Blog 385 - 13.09.2015 - Vor und hinter der Kamera

Schon wieder bin ich Zuschauerin bei einer Fernsehaufzeichnung, diesmal bei "Grill den Henssler". Ich sehe die Sendung gerne an und es ist sehr unterhaltsam, mal live dabei zu sein. Ein Fernsehstudio kann mich nicht mehr verblüffen. Dass da Kameras stehen und Leute rumrennen, ist mir vertraut, aber als untätige Zuschauerin fühle ich mich ungewohnter, als wenn ich selber irgendwo mitarbeiten würde.

Da die ausgestrahlte Sendung lang ist, dauert die Aufzeichnung mit Aufbau-, Aufräum- und Aufwischphasen noch deutlich länger. Weil ich nach den Regengüssen beim Tanzbrunnenkonzert der Wise Guys leicht erkältet bin, tut es mir jedoch ganz gut, stundenlang ohne große Aktivität einfach zu sitzen, zu gucken und Spaß zu haben. Danach fühle ich mich plötzlich deutlich gesünder. Außerdem finde ich: Der Henssler ist schon sehr, sehr cool. Es ist interessant, ihn und seine Körperhaltung zu beobachten.

Drei Tage später wechsel ich von der untätigen Zuschauer-Position in die des aktiven Gastes vor der Kamera. Während der örtlichen Kulturzeit wird abendliches Stadtfernsehen über einen Internetsender (muxx.tv) gemacht, zu dem ich mit meinem - nicht nur Künstlerfreund - Purple Schulz eingeladen bin. Es geht um Freiheit, Unabhängigkeit, Musik, Kinderbücher und Puppen. Es macht Spaß, Moderator Philipp Wasmund stellt gute Fragen und es gibt einen schönen Wechsel zwischen Ernsthaftigkeit und Humor.

Ich habe Frau Müller-Hohenstein dabei, die zum Ende des Gespräches dazu kommt, Purple greift spontan nach dem Dreckshuhn und nicht nur wir, auch die Zuschauer haben Spaß. Was Puppen doch immer sofort für Emotionen frei legen! Am Ende singt Purple noch sehr berührend, und bei mir bleibt ein warmes, lächelndes Gefühl über den Abend zurück. Es gibt so schöne, feine Sachen, die manchmal ganz unspektakulär sind und doch in Erinnerung bleiben.

Und weil ich gerade dabei bin, - erst als Zuschauerin, dann vor der Kamera -, bleibe ich im Showbetrieb, packe die Kamera aus und mache eine eigene Aufzeichnung. Die Videobewerbung für das Puppencasting muss nämlich raus, auch wenn die Nummer noch nicht in den letzten Einzelheiten steht und ich das lockere Zusammenspiel der beiden unterschiedlichen Puppen noch mehr üben muss. Aber die Zeit ist knapp und zum Vorstellen der Idee wird es reichen. Falls ich zum Casting eingeladen werde, wäre es auch nicht schlecht, die Nummer bis dahin noch besser machen zu können.

Ich könnte sagen, ich halte die Latte bewusst niedrig, um später punkten zu können. Mache ich aber lieber nicht.