Es ist alles eine Frage der Priorität, und da steht bei mir das Puppenbauen höher als jede Weihnachtsstimmung. Ich bin gnadenlos unromantisch. Zumindest wenn es um Weihnachten geht.

Das Wetter unterstützt mich, denn es hat so gar nichts mit kalten Wintertagen und knirschendem Schnee zu tun. Wer will schon vor dem knisternden Kamin sitzen, wenn draußen T-Shirt-Wetter ist? Klimatechnisch gesehen ist das warme Frühlingswetter vermutlich nicht so gut, ich persönlich genieße es sehr. Schnee wird überbewertet. Auch im Winter.

Als die beiden ersten Weihnachtstage mit Familienbesuch vorüber sind, beginnen die Ferien. Ich gehe sofort ins Arbeitszimmer und verschaffe der Auftragspuppe eine schöne Urlaubsbräune. Das ist nicht ganz so einfach, klappt aber besser, als ich befürchtet hatte. Kaum bin ich mit der Solariumsbräune zufrieden, beginne ich nebenbei mit dem Bau einer Klappmaulpuppe. Nur so. Zu Übungszwecken und weil es in den Fingern juckt. Und weil ich einen schönen Teddystoff habe, der unbedingt eine Puppe werden will. Ich werde nicht konsequent dranbleiben, ich möchte nur immer mal hochgehen und eine halbe Stunde weiter kleben und nähen. Es sind Weihnachtsferien und da kann ich machen, was ich will.

Außerdem gehe ich endlich zur Tim Burton-Ausstellung. Die ist seit September im Nachbarort zu sehen, und weil das so nah ist und ein Besuch nicht groß geplant werden muss, habe ich sie fast verpasst. Kurz vor Schluss bin ich endlich da und natürlich begeistert. Was für tolle Zeichnungen, was für eine Phantasie! Ich merke, wie die Freude auf mein Kinderbuch wieder aufsteigt. Das ist gerade etwas ungünstig, weil ich bis zum April viel mit Puppen beschäftigt sein werde, aber vielleicht zeigt das nächste Jahr, dass ich parallel an Puppen und am Buch arbeiten kann.

Voll mit Ideen und sehr inspiriert komme ich nach Hause und beginne sofort mit einer Zeichnung für meine Neujahrskarte. Ich kann gar nicht in einer Tim-Burton-Ausstellung sein, ohne dass mir sofort eigene Ideen kommen. Und weil das Wetter so schön ist, gehe ich noch in den frühlingshaften Garten, verpflanze Himbeeren, schneide Äste und werkel glücklich herum. An den Herbst-Himbeeren hängen immer noch rote Himbeeren, und sogar die Sommer-Himbeere strengt sich jetzt an und produziert noch einige Früchte.

Mal sehen, was ich in den nächsten Tagen noch machen werde. Wenn es irgendwie möglich ist, nur Lieblingssachen.

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