Blog 391 - 25.10.2015 - Puppenbau-Ideen und Rainald Grebe

Das gute Gefühl vom Castingtag der letzten Woche hält an. Nicht, weil ich so sensationell gut gespielt hätte, - je länger ich darüber nachdenke, desto mehr mögliche Fehler erscheinen mir wahrscheinlich -, aber es war für mich eine schöne Erfahrung. Ich freue mich, dass ich es gemacht habe. Unabhängig davon, ob ich noch eine Runde weiter komme, greife ich zuhause schon wieder zu Schere und Kleber. Die Drei-Minuten-Nummer ist schon ziemlich bescheuert, aber ich könnte ihr noch einen Kick geben. Vielleicht wird sie damit unspielbar, aber das will ich ausprobieren.

Die vielen in der letzten Woche ersteigerten Steine liegen immer noch vor dem Haus, denn nach meiner Erkältung fühle ich mich nicht fit genug, sie den Berg hochzuschleppen. Als ich es einmal versuche, habe ich das Gefühl, meine Lunge pfeift aus kleinen Löchern und ich höre sofort wieder auf. Da warte ich mal lieber ganz gelassen, bis auch meine inneren Organe wieder Lust auf körperliche Überanstrengung haben. Es ist auch ansonsten genug zu tun. Zum Beispiel ein Mädelsabend beim Bowling, der nur vereinzelt bowlerische Glanzleistungen zeigt, aber viel Gelächter und Spaß bringt.

Und ich bin bei einem Konzert von Rainald Grebe. Endlich mal wieder! Kleine Halle, Stehkonzert, alles nah und unmittelbar. Ich stehe recht weit vorne, und als es beginnt, sehe ich Rainalds blitzende Augen, sein amüsiertes Lachen, höre seine typische Stimme und merke, wie sich bei mir ein Lächeln ins Gesicht zieht und dort hält. Hach, ich wusste, dass es mir gefehlt hat, aber ich wusste nicht, wie sehr! In den letzten Jahren war ich zwar mindestens einmal in jedem Jahr in einem seiner Programme, aber die fanden in Opernhäusern, auf Theaterbühnen und in Waldbühnen statt. Alles prima und klasse, aber ein kleines, feines Konzert so nah trifft mich unerwartet heftig in der Seele.

Ich genieße die neuen und alten Lieder, freue mich über Marcus Baumgart, Martin Brauer und Serge Radtke, die "Kapelle der Versöhnung", und lache, als sich Franz Schumacher zwischendurch vom Tonpult aus einmischt. Es ist alles so vertraut und schön. Rainald Grebe singend und plaudernd auf einer kleinen Bühne, das ist mein Ding. Ich fühle mich unangestrengt wohl und lasse mich mitnehmen auf seine Gedankengänge, seine plötzlichen Wendungen, von seinem Lachen, seinen Liedern, den schrägen und den berührenden Szenen. Was für ein schöner Abend! Das Lächeln bleibt in meinen Mundwinkeln. Hoffentlich gibt es demnächst mal wieder mehr Clubkonzerte von Rainald, bei denen ich lächelnd, berührt und vermutlich verträumt-dämlich auf die Bühne starren kann.

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