Blog 369 - 24.05.2015 - Himbeerkäfer und Minigurken

Vor fünf Wochen habe ich Herbsthimbeeren gepflanzt. Sie blühen später als Sommerhimbeeren, sind für den Himbeerkäfer zu spät dran und haben darum keine Maden. Von einer darüber nicht informierten Verkäuferin im Gartencenter musste ich mir damals ein abfälliges: "Sie müssen nicht alles glauben, was Sie im Internet lesen" anhören. Fünf Wochen lang fühle ich mich bedeutend schlauer als die "Fach"-Verkäuferin. Jetzt sehe ich beim Schlendern durch den Garten, dass meine neuen Herbsthimbeeren auf dem gleichen Blütenstand wie meine alten Sommerhimbeeren sind. Wenn jetzt der Himbeerkäfer unterwegs ist, weiß der doch gar nicht, welche Himbeeren er nicht befallen darf!

Aktuelle Blüte bei den Sommer-Himbeeren

Aktuelle Blüte bei den Herbst-Himbeeren

Ich vermute, dass die frühe Blüte an dem kräftigen Voraustrieb im Pflanzenzuchtbetrieb liegt, am ungewöhnlich warmen Frühjahrswetter und an meinem Boden, der nach Entfernen der Äste zu mindestens achtzig Prozent aus reifem Mutterboden-Kompost besteht. Kein Wunder, dass die Herbsthimbeeren sofort explosionsartig wachsen und viel zu früh losblühen. Zur Krönung lese ich im Internet, dass auch Herbsthimbeeren Maden haben können, die dann aber nicht die Maden des Himbeerkäfers sind, sondern die der Kirschessigfliege, die auf rote Früchte steht und Himbeeren mit Kirschen verwechselt. Na, prima. Da werde ich in diesem Jahr wohl wegen der viel zu frühen Blüte erst den Himbeerkäfer und dann die Kirschessigfliege an den Himbeeren haben. Oder ich glaube einfach nicht alles, was im Internet steht und warte ab.

Gurken habe ich zum ersten Mal im Garten, und ich freue mich jeden Tag darüber. Natürlich war mir vorher klar, dass Gurkenfrüchte klein anfangen, wachsen und irgendwann groß sind. Aber dass sie als Mini-Gürkchen, nicht mal zwei Zentimeter groß, so völlig ernsthaft wie erwachsene Gurken herumhängen, entzückt mich immer wieder aufs Neue. Acht Puppenstuben-Gürkchen hängen schon an der Pflanze, aber oben sind schon die nächsten Blüten zu sehen. Großartig. 

Außer Himbeeren, Gurken und viel Aufräumerei im Arbeitszimmer passiert nicht viel. Es ist eine nette Woche, in der ich einiges schaffe. Muss ich auch, denn am nächsten Wochenende bin ich Steine klopfen. So richtig im Steinbruch. Aber ohne gestreifte Kleidung und Eisenkugel am Bein. Hoffe ich.